
Etwas hat sich verändert. Nicht laut, nicht spektakulär – aber deutlich. Nach Jahren der Tech-Dominanz beobachten wir seit einigen Wochen eine Rotation, die viele Marktbeobachter überrascht.
13.08.2026 | 10:56 Uhr
1. Tech-Überlegenheit an der Börse – wohl erst einmal vorbei
2. Qualitätsaktien lagen im Juli klar vorn
3. Vorsicht Klumpenrisiko – vor allem im US-Markt
4. Der Rückblick auf unsere Frankfurter Fonds und den Modern Value ETF
Frankfurter Long-Term Value Fund – der Langfristige
Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen – der Klassiker
Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value – der Systematische
Frankfurter Value Focus Fund – der Offensive
Zur Erinnerung: Das erste Quartal 2026 brachte die massive FOBO-Welle im Softwaresektor. Aus „Fear of Missing Out“ wurde „Fear of Becoming Obsolete“. Die KI-Angst breitete sich aus und in der Folge kollabierten die Software-Bewertungen teils um 30 bis 40 Prozent. Doch dann kam die Wende. Zunächst zaghaft im April. Dann breiter im Mai und Juni. Und im Juli mit Nachdruck. Nicht mehr die Tech-Riesen führen den Markt an. Sondern die klassischen Qualitätsaktien: solide Geschäftsmodelle, planbare Erträge, attraktive Bewertungen, disziplinierte Kapitalallokation.
Unsere Einschätzung: Die Ära der pauschalen Tech-Überlegenheit ist vorbei. Das heißt nicht, dass Tech verloren hat. Es heißt, dass Qualität wieder mehr zählt als Wachstumsversprechen. Der Markt differenziert wieder. Zwischen echten Kompoundern und teuren Wachstumshoffnungen. Zwischen Geschäftsmodellen mit Substanz und solchen ohne. Und genau das ist es, was uns bei Shareholder Value seit jeher am Herzen liegt: Unternehmen kaufen, keine Narrative.
Warum ausgerechnet jetzt? Zwei Gründe sind erkennbar.
Erstens: Die Bewertungsdifferenz. Nach dem Rückgang im März sind viele Qualitätsaktien wieder auf Niveaus, die man vor zwei, drei Jahren einmal für angemessen hielt – während Tech-Titel trotz aller Korrekturen immer noch überdurchschnittlich bewertet sind.
Zweitens: Die KI-Realität. Nach zwei Jahren Hype werden die tatsächlichen Ergebnisse sichtbar. Sie sind ordentlich, aber nicht revolutionär. Der Markt beginnt zu differenzieren: Wer profitiert wirklich von KI – und wer erzählt nur davon.
Wer im Juli überzeugt hat, ist bemerkenswert: Versicherer wie SCOR, Münchener Rück, Allianz und ASR Nederland zeigten weiter starke Zahlen und wurden mit deutlichen Kursgewinnen belohnt. Spezialchemie und Industrieausrüster – IMCD, Croda, Interpump, Diploma – legten kräftig zu. Konsum- und Handelswerte mit soliden Bilanzen wie FEMSA und Ryanair fanden Käufer. Und selbst im Softwaresektor sind es nicht die reinen Hype-Werte, die wieder gefragt sind – sondern die etablierten Player mit echten Wettbewerbsvorteilen: Microsoft, SAP, Computacenter. Kein pauschales Tech-Comeback. Sondern eine Qualitätsrotation innerhalb des gesamten Marktes.

Unser Klassiker hat den Rückenwind der Qualitätsrotation deutlich gespürt. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen legte im Juli um 4,2 Prozent zu; YTD steht er bei +3,2 Prozent *(Stand: 31.07.2026). Damit hat der Fonds die Q1-Verluste weitgehend aufgeholt. Getragen wurde die Erholung durch die Kernpositionen aus Versicherung, Spezialchemie und Industrie: SCOR und Münchener Rück lieferten weiter überzeugend, IMCD und Croda kamen zurück, Interpump zeigte starke Zahlen. Auf der Techseite gaben Microsoft und SAP dem Fonds ebenfalls Rückenwind, was unsere Einschätzung aus dem Q1 bestätigt: Software-Qualität wurde damals pauschal abgestraft; wer differenziert hingesehen hat, ist heute im Vorteil. Wir haben die Marktphasen für gezielte Anpassungen genutzt: Bei einzelnen Werten haben wir Gewinne mitgenommen, unsere Kernpositionen aber bewusst hochgewichtet gelassen. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen bleibt damit das, was er ist – unsere Visitenkarte für breit gestreute, nachhaltige und qualitätsorientierte Aktienanlage.

Der Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value zeigte im Juli erneut, warum systematische Auswahl in einer Qualitätsrotation gut funktioniert. Der ETF legte um 6,0 Prozent zu; YTD steht er bei +2,3 Prozent *(Stand: 31.07.2026). Der systematische Ansatz filtert genau nach den Faktoren, die im aktuellen Marktumfeld gefragt sind: Bewertungsqualität, Kapitalrendite, Bilanzstärke, Momentum. Beim letzten Rebalancing im Juni haben wir zwei Titel ausgetauscht und den Fokus auf klassische Qualitätsunternehmen weiter geschärft. Besonders positive Beiträge lieferten im Juli Computacenter, Amazon, Diploma, Sunbelt Rentals und IMCD. Aktuell bilden die 25 aussichtsreichsten Titel unserer gesamten Investment-Watchliste den ETF. Für Anleger, die aktive Titelauswahl mit regelbasierter Umsetzung verbinden möchten, ist der Modern Value ETF derzeit besonders passend positioniert.

Der Frankfurter Value Focus Fund hat im Juli 5 Prozent zugelegt; YTD steht der Fonds bei -1,9 Prozent *(Stand: 31.07.2026). Die Konzentration auf wenige, überzeugende Einzelwerte hat sich in der Qualitätsrotation weiter bewährt. Intershop, secunet Security Networks und SCOR – die drei Kernpositionen mit jeweils mehr als 10 Prozent Gewichtung – lieferten starke Beiträge. Auch Rovi kam nach der April-Korrektur wieder in die Spur und trug positiv zur Performance bei. Bei einem Mandat wie diesem gilt: Konzentration ist keine Wette, sondern eine Überzeugung. Und diese Überzeugung basiert auf jahrelanger fundamentaler Analyse jedes einzelnen Wertes. Wer den Frankfurter Value Focus Fund wählt, bekommt genau das – eine fokussierte Beteiligung an den überzeugendsten Ideen unseres Investment-Universums. In einem Marktumfeld, in dem Qualität wieder honoriert wird, ist das eine Struktur, die ihre Stärken direkt in die Rendite überträgt.

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