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Aktienrückkäufe erhöhen den Gewinn pro Aktie. Oder?

Eine Steigerung der EPS sagt rein gar nichts darüber aus, ob das Rückkaufprogramm auch ökonomisch Sinn macht.

21.09.2016 | 10:54 Uhr

Die hohen Kapitalrenditen der letzten Jahre in Verbindung mit einer chronischen Zurückhaltung vieler Unternehmen bei der Investitionstätigkeit führten bekanntlich zu Bergen von „Cash“ auf den Unternehmensbilanzen. Diese wurden vielfach als Dividenden ausgeschüttet oder in ein Aktienrückkaufprogramm investiert. Letzteres wird in Finanzpublikationen in der Regel als durchweg positiv bewertet, führt es doch scheinbar zwangsläufig zu einem Anstieg des Gewinns pro Aktie (da ja die Anzahl der ausstehenden Aktien verringert wird). Aber ist das wirklich der Fall?

Was scheinbar konsequent ignoriert wird ist, dass diese Aktienrückkäufe auch Geld kosten. Die Mittel dafür können entweder über die Aufnahme von Fremdkapital oder eben über Cash bereitgestellt werden. Ob ein „Buyback“ schlussendlich zu einer Steigerung des Gewinns pro Aktie (EPS) führt hängt entweder von den Kosten des Fremdkapitals oder von den Opportunitätskosten des Cash relativ zur „Earnings Yield“ ab. Und genau hier liegt der Hund begraben. Denn aufgrund der extrem niedrigen Zinsen seit der Finanzkrise fallen diese (Opportunitäts-)Kosten quasi nicht mehr ins Gewicht. Dies bedingt, dass Unternehmen, die größtenteils immer noch auf historisch akzeptablen Bewertungen handeln, mehr oder weniger blind Aktien zurückkaufen können und somit ihre EPS steigern.

Und ganz wichtig: Eine Steigerung der EPS sagt rein gar nichts darüber aus, ob das Rückkaufprogramm auch ökonomisch Sinn macht. Denn wenn eine Aktie oberhalb des „Fair Value“ notiert, ist ein Rückkauf für langfristig orientierte Anleger dennoch wertvernichtend. Anders verhält sich die Sache dagegen für den Vorstand, dessen variable Vergütung u.a. auf EPS-Steigerungen basiert.

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