Ben
Graham, der geistige Vater des Value Investings, hat die Grundlage
gelegt: unterbewertete Unternehmen kaufen, geduldig warten, den inneren
Wert steigen lassen. Buffett hat daraus eine Kunst gemacht – und später
durch Charlie Munger veredelt. Munger brachte Buffett weg vom
„Schnäppchenjäger“ hin zum Erwerb „wunderbarer Unternehmen zu fairen
Preisen“.
Genau hier liegt die Renaissance des Value Investings. Denn nach
Jahren der Euphorie, KI-Hype, Nullzinsen und grenzenlosem Optimismus
kippt das Pendel zurück: Qualität wird wieder gefragt. Genau jetzt
schlägt die Stunde für das Modern Value Investing.
2026 ist ein Jahr, in dem Anleger stärker auf Profitabilität achten
müssen. Nicht jede KI-Firma wird überleben. Nicht jede Wachstumsstory
wird wahr. Aber Unternehmen mit hohen Renditen auf das eingesetzte
Kapital, stabilen Cashflows und belastbaren Geschäftsmodellen – die
überleben jede Marktphase.
Wo liegt das Problem? Value Investing wurde oft falsch verstanden.
Wert ist eben nicht gleich günstig. Buffett hat niemals nur die
billigste Aktie gekauft. Er kaufte die beste Aktie zu einem vernünftigen
Preis. Coca-Cola hatte nie ein niedriges KGV – aber einen schlicht
unverwüstlichen Moat.
Das moderne Value Investing – das wir bei Shareholder Value praktizieren – verbindet mehrere Elemente:
Wir verbinden die Qualitätsanalyse des Geschäftsmodells mit der
Stabilität der Bilanz. Uns überzeugen nur Unternehmen mit einer hohen
Kapitalrendite, wobei die Bewertung im Kontext des Wachstums stehen
muss. In vielen Fällen punkten diese Unternehmen mit der Stärke des
wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteils – kurz „Burggraben-Stärke“. Und
dann liefert das Management im besten Fall über lange Zeiträume stabile
Ergebnisse und überzeugt mit einer auf Nachhaltigkeit ausgelegten
Unternehmenskultur.
Die Essenz dieser Anforderungen lässt sich einfach zusammenfassen: Im
Ergebnis investieren wir nur in Unternehmen, die langfristig gewinnen
können – auch, wenn sie heute nicht spektakulär aussehen.
Und genau das ist die Chance für Anleger 2026: Nicht den lautesten
Trends hinterherlaufen – sondern den Firmen, die zuverlässig liefern.
(Modern) Value Investing lebt. Es war nie weg. Es wurde nur überhört.
Die Buffett-Kennzahlen: Wie Privatanleger Qualität erkennen können
Nun hat Warren Buffett ein Imperium gebaut – und trotzdem nutzt er
nur drei zentrale Kennzahlen. Während viele Anleger sich in 18-seitigen
Analysen verlieren, filtert Buffett schnell, klar und kompromisslos.
- Return on Equity (ROE):
Wie gut arbeitet das
Unternehmen mit seinem eigenen Kapital? Alles über 15 Prozent ist ein
Hinweis: Das Geschäftsmodell hat Power.
- Debt-to-Equity (Verschuldungsgrad):
Buffett
meidet Unternehmen, die sich in Wachstum „hineinleihen“. Hohe Schulden
sind ein Killer, wenn die Zinsen steigen. 2026 trifft das manche Firmen
schmerzhaft.
- Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV):
Nicht im Sinne „je
niedriger, desto besser“, sondern im Verhältnis zum Wachstum. Ein KGV
von 30 ist kein Problem, wenn die Firma um 30 Prozent wächst. Der Fehler
vieler Anleger: isoliert auf die Zahl schauen.
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