

Ein denkwürdiges erstes Quartal liegt hinter uns. Und selten hat sich ein Jahresauftakt so komprimiert angefühlt wie dieser. Die ersten beiden Monate brachten Herausforderungen – aber es sah noch nach einem normalen Börsenjahr aus.
08.04.2026 | 12:47 Uhr
Viele Unternehmen überzeugten so mit starken Geschäftszahlen 2025.
Doch dann kam Anfang März der
Iran-Krieg als Ausdruck der schwer kalkulierbaren US-Außenpolitik von
Präsident Trump. Keine Frage: Der Iran-Krieg war der große geopolitische
Katalysator. Der Ölpreis schoss nach oben, die Marke von 100 Dollar je
Barrel wurde zwischenzeitlich überschritten – und mit jedem Anstieg
wuchs die Unsicherheit an den Aktienmärkten. Energiepreise sind eben
nicht nur ein Thema für Autofahrer, sondern ein direkter Einflussfaktor
auf Inflationserwartungen, Konsumklima und Unternehmensmargen. Die entscheidende Frage lautet nun:
Bleibt der Ölpreis hoch – oder war das nur ein geopolitischer Spike?
Sollte es zu einer schnellen Entspannung kommen, halten Analysten eine
Rückkehr in Richtung 70 Dollar zum Jahresende für möglich. Das wäre ein
positives Signal für Aktien – insbesondere für konjunktursensitive
Branchen. Bleibt die Straße von Hormus jedoch länger blockiert, droht
ein strukturell höheres Preisniveau. Und das wäre Gift für viele
Aktienmärkte, vor allem für Europa. Gold und Silber erlebten im Januar
eine regelrechte Hausse. Gold stieg zeitweise über 5.000 Dollar je
Feinunze, Silber über 120 Dollar. Das war kein normales Marktverhalten –
das war Risikoabsicherung in Reinform. Investoren suchten Schutz. Gleichzeitig verlor Bitcoin rund 22
Prozent im Quartal. Auch hier zeigt sich: Wenn Unsicherheit steigt,
werden spekulativere Anlagen zuerst verkauft. Zwar stabilisierte sich
Bitcoin zuletzt im Bereich um 70.000 Dollar – aber das Momentum ist
gebrochen. Und dann war da noch der wohl prägendste Aktienmarkttrend des Quartals: die massive Schwäche im Softwaresektor. Während 2024 und 2025 noch von
KI-Euphorie geprägt waren, drehte sich das Narrativ im ersten Quartal
2026 radikal. Aus FOMO – der „Fear of Missing Out“ – wurde FOBO: „Fear
of Becoming Obsolete“- also die Angst, nicht mehr gebraucht zu werden. Die Angst, dass KI-Modelle
klassische Softwarelösungen überflüssig machen könnten, führte zu
erheblichen Kursverlusten im Sektor. Zahlreiche Softwaretitel verloren
zwischen 20 und 40 Prozent im Quartal – teils ohne konkrete operative
Enttäuschungen. Es war kein fundamentaler Einbruch. Es war eine
Neubewertung unter Unsicherheit. Gerade Unternehmen mit hohen
Bewertungen, wiederkehrenden Abo-Modellen und standardisierten Lösungen
standen besonders unter Druck. Die zentrale Frage der Investoren lautet:
Wenn KI viele Prozesse automatisiert – braucht man dann noch all diese
Software? Ja, KI verändert Geschäftsmodelle.
Ja, manche Anwendungen werden ersetzt oder vereinfacht. Aber hochwertige
Software mit tief integrierten Workflows, hohen Wechselkosten und
klaren Wettbewerbsvorteilen wird nicht einfach verschwinden. Der Markt
hat in vielen Fällen nicht differenziert – sondern pauschal abgestraft. Das ist typisch für Stimmungsumschwünge. Wichtig ist: Wir sehen bislang
keinen klassischen Bärenmarkt. Wir sehen eine deutliche Sektorrotation.
Auf Grund unserer Strategie sind wir bei einigen Branchen gar nicht
vertreten. Beispiel Öl: Diese Branche passt nicht zu unserem
nachhaltigen Ansatz, bei dem wir bestimmte Geschäftsmodelle direkt
ausschließen. Ölproduktion gehört dazu ebenso wie Rüstung. Allgemein betrachtet hielten sich
defensive Branchen wie Basiskonsum, Versorger oder Versicherungen
vergleichsweise stabil. Banken schwankten stark – abhängig von
Zinserwartungen und geopolitischer Risikoprämie. Energieunternehmen
profitierten temporär vom Ölpreisanstieg. Und Technologie war
zweigeteilt: Halbleiter stabiler, Software schwach. Das Marktumfeld ist geprägt von
Unsicherheit – aber nicht von Kapitulation. Die Inflationserwartungen
sind wieder gestiegen. Die Zinssenkungshoffnungen wurden zurückgenommen.
Das belastet vor allem hoch bewertete Wachstumswerte. Gleichzeitig
bleibt das Konjunkturszenario robust genug, um eine breite
Rezessionsangst zu verhindern. Genau diese Mischung sorgt für
Volatilität. Das erste Quartal 2026 hat eines
gezeigt: Die Märkte sind nervös. Aber Nervosität ist nicht gleich Krise.
Sie ist oft der Nährboden für die nächsten Chancen. Wer strukturiert investiert bleibt,
nicht jedem Narrativ hinterherläuft und Unternehmen statt Schlagzeilen
kauft, wird auch durch ein turbulentes Umfeld gut navigieren können. Und vielleicht werden wir am
Jahresende auf dieses Quartal zurückblicken und sagen: Es war weniger
der Beginn einer Krise – sondern vielmehr der Beginn einer neuen
Bewertungsdisziplin am Aktienmarkt. Die ersten beiden Monate brachten
einen positiven Start ins Jahr, doch der insgesamt schwachen
Marktentwicklung konnte sich auch der Frankfurter Long-Term Value Fund
nicht entziehen. Am Ende blieb ein Rückgang von knapp vier Prozent, was
geringer ausfiel als etliche Indizes in Europa oder auch den USA (Stand:
31.03.2026). Der Multi-Manager-Ansatz, bei dem insgesamt sechs
Fondsberater die Positionen des Frankfurter Long-Term Value Fund
auswählen, bringt eine breite Streuung über Branchen und Regionen. Mit
dem spanischen Pharmawert Rovi ist in diesem Fondsmandat (wie in allen
anderen Mandaten auch) eine der stärksten Positionen des ersten Quartals
enthalten. Die zunehmende Visibilität hinsichtlich der
ambitionierten Unternehmensziele für 2030 und starke fundamentale
Kennzahlen haben diese Aktie zuletzt deutlich steigen lassen. Auch bei unserem Klassiker gab es
einen positiven Start ins Jahr, doch dann kam der Iran-Krieg mit den
bekannten Folgen. Auf Quartalsbasis hat der Frankfurter Aktienfonds für
Stiftungen sechs Prozent nachgegeben (Stand: 31.03.2026). Die positiven
Entwicklungen im Finanzsektor – vor allem bei den Versicherern wie SCOR
oder der Münchener Rück wurden durch zum Teil überdurchschnittliche
Rückgänge in anderen Sektoren überdeckt. Hier gilt: Viele dieser
Korrekturen – ob im weiter aussichtsreichen Sektor der Spezialchemie mit
Unternehmen wie IMCD oder Azelis oder bei Techwerten wie unserem
Basiswert Microsoft halten wir für überzogen. Das starke Narrativ der
Softwareverdrängung durch KI-Anwendungen und die Turbulenzen durch den
Iran-Krieg dürften im weiteren jahresverlauf an Bedeutung verlieren und
dann dürfte die fundamentale Stärke vieler Depotwerte wieder in den
Fokus rücken. Auch beim Frankfurter UCITS-ETF –
Modern Value kam nach dem positiven Jahresstart der schwache März als
Folge des Iran-Kriegs. Beim aktuellen März-Rebalancing haben wir dann
zwei Titel ausgetauscht. Neu dabei sind wieder einmal der irische
Billigflieger Ryanair und der US-Handels- und Techgigant Amazon. Den ETF
verlassen haben das Buchungsportal Booking.com und der
Spezialchemie-Distributor Azelis. Insgesamt fiel das Quartal beim
Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value schwach aus mit einem Rückgang von
8,08 Prozent (Stand: 31.03.2026). Die Schwäche der Techwerte – ob aus
Nordamerika mit Adobe und Microsoft oder auch Europa mit SAP sorgten
ebenso für den Rückgang wie andere Branchen. Gerade im Bereich der
Spezialchemie sind wir hier aktiv geworden und haben den Anteil durch
den Verkauf von Azelis auf nur noch zwei Titel reduziert. Grundsätzlich
sind jetzt nach dem März-Rebalancing wieder die 25 aussichtsreichsten
Titel unserer gesamten Investment-Watchliste im Frankfurter UCITS-ETF –
Modern Value vertreten. Der Frankfurter Value Focus Fund
konnte sich nach dem positiven Jahresstart dem schwachen Markt im März
nicht entziehen. In diesem stark fokussierten Mandat mit nur wenigen
Aktien wurde im ersten Quartal die Position in der Modern Times Group
vollständig veräußert und eine neue Position in der Fielmann Group
aufgebaut . Die zuletzt positive Entwicklung beim spanischen Pharmawert
Rovi brachte eine Steigerung bei der Gewichtung auf nun mehr als neun
Prozent. Gleichzeitig bleiben aber mit secunet Security Networks, SCOR
und INTERSHOP gleich drei Positionen über der Gewichtungsmarke von zehn
Prozent. (Stand: 31.03.2026). Die
Anlageberatung und die Anlagevermittlung gem. § 2 Abs. 2 Nr. 3 und 4
Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG) erbringen wir als vertraglich
gebundener Vermittler gem. § 3 Abs. 2 WpIG ausschließlich für Rechnung
und unter der Haftung der NFS Netfonds Financial Service GmbH. Die NFS
ist ein Wertpapierinstitut und verfügt über die entsprechenden
Erlaubnisse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Sonstige Dienstleistungen erbringen wir im eigenen Namen und auf eigene
Rechnung. Weitere Informationen finden Sie in unserem Impressum.Doch das Quartal hatte weit mehr zu bieten als nur Öl.
Software unter Druck – FOBO ersetzt FOMO
Unsere Einschätzung: Hier wurde massiv überzogen.
Aktienmarkt 2026: Sektorrotation statt Crash
Der Rückblick auf unsere Frankfurter Fonds und den Modern Value ETF:
Frankfurter Long-Term Value Fund – Der Langfristige
Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen – Der Klassiker
Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value – Der Systematische
Frankfurter Value Focus Fund – Der Offensive
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