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Ein Plädoyer für Aktives Management

Das Jahr 2014 wird als eines der schlechtesten für Aktives Management in die Finanzgeschichte eingehen. So blieben beispielsweise in den USA zwischen 80% und 90% der Aktienfonds hinter dem S&P 500 zurück. Wasser auf die Mühlen der immer zahlreicher werdenden Anhänger von ETFs. Warum Kosten und Mühen für die Selektion eines Managers auf sich nehmen, wenn es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am Ende doch nicht auszahlt?

16.02.2015 | 13:17 Uhr

Das Jahr 2014 wird als eines der schlechtesten für Aktives Management in die Finanzgeschichte eingehen. So blieben beispielsweise in den USA zwischen 80% und 90% der Aktienfonds hinter dem S&P 500 zurück. Wasser auf die Mühlen der immer zahlreicher werdenden Anhänger von ETFs. Warum Kosten und Mühen für die Selektion eines Managers auf sich nehmen, wenn es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am Ende doch nicht auszahlt. 

Ein bekannter deutscher Value-Manager hat ETFs vor einigen Jahren als die „Kapitulation des Denkens vor der Statistik“ bezeichnet. Wie wahr, verdient man doch als ETF-Investor schon per Definition weniger als der Index. Dabei ist doch völlig unstrittig, dass sich am Aktienmarkt in den letzten 100 Jahren eine Vielzahl von aktiven Investmentstrategien etabliert hat, mit denen Anleger den Markt bis heute kontinuierlich schlagen können. Zu nennen sind hier in erster Linie die Anlagestile „Value“ und „Momentum“. Verfechter dieser Ansätze gehören zu den bekanntesten und erfolgreichsten Investoren der Welt (u.a. Graham, Buffett, Winton, AHL). In der Kapitalmarkttheorie (CAPM) werden „Value“, „Momentum“ oder „Low Volatility“ aber weiterhin als Anomalien bezeichnet. Wenn Investoren aber mit einer solchen Strategie den Markt seit Jahrzehnten kontinuierlich outperformen, muss es sich um eine Anomalie handeln (die mit Sicherheit irgendwann wieder verschwinden wird), da das Marktportfolio ja per Definition das effizienteste Portfolio darstellt? 

Wenn es aber keinen Mangel an erfolgreichen Anlagestilen gibt, warum schneiden dann aktive Manager immer wieder so schlecht ab? Die Antwort darauf kann nur lauten: Weil sich das Gros der Investoren völlig irrational verhält und sich Produktanbieter bzw. Produktmanager diesem fatalen Trend angepasst haben. Denn klar ist auch: Risikoprämien wie „Value“ oder „Momentum“ lassen sich nur langfristig vereinnahmen. Und langfristig heißt nicht fünf, drei oder sogar nur ein Jahr. Sondern deutlich länger. Wer heutzutage aber mit entsprechend realistischen Anlagehorizonten argumentiert, läuft schnell Gefahr sich der Lächerlichkeit preiszugeben („In the long run we are all dead“). Und ja, ein Manager muss auch signifikante aktive Wetten eingehen dürfen. Wie soll er sich sonst von dem oftmals völlig durchgedrehten „Mr. Market“ abheben? Und ja, dafür braucht er Zeit und die Anleger u.U. eine ganze Menge Geduld. 

Weil die Geduld vieler Investoren, widergespiegelt in einer scheinbaren Rastlosigkeit in vielen anderen Lebensbereichen, heute kaum noch vorhanden ist, können und wollen die meisten Manager solche Positionen schlichtweg nicht mehr eingehen. Im Ergebnis führt dies viel zu oft zu einem billigen Abklatsch von „Aktivem Management“. Vor diese Wahl gestellt entscheiden sich hyperaktive und von unzähligen Restriktionen unter Druck gesetzte Anleger dann lieber für Investitionen in den oftmals manisch-depressiven „Mr. Market“. Von Schwarmintelligenz kann hier keine Rede sein. Eine Investition in ein offensichtlich ineffizientes Vehikel wird nicht deswegen effizient, weil sich fast alle Marktteilnehmer ineffizient verhalten und deshalb effiziente Investitionen kaum noch möglich sind. Aus Falsch wird nicht Richtig, nur weil sich die Mehrheit falsch verhält.

P.S.: Und nein, „Smart Beta“ ist aus verschiedensten Gründen keine geeignete Alternative. Hierzu bei anderer Gelegenheit mehr.

Disclaimer: Die im Blog zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen sind die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der FondsConsult Research AG oder der €uro Advisor Services GmbH wider.

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