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Investieren mit Wetterfrosch

Der Fonds ansa - global Q opportunities agiert je nach konjunktureller Großwetterlage offensiver oder defensiver. Trotzdem bleibt dem Management noch genug Gestaltungsspielraum, um auf außergewöhnliche Ereignisse wie die Corona-Pandemie zu reagieren.

21.10.2020 | 10:49 Uhr von «Matthias von Arnim»

Die FondsConsult Investment-Konferenz der €uro Advisor Services GmbH in Berchtesgaden fand diesmal unter außergewöhnlichen äußeren Umständen statt. Die Corona-Pandemie schien Ende des Sommers schon fast überstanden, doch dieses Gefühl war trügerisch. Als die Konferenz in der vergangenen Woche, Mitte Oktober, startete, überschritten schon wieder etliche Städte und Gemeinden die von der Bundesregierung festgelegten kritischen Grenzwerte für Neuinfektionen. Corona war wieder da. Und die Investment-Konferenz tagte mittendrin, quasi im Auge des Orkans. Passend dazu drehten sich die Themen um die Pandemie und ihre Folgen. Zum Auftakt der Konferenz warf Dr. Andreas Sauer, Geschäftsführer der ansa capital management GmbH, in seinem Vortrag „Ökonomie und Märkte – Rückblick und Ausblick im Zeichen der Corona-Krise“ den kühlen Blick des Zahlenmenschen auf die Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie.

Andreas Sauer hat sein Unternehmen ansa capital management GmbH 2014 gegründet. „Ich bin mein Leben lang von Zahlen fasziniert gewesen“, erzählt er. Sauer hat nach eigenen Aussagen in den 80er-Jahren noch mit Lochkarten-Stanzen gearbeitet und aus der Zeitung die Börsenkurse des Vortages in Großrechner übertragen. Diese Erinnerungen wirken wie aus einer anderen Zeit. „In den vergangenen Jahrzehnen hat sich die Art und Weise, wie wir Portfolios verwalten, dramatisch verändert. Es gibt mehr Informationen, und sie werden schneller verarbeitet. Heute haben wir sofort alle Daten. Die Märkte sind sehr effizient. Die Erwartungen an die Zukunft haben sofort einen Preis“, so Sauer. Es sei dadurch nicht leichter geworden, überdurchschnittliche Rendite zu erzielen. Im Gegenteil. „Hunderttausende Investoren haben das gleiche Ziel, nämlich für sich oder ihre Kunden das beste Ergebnis zu erzielen. Wenn viele 12 Prozent machen, gibt es auch manche, die nur 8 Prozent oder weniger machen. Die sind dann unglücklich“, sagt Andreas Sauer.

Um zu den Gewinnern zu gehören, wählen die Marktteilnehmer sehr unterschiedliche Strategien, erklärt Sauer und verweist in dem Zusammenhang auf die Mobilitäts-Theorie von Rudolf Petersen und Karl Otto Schallaböck. Die beiden Wissenschaftler untersuchten, mit welchem Verhalten Autofahrer in einem Stau am besten vorankommen. Ihre Beobachtung: Manche wechseln ständig die Spur oder die Route. Manche bleiben stur auf ihrer Fahrbahn. Manche rasen durch den Wald. Aber die Schleichwege sind in der Regel auch irgendwann zu. Im Ergebnis bleibe die Entwicklung nahezu gleich. „Da alle alles wissen, wird derjenige am erfolgreichsten sein, der die Datenmenge am effektivsten nutzt. Da sind dann kleine Vorteile möglich, aber keine Riesensprünge“, so Sauer.

An dieser Stelle hebt Anreas Sauer die Expertise von ansa hervor: „Informationsverarbeitung ist unser Business. Die Art der Informationsverarbeitung entwickelt sich immer konzertierter in eine Richtung: Alles wird digitalisiert. In Zukunft wird unser komplettes Leben digital erfasst sein. Heute haben wir Smartphones mit Rechnerkapazitäten, die höher sind als bei Rechnern, die vor einigen Jahren noch ganze Keller gefüllt haben. Wir nutzen mit ansa die Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen und nutzen unsere Erkenntnisse, die wir aus der Fülle der Daten gewinnen, für unsere Handelsstrategien“, sagt Andreas Sauer.

Der Fonds ansa - global Q opportunities orientiert sich dabei an einem Modell, das die Konjunkturzyklen der wichtigsten Kapitalmarktregionen in Amerika, Asien und Europa anhand eines Jahreszeiten-Systems bewertet. Im Frühjahr blüht demnach die Konjunktur auf, im Sommer erreicht sie ihren Höhepunkt und im Herbst ihre volle Reife – mit Tendenz zur konjunkturellen Abkühlung. Die Daten, anhand derer ansa seine Bewertung vornimmt, setzen sich aus einer Vielzahl an Indizes zusammen. Von Zins- und Währungsentwicklungen bis hin zu makroökonomischen Indizes. Je nach Einordnung der Daten in den Jahreszeiten-Zyklus wird die Aktienquote des Fonds hoch- oder heruntergefahren. Der Fonds investiert zudem in Anleihen und Rohstoffe. Der 1,4 Milliarden Euro schwere ansa - global Q opportunities setzt so die Erwartungen der Marktteilnehmer an die ökonomischen Wirklichkeiten in konkrete Käufe und Verkäufe um.

Wobei es Ausnahmesituationen gibt, die besonders betrachtet werden müssten, wie zum Beispiel das Frühjahr 2020, sagt Andreas Sauer. „Wir konnten die Auswirkungen der Pandemie Stück für Stück nachverfolgen. Wir befanden uns konjunkturzyklisch im Frühjahr, die Stimmung und die Entwicklungen waren gut. Dann tauchte Corona auf den Monitoren auf. Das hat uns zunächst ökonomisch kaum interessiert, bis die Bilder aus Italien kamen. Da wussten wir, dass die Welt komplett in eine Rezession geht, und zwar bewusst und gewollt. Das das war das erste Mal, dass so etwas vorkam“, erzählt Sauer. Dieses bewusste Handeln der Regierungen sei der Schüssel dazu gewesen, dass die Kapitalmärkte sich vergleichsweise schnell von diesem Schock erholt hätten. Anders als bei anderen Krisen zuvor, gab es keine Systemschwäche. Und so bleibt der Zahlenmensch in ihm auch weiterhin optimistisch.

Was Sauer allerdings misstrauisch macht, sind die Zahlen, die China seit einigen Monaten veröffentlicht. „Wie haben die Chinesen es geschafft, das Problem auf eine überschaubare Provinz zu begrenzen? Und wie kam das Virus zuletzt um die ganze Welt, breitete sich aber in ganz China nicht aus? Das ist eines der vielen Rätsel“, sagt Sauer.

Was ihn nicht wundert, ist die Tatsache, dass die Märkte wenig besorgt agieren trotz der derzeit grassierenden zweiten Corona-Welle. „Nicht die Anzahl der Neu-Infektionen ist entscheidend. Am Ende zählt, wie viele Menschen ernsthaft erkranken. Und dieser Prozentsatz sinkt“, sagt Andreas Sauer. Auch beim Thema Staatsverschuldung blickt der Mathematiker nüchtern auf die Zahlen. Seine Analyse: Es gebe keine Inflationsrisiken trotz der offensiven Geld- und Fiskalpolitik der Notenbanken und Regierungen.

Eine weitere wichtige Erkenntnis: Aktien seien in dem derzeitigen Szenario nicht zu teuer. Anhand einer einfachen Überlegung kann Sauer diese Aussage herleiten: „Reduzieren wir den risikolosen Zins auf null, müssen Aktien teurer werden. Wenn ich mit einem geringeren Zinssatz diskontiere, muss alles teurer werden. So einfach ist das“, sagt Andreas Sauer. Das heißt jedoch nicht, dass sein Fonds jetzt aggressiv in Aktien investiert. „Der ansa - global Q opportunities ist ein eher defensiver Fonds. Wir wollen einen guten Ertrag über lange Zeiträume erzielen. Wir agieren prozyklisch. Aktuell liegt die Aktienquote bei 50 Prozent, Tendenz steigend. Derzeit diagnostizieren wir ein konjunkturelles Frühjahr. Damit wir noch offensiver werden, muss es Sommer werden“, so Sauer. Und so hofft der Experte wie alle im Konferenz-Saal in Berchtesgaden auf baldiges, besseres Wetter.

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