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Volatilitäts-Trades: Verkauft und explodiert

Wetten auf ausbleibende Volatilitätsanstiege sind eine tickende Zeitbombe – trotzdem wundern sich Anleger immer wieder, wenn sie hoch geht. 

13.02.2018 | 10:47 Uhr

Der „Flash Crash“ vom Montag letzter Woche, der vor allem durch einen massiven Anstieg der Volatilität gekennzeichnet war, fordert seine ersten prominenten Opfer. So wurden gleich mehrere Short Volatility ETNs mit Verlusten von 90% und mehr vom Handel ausgesetzt bzw. im Fall des VelocityShares Daily Inverse VIX Short-Term ETN der Credit Suisse sogar liquidiert. 


Wohl kaum ein anderer Trade im Zeitalter der Liquiditätsschwemme spiegelte die Gleichgültigkeit vieler Marktteilnehmer gegenüber Risiken besser wider als die Mutter aller „Pennies-vor-der-Dampfwalze-aufsammeln“-Strategien. Jetzt hat die Dampfwalze einige Penny-Sammler platt gemacht. Die Frage war nie, ob es zu einem solchen Crash kommt, sondern lediglich wann dies der Fall sein würde.
 Schon vor der Finanzkrise 2008 gab es vergleichbare Short Volatility Produkte -  nach der Pleite von Lehman Brothers gab es sie plötzlich nicht mehr. 

Viel spannender ist ohnehin die Frage, ob sich der Investor eines solchen ETNs vor diesem „Fat Tail“ Risiko schützen und zugleich eine attraktive Rendite vereinnahmen kann.

Ein mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auswegloses Unterfangen, da ein sauberer Hedge nur über eine permanente Long-Volatility-Position (z.B. VIX Calls) mit einem zu hohen negativen Carry (Implizite Volatilität > Realisierte Volatilität) darstellbar wäre.

Auch die alternative Strategie - ein Cross-Hedge mit klassischen Sicheren Häfen wie US-Staatsanleihen oder dem US-Dollar - hat offensichtliche Schwachstellen. Der Montag war dafür das beste Beispiel: weder wurden US-Bonds stärker nachgefragt, noch profitierte der US-Dollar signifikant vom Aktiencrash.

Und wenn am Aktienmarkt Market-Timing als Hedging-Strategie schon nahezu unmöglich ist, dann sind die Erfolgsaussichten im um ein Vielfaches reagibleren Volatilitätsmarkt gleich null. 


Disclaimer: Die im Blog zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen sind die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der FondsConsult Research AG oder der €uro Advisor Services GmbH wider.

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