Zum
Vergleich: In den beiden Vormonaten lagen die durchschnittlichen
Zuflüsse noch bei rund 46 Milliarden Euro pro Monat. Innerhalb kürzester
Zeit brach damit die Nachfrage um fast 80 Prozent ein. Das zeigt einmal
mehr, wie stark geopolitische Ereignisse die Stimmung der Anleger
beeinflussen können.
Sobald Unsicherheit aufkommt, wird Kapital zurückgehalten.
Liquidität erscheint plötzlich attraktiver als Investitionen.
Geldmarktfonds gewinnen Zulauf, während Aktieninvestments vertagt
werden. Gleichzeitig verlieren selbst Anleihen-ETFs und
Edelmetallprodukte an Dynamik, während nur wenige Bereiche wie
Rohstoff-Investments oder Garantieprodukte von der gestiegenen
Unsicherheit profitieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Wer die besten Tage verpasst, sackt langfristig mit der Rendite ab
2. Chancen vs. Risiken: KI ist beides
3. Aktiv investieren heißt dauerhaft investiert bleiben
Diese Reaktion ist menschlich nachvollziehbar. Niemand
investiert gerne in ein Umfeld, das von Schlagzeilen über Krieg,
Ölpreisexplosionen und geopolitischen Spannungen geprägt wird. Genau
hier liegt jedoch eine der größten Fallen für Anleger. Denn die Börse
belohnt langfristig selten diejenigen, die versuchen, den perfekten Ein-
und Ausstiegszeitpunkt zu erwischen. Viel häufiger bestraft sie genau
dieses Verhalten.
Wer die besten Tage verpasst, sackt langfristig mit der Rendite ab
Besonders eindrucksvoll zeigen das zahlreiche Studien zum
sogenannten Market Timing. Beim DAX hätte ein Anleger zwischen 1988 und
2018 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10,4 Prozent erzielt,
wenn er durchgehend investiert geblieben wäre. Wer in diesem Zeitraum
lediglich die zehn besten Handelstage verpasst hätte, wäre nur noch auf
7,2 Prozent pro Jahr gekommen.
Ähnlich sieht das Bild beim MSCI World aus. Während ein
dauerhaft investierter Anleger auf sieben Prozent Rendite pro Jahr kam,
reduzierte sich dieser Wert auf lediglich 4,3 Prozent, wenn die zehn
besten Börsentage fehlten. Beim S&P 500 zeigt sich das gleiche
Muster. Zwischen 2005 und 2024 erzielte ein vollständig investierter
Anleger in US-Dollar gerechnet eine Rendite von 10,4 Prozent pro Jahr.
Wer die zwölf besten Handelstage verpasste, kam nur noch auf 6,1
Prozent.
Diese Zahlen verdeutlichen etwas sehr Wichtiges: Ein
erheblicher Teil der langfristigen Rendite entsteht an wenigen
Handelstagen. Das Problem dabei ist, dass diese Tage fast nie in ruhigen
Marktphasen stattfinden. Im Gegenteil. Die stärksten Kursanstiege
erfolgen häufig direkt nach heftigen Kursverlusten, inmitten von Krisen,
Rezessionen oder geopolitischen Schocks. Genau dann, wenn viele Anleger
bereits verkauft haben oder noch auf bessere Einstiegsgelegenheiten
warten. Wer in solchen Phasen an der Seitenlinie steht, verpasst nicht
nur die Erholung, sondern oft auch einen großen Teil seiner zukünftigen
Rendite.
Natürlich bedeutet das nicht, dass die Risiken im aktuellen
Umfeld ignoriert werden sollten. Die geopolitischen Spannungen bleiben
hoch, die Entwicklung im Nahen Osten ist schwer kalkulierbar und auch
die wirtschaftlichen Auswirkungen steigender Energiepreise sind
keineswegs zu unterschätzen. Gleichzeitig stellt sich weiterhin die
Frage, welche Unternehmen tatsächlich von den enormen Investitionen in
künstliche Intelligenz profitieren werden und bei welchen
Geschäftsmodellen die Erwartungen mittlerweile zu hoch geworden sind.
Hinzu kommen Inflationsrisiken, mögliche Handelskonflikte und die
Diskussion über eine stärkere wirtschaftliche Abschottung vieler
Regionen.
Chancen vs. Risiken: KI ist beides
Doch auf der anderen Seite gibt es ebenso zahlreiche Chancen.
Künstliche Intelligenz wird die Produktivität vieler Unternehmen
nachhaltig erhöhen. Niedrigere Zinsen könnten die Bewertungen
zahlreicher Qualitätsunternehmen unterstützen. Fortschritte bei
möglichen Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine würden
insbesondere Europa wirtschaftlich Rückenwind verleihen. Und eine
schwächere US-Währung verbessert gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit
vieler europäischer Exporteure. Chancen und Risiken stehen sich damit
wie so oft gegenüber. Der Unterschied ist lediglich, dass Risiken in den
Schlagzeilen meist deutlich sichtbarer sind als Chancen.
Aktiv investieren heißt dauerhaft investiert bleiben
Genau deshalb halten wir wenig davon, unsere Strategie an
kurzfristigen Nachrichten auszurichten. Investiert zu bleiben klingt
zunächst langweilig. Tatsächlich ist es aber eine der erfolgreichsten
Strategien überhaupt. Aktiv zu investieren, bedeutet für uns nicht,
ständig die Marktrichtung vorherzusagen. Aktiv bedeutet, gezielt
Unternehmen auszuwählen, die auch in schwierigen Zeiten stabile
Geschäftsmodelle, starke Wettbewerbsvorteile und eine attraktive
Bewertung aufweisen.
Im Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value
finden sich aktuell 25 Unternehmen, die genau diesen Kriterien
entsprechen. Zu den größten Positionen zählen derzeit Diploma PLC, IMCD,
Computacenter, Amazon und Ionos. Im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen
stehen Storebrand, SCOR und Allianz an der Spitze. Gerade
Versicherungsunternehmen zeigen aktuell, warum stabile Geschäftsmodelle
so wertvoll sind. Sie verfügen über belastbare Cashflows, profitieren
von höheren Zinsen und sind gleichzeitig nur begrenzt von den aktuellen
KI-Diskussionen betroffen.
Dass diese Unternehmen heute einen hohen Stellenwert in unseren
Portfolios haben, ist kein Zufall. Es ist vielmehr die direkte
Konsequenz unserer Investmentphilosophie. Qualität schlägt Aktionismus.
Langfristiges Denken schlägt kurzfristige Marktmeinungen. Und genau
deshalb bleiben wir auch in geopolitisch schwierigen Zeiten unserem
Ansatz treu.
Die ETF-Zahlen aus dem März zeigen sehr deutlich, dass viele
Anleger derzeit zögern. Sie warten auf mehr Klarheit. Sie hoffen auf den
perfekten Einstiegszeitpunkt. Die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte
zeigt allerdings, dass dieser Moment meist erst im Rückspiegel erkennbar
wird. Wer auf ihn wartet, zahlt häufig einen hohen Preis.
Unsere Empfehlung bleibt deshalb unverändert: Geduld,
Konsequenz und der Fokus auf qualitativ hochwertige Unternehmen. Und
manchmal gehört dazu auch der Mut, genau dann investiert zu bleiben,
wenn die Unsicherheit besonders groß erscheint. Warren Buffett hat es
einmal treffend formuliert: „Be fearful when others are greedy and
greedy when others are fearful.“ Selten hat dieser Satz besser zur
aktuellen Situation gepasst als heute.
Dies
ist eine Marketing-Anzeige. Bitte lesen Sie den Prospekt des OGAW und
das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Die
Shareholder Value Management AG ist im Rahmen der Anlageberatung gem. § 2
Abs. 2 Nr. 4 WpIG des Fonds ausschließlich auf Rechnung und unter der
Haftung der NFS Netfonds Financial Service GmbH, Heidenkampsweg 73,
20097 Hamburg tätig. Die NFS ist ein Wertpapierinstitut gem. § 2 Abs. 1
WpIG und verfügt über die erforderlichen Erlaubnisse der Bundesanstalt
für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Bei
den dargestellten Szenarien handelt es sich um eine Schätzung der
zukünftigen Wertentwicklung, die auf Erkenntnissen aus der Vergangenheit
über die Wertentwicklung dieser Anlage und/oder den aktuellen
Marktbedingungen beruht und kein exakter Indikator ist. Wie viel Sie
tatsächlich erhalten, hängt davon ab, wie sich der Markt entwickelt und
wie lange Sie die Anlage/das Produkt halten.
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