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MS INVF Diversified Alpha Plus: Was ist da nur los?

Seit nunmehr zwei Jahren steckt der MS INVF Diversified Alpha Plus in der Performancekrise. Das muss jedoch nicht zwangsweise an der Fähigkeit der Manager liegen. Die Problematik ist eine andere.

30.11.2015 | 08:39 Uhr

Mehr als 6 Mrd. Euro haben Investoren dem „Global-Macro“-Fonds, der nicht nur „Alpha“ sondern sogar „Alpha Plus“ in Aussicht stellt, in der Hoffnung auf stabile „Absolute Returns“ anvertraut. Nach einer sehr guten Startphase – die beiden Manager Cyril Moullé-Berteaux und Sergei Parmenov sind seit August 2011 für die Strategie verantwortlich – und den damit verbundenen signifikanten Mittelzuflüssen, steckt der Fonds aber seit nunmehr zwei Jahren in der Performancekrise. Vor allem YTD (Stichtag: 29.11.2015) ist mit -10,83% eine einzige Enttäuschung. 

Dabei gilt „Global Macro“ als Königsdisziplin unter den Hedgefonds-Strategien und ist eng mit Investorlegenden wie George Soros oder John Paulson verbunden. Laut Wikipedia „versuchen die Manager, makroökonomische Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen und gewinnbringend auszunutzen, z.B. bei der Spekulation für oder gegen eine Währung. GMS (Global Macro Strategien) haben kein einheitliches Risikoprofil. Sie betreiben wirtschaftliche Analysen und beobachten gesellschaftliche und politische Entwicklungen, um dann die Kurse/Währungskurse oder ähnliches vorhersagen zu können. Ihr Erfolg hängt von der korrekten Deutung und Auswertung ökonomischer Faktoren wie der Zinsentwicklung oder Währungsschwankungen ab“.

Nun ist der Blick in den Performance-Rückspiegel selten ein guter Ratgeber für die Fondsselektion  (wenn auch weiterhin ein Bestseller). Im Fall des Diversified Alpha Plus ist es u.U. gar nicht entscheidend sich ein Urteil darüber zu bilden, ob die Manager die Fähigkeit besitzen komplexe Wirkungszusammenhänge besser zu analysieren bzw. zu prognostizieren als der Markt. Vielleicht ja, vielleicht nein. Die Problematik besteht vielmehr darin, wie Trades im Rahmen eines durch das Risikomanagement vorgegebenen Korsetts letztendlich umgesetzt werden können. Und hier stehen dem Management aufgrund des zugedachten Risikoprofils nur relativ wenige Freiräume zu Verfügung. So ist es auch erklärbar, dass obwohl beispielweise das Investmentthema „China Slowdown“ richtig antizipiert wurde, das strikte Drawdown-Management (u.a. Stop-Loss-Marken) dafür verantwortlich war, dass kein spürbarer Performanceeffekt für den Fonds verzeichnet werden konnte. Erinnert sei an dieser Stelle an John Maynard Keynes: “Markets can remain irrational longer than you can remain solvent”. 

Ursprünglich waren Hedgefonds(-Strategien) ausschließlich für „High Networth Individuals“ investierbar, die sich dem Risiko schmerzhafter Verluste wohl auch bewusst waren. Für Hedgefonds ist „Doubling Down“ immer ein gangbarer Weg. Im UCITS-Mantel („Hedgefonds Light“) bzw. bei risikoaverseren Insti- und Retail-Investoren sind derartige Risikoprofile aber kaum vermittelbar. Eine Sackgasse?

Für den MS INVF Diversified Alpha Plus muss all das natürlich nicht bedeuten, dass er auf ewig im Drawdown feststecken wird. Es können auch wieder Jahre mit überzeugender Wertentwicklung folgen. Der Glücksfaktor spielt hier eine nicht unerhebliche Rolle. Aktuell gewinnt man aber den Eindruck, dass die Portfoliopositionierung verstärkt einen nachlaufenden Charakter aufweist. Dies konnte in den letzten Jahren u.a. auch schon bei Edouard Carmignac beobachtet werden.

Disclaimer: Die im Blog zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen sind die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der FondsConsult Research AG oder der €uro Advisor Services GmbH wider.

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