Deutsche Börse: Ein Gebührenzähler mit Burggraben
Mit der Deutsche Börse ist nun eines jener Unternehmen neu im Index,
die man auf den ersten Blick für langweilig hält — und auf den zweiten
Blick versteht, warum Warren Buffett so etwas lieben würde.
Das Geschäftsmodell ist bestechend einfach. Die Deutsche Börse
betreibt Marktinfrastruktur: Wertpapierbörse, das Clearinghaus Eurex,
Datenbusiness. Bei jedem Kauf und Verkauf von Aktien oder Derivaten
fließt eine Gebühr. Die ist nicht groß, fließt aber stetig. Und das
Entscheidende: Die Deutsche Börse selbst trägt dabei kaum Marktrisiko.
Sie ist der Zähler, nicht der Spieler.
Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Burggraben, der seinesgleichen
sucht. Wechselkosten sind enorm, das Netzwerk irreversibel, die
Regulierung schützt die etablierten Anbieter — ein klassisches Oligopol
mit Preissetzungsmacht. Die Kapitalrenditen sind entsprechend
überdurchschnittlich, und das seit Jahren. Kurz: Das ist genau das, was
wir mit „wunderbarem Unternehmen“ für unsere Investmentstrategie des
Modern Value Investings meinen.
Alphabet: Wiedersehen nach einer Auszeit
Alphabet —
Mutterkonzern von Google — ist für viele Anleger ein alter Bekannter
und war auch schon häufiger in unserem Index enthalten. Der Titel wurde
im Dezember-Rebalancing 2025 herausgenommen, weil andere Aktien auf der
Watchlist einen besseren Fünfjahres-TSR aufwiesen. Jetzt ist Alphabet
zurück. Das klingt nach einer Meinungsänderung. Es ist keine — es ist
das System, das konsequent funktioniert.
Was hat das Unternehmen zu bieten? Eigentlich alles, was wir suchen.
Google Search ist nach wie vor das wertvollste digitale Werbeinventar
der Welt. YouTube ist die meistgenutzte Videoplattform global. Und
Google Cloud wächst dynamisch und gewinnt Marktanteile.
Der eigentliche Kurstreiber der nächsten Jahre ist KI. Alphabet ist
mit Gemini, Waymo und DeepMind nicht nur dabei — es ist einer der
wenigen echten Infrastrukturbesitzer im KI-Zeitalter. Der Markt hat
Alphabet zwischenzeitlich unterschätzt. Das Ranking hat es jetzt
konsequent wieder nach oben geholt.
Amazon und DiaSorin verlassen den Index
Amazon
war erst im März-Rebalancing neu aufgenommen worden — und verlässt den
ETF nun schon nach einem Quartal wieder. Es ist das System, das
funktioniert: Bessere Alternativen drängen schwächere heraus, unabhängig
davon, wie lange ein Titel schon dabei ist.
DiaSorin,
das italienische Diagnostikunternehmen, verlässt ebenfalls den Index.
Die Entwicklung von Kapitalrenditen und TSR-Ranking haben nicht mehr
ausgereicht, um unter den besten 25 zu bleiben.
Was bedeutet das für Anleger?
Das Rebalancing zeigt, was einen guten systematischen Ansatz
ausmacht. Alphabet nach etwas Pause wieder aufzunehmen, klingt seltsam —
und ist doch rational. Es geht nicht um Loyalität zu einzelnen Aktien.
Es geht darum, immer die besten 25 wunderbaren Firmen im Portfolio zu
halten.
Genau das unterscheidet unseren ETF von einem klassischen Marktindex:
Bei uns entscheidet nicht die Marktkapitalisierung über das
Indexgewicht, sondern die nachgewiesene Qualität. Damit treiben eben
Daten die Umschichtung und nicht Emotionen. Wer das verstanden hat, hält
unseren ETF nicht trotz des Rebalancings — sondern wegen ihm.
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