BNP Paribas: Infrastructure Debt - Für eine bessere Welt nach Corona - Teil 2

BNP Paribas: Infrastructure Debt - Für eine bessere Welt nach Corona - Teil 2

Das Motto „Building back better” wird häufig angeführt, um die Maßnahmen zu umreißen, die die globale wirtschaftliche Erholung ankurbeln und die Gesellschaft wieder in die Normalität zurückführen sollen, sobald die Pandemie endlich unter Kontrolle ist.

21.04.2021 | 07:10 Uhr

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Die Zukunft ist grün

Die Investitionszusagen der öffentlichen Hand legen nahe, dass Infrastrukturprojekte in Zukunft zum Alltag gehören werden. Vor diesem Hintergrund werden insbesondere Sektoren wie erneuerbare Energien und Telekommunikation attraktive Anlagechancen bieten, und damit Sektoren, die sich nicht nur während der Pandemie gut behauptet haben, sondern die auch auf nachhaltige Ziele ausgerichtet sind.

Interessant ist in diesem Zusammenhang außerdem, dass Infrastruktur nicht nur über die Produktion erneuerbarer Energien mit der Energiewende verknüpft ist. Auch der Ausstieg aus konventionellen Energiequellen, zum Beispiel in der Versorgungswirtschaft, kann interessante Optionen für die Infrastrukturfinanzierung eröffnen. Sektoren, die die Digitalisierung mit grüner Energie kombinieren, dürften von einer nachhaltigeren Zukunft profitieren, dies sogar im Transportwesen (wie etwa Ladestationen für Elektrofahrzeuge).

Die Einführung von 5G, inklusive dem Austausch der vorhandenen Technik, zählt ebenfalls zu den wichtigen Infrastrukturinitiativen der kommenden Jahre. 5G soll erwartungsgemäß bis zu 20-mal schneller sein als 4G, wodurch sich die Nutzung vernetzter Geräte (sprich das Internet der Dinge) aller Voraussicht nach enorm ausweiten wird. In der Folge könnten sogenannte Smart Cities (intelligente Städte) entstehen, die Nutzung selbstfahrender Autos würde beschleunigt, der gesamte Verkehrsfluss erleichtert, die Luftqualität verbessert und die Zahl der Unfälle verringert.

Diese Projekte sind für den Übergang zu mehr Nachhaltigkeit von entscheidender Bedeutung. Trotzdem liegt ihre Finanzierung nicht alleine in staatlicher Hand. Um ihre erfolgreiche Umsetzung zu gewährleisten, bedarf es einer erheblichen privaten Kapitalspritze.

ESG auf den Zahn gefühlt

Der Spielraum privat finanzierter umweltbezogener Infrastructure Debt wird enorm sein. Aber die Überwachung, das Management und die Bewertung von ESG-Kriterien, also von ökologischen, sozialen und die Unternehmensführung betreffenden Kriterien, ist nicht einfach.

Wenn bei Investitionen in private Unternehmen auf Nachhaltigkeit Wert gelegt wird, erfordert dies einen etwas anderen Ansatz als beim Aktionärs-Engagement und der Stimmrechtsausübung. Wenn Unternehmen an der Börse notiert sind, haben sie die Pflicht, regelmäßig über alle Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit zu berichten. Demgegenüber sind Informationen an den privaten Märkten nicht immer zugänglich. Zudem erstreckt sich ein Infrastrukturprojekt in der Regel über mehrere Jahrzehnte, und Nachhaltigkeitsfaktoren können Einfluss darauf haben, ob ein Kreditnehmers in der Lage ist, seine Schulden zurückzuzahlen.

Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass ein Kreditgeber die Geschäftstätigkeit des jeweiligen Kreditnehmers einer gründlichen Due-Diligence-Prüfung unterzieht. So kann er etwa den Netto-Umweltbeitrag eines Projekts bewerten, indem er auf die CO2-Emissionen schaut und überprüft, ob es mit dem Pariser Abkommen in Einklang steht.

Letztlich müssen Nachhaltigkeitserwägungen ein zentraler Bestandteil jedes Wertpapierauswahlprozesses sein, um ungeeigneten Investitionen aus dem Weg zu gehen und sicherzustellen, dass ein Projekt so umweltfreundlich ist, wie es vorgibt zu sein.

Chancen für langfristiges, geduldiges Kapital

Infrastructure Debt gehört zu den wenigen Vermögenswerten, die einen langfristig stabilen und sichtbaren Cashflow bieten können und zudem ein attraktives Renditepotenzial und eine deutliche Ausrichtung auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG). Dennoch ist diese Anlageoption möglicherweise nicht für jeden geeignet.

Um von den Vorteilen der Anlageklasse zu profitieren, ist ein langfristiger Anlagehorizont erforderlich. Zudem müssen Anleger in der Lage sein, weniger Liquidität abzuschöpfen als bei anderen Anlageklassen. Aufgrund dieser Einschränkungen eignet sich Infrastructure Debt besonders gut für institutionelle Anleger, Pensionskassen und Versicherer, die üblicherweise mit längerfristigen Anlagehorizonten arbeiten.

Solche Investoren finden zudem die Diversifizierungsmerkmale von Infrastructure Debt attraktiv. Die zugrunde liegenden Vermögenswerte können nicht nur über eine Vielzahl von Sektoren und Branchen, sondern zusätzlich über die Fremdkapitalstruktur diversifiziert werden. So können erstrangige Schuldtitel dank ihrer Illiquiditätsprämie und ihrer geringen erwarteten Verluste attraktive Bewertungen bieten und nachrangige Schuldtitel können eine höhere absolute Rendite erzielen und dabei ebenfalls von der Stabilität der zugrunde liegenden Vermögenswerte und dem damit verbundenen stabilen Cashflow profitieren, dies jedoch mit einer zusätzlichen Fremdkapitalschicht.

Eine Anlageoption mit Zukunftspotenzial

Unser im Jahr 2017 aufgelegtes Angebot im Bereich Infrastructure Debt fokussiert die Finanzierung einer ganzen Bandbreite von Sachwerten in Sektoren wie Transportwesen, sozialer Infrastruktur (Universitäten, Schulen, Krankenhäuser), erneuerbaren Energien (Wind, Solar), konventionellen Energien, Versorgern (Heizung, Gas, Abfall- und Wasseraufbereitung) sowie Telekommunikation. Ein umfassender ESG-Ansatz ist zentraler Bestandteil des Anlageprozesses, der von unserem breit aufgestellten Know-how in Nachhaltigkeitsfragen profitiert.

Die Anlageklasse Infrastructure Debt wird zweifellos weiter Fahrt aufnehmen und immer mehr institutionelle Anleger anziehen. Neue Trends und Sektoren werden entstehen, nicht nur im Zuge des weltweiten Übergangs zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, sondern auch als Antwort auf digitale und technologische Innovationen.

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