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Investieren abseits der großen Märkte wird attraktiver

Seit einigen Monaten bilden die Aktienmärkte aufstrebender Volkswirtschaften wie Vietnam, Kroatien oder Mongolei eine deutliche relative Stärke aus, die fundamental begründbar ist. Ein Investment in diese Nischenmärkte erscheint attraktiv.

16.07.2021 | 12:15 Uhr von «Gottfried Urban»

Ein Investment in Schwellenländer wird sehr stark mit Asien und insbesondere mit China in Verbindung gebracht. Zweifelsfrei fokussieren sich globale Schwellenländer-Indizes mit über 30 Prozent Gewichtung auf chinesische Aktien. Die vier größten Schwellenländer (China, Korea, Taiwan und Indien) machen zusammen zwei Drittel des Index aus. In kleineren aufstrebenden Staaten und in den sogenannten Frontiermärkten gibt es aber erheblich mehr Ineffizienzen und damit Fehlbewertungen.

So führt der Trend von steigenden Löhnen in China zunehmend zur Verlagerung der Produktion in günstigere Nachbarländer wie Vietnam. Chinas Nachbar gehört zu den Top-Exporteuren von Elektronikartikeln und Textilien in der Welt. Das Land kam sehr gut durch die Coronakrise und wuchs 2020 um etwa drei Prozent. Für 2021 wird ein reales Wachstum von sechs bis sieben Prozent erwartet. Aber Vietnam ist nur ein Beispiel für Investitionen abseits des breiten Marktes.

Trotz der Vorbehalte gegenüber Ländern, die in der westlichen Anlegerwelt so gut wie nicht gewichtet sind, sprechen die wirtschaftlichen Fortschritte dafür, dass auch Anleger ohne spekulative Neigungen diesen Zukunftsmärkten mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen sollten. Gerade dort werden viele Unternehmen von der erwarteten zyklischen Erholung der Weltwirtschaft profitieren können.

Im Schnitt sind die Märkte der zweiten und dritten Reihe um 30 bis 60 Prozent günstiger als der breite Weltaktienindex. Wer sich allerdings abseits der großen Märkte in den sogenannten kleineren Aktienregionen und Frontierstaaten (Länder wie Kasachstan, Kolumbien, Nigeria, Vietnam, Kroatien usw.) bewegt, sollte aktive Fondsmanager auswählen. Das ist zwar etwas teurer, sollte sich aber lohnen. Die wirtschaftliche und finanzielle Lage in diesen Märkten ist so unterschiedlich, dass der Einsatz spezieller Analysefähigkeiten gefordert ist.

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