UBS AM: Faktor-Investing als Trend der Finanzbranche

Foto: picture alliance / Klaus Ohlenschläger

Der ETF-Markt hat sich deutlich weiterentwickelt, nicht nur in Bezug auf Größe und Bedeutung, sondern auch in Sachen Angebotsvielfalt. Ein besonders interessanter Bereich: das sogenannte Faktor-Investing.

05.11.2018 | 14:23 Uhr

Kaum eine Klasse von Anlageinstrumenten hat in den vergangenen zehn Jahren solch einen großen Zuspruch bei Investoren erfahren wie ETFs. Der gesamte ETF-Markt ist in Europa von 2007 bis 2017 jährlich um 22,1 Prozent gewachsen. Laut der Beratungsfirma ETFGI belief sich das in europäischen ETFs verwaltete Vermögen vergangenes Jahr auf rund 800 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Weltmarkt gibt es gleichwohl noch viel Potential: global lag dieser Wert 2017 bei rund fünf Billionen Dollar.

In diesem Umfeld zeigt sich auch das vielversprechende Marktpotential von Faktor-Fonds. Weltweit haben faktorbasierte Anlagestrategien in den vergangenen Jahren einen signifikanten Anstieg neuer Assets verzeichnet – der Juli 2018 war der 30. Monat in Folge, in dem die auch unter dem Begriff Smart Beta bekannten Produkte Zuflüsse notierten. Weltweit hat der Smart-Beta-Markt damit nun ein Volumen von rund 660 Milliarden Dollar.

Lohnende Faktoren

Dieser Anstieg und der Erfolg von Faktor-ETFs verwundern nicht. Das Konzept des faktorbasierten Anlegens basiert auf der wissenschaftlich gestützten Erkenntnis, dass Aktien mit bestimmten Merkmalen (Faktoren) langfristig tendenziell besser abschneiden als der breite Markt. Ausschlaggebend für das Investieren in Faktoren war eine wissenschaftliche Arbeit des Nobelpreisträgers Eugene Fama mit Kenneth French, in der er vor 25 Jahren den Einfluss der Aktieneigenschaften „Size“ und „Value“ auf die Marktrendite einer Aktie nachwies. Der Anteil dieser Eigenschaften am Ertrag zählt daher nicht zum Alpha, das den Fähigkeiten des aktiven Fondsmanagers zugerechnet wird.

Da diese Eigenschaften – anders als die reinen Schwankungen des Marktes, das so genannte Beta – über Auswahl und Gewichtung angesteuert werden können, werden Strategien und Fonds, die mit Faktoren operieren, als Smart-Beta bezeichnet. Wesentlicher Vorteil für Anleger dabei ist, dass sie mit der gezielten Ausrichtung auf bestimmte Risikoprämien die Chance auf Renditen über die Marktrendite hinaus haben. Dies ist die so genannte Faktorprämie.

Zu den gängigsten Faktoren zählen Value, Größe, Momentum, Qualität, Aktionärsrendite und (geringe) Volatilität. Diese Faktoren konnten den Markt seit 2001 jährlich um 175 Basispunkte (Aktionärsrendite) bis 570 Basispunkte (Size) übertreffen. Ein ETF, der ein spezifisches Faktorengagement repliziert, ist somit eine einfache, transparente und kosteneffiziente Lösung für Anleger, die Chancen zu nutzen, die Faktoren bieten. Das gilt für klassische Buy-and-Hold-Strategien ebenso wie für kürzere Anlagehorizonte.

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