
Wandelanleihen rücken bei Investoren wieder stärker in den Fokus. Der Grund ist ein Marktumfeld, in dem sich die Eigenschaften der Anlageklasse besonders auszahlen.
06.11.2026 | 08:10 Uhr
Die Schwankungen an den Aktienmärkten sind hoch, die
Entwicklung einzelner Sektoren und Titel läuft zunehmend auseinander, und
Emittenten finanzieren sich über Wandelanleihen günstiger als über Aktien oder
klassische Anleihen. Alken Asset Management sieht darin eine strukturell
überzeugende Ausgangslage.
„Volatilität und Dispersion sind für Wandelanleihen kein Störfaktor, sondern
eine Stärke. Das konvexe Profil erlaubt es, an steigenden Aktienkursen
teilzuhaben und bei Rückschlägen vom Anleihefloor aufgefangen zu werden. Genau
dieses Verhältnis aus Chance und Schutz ist im aktuellen Umfeld gefragt“, sagt
Natalia Bucci, Head of Fixed Income und Portfoliomanagerin bei Alken Asset
Management.
Wachstumsthemen mit eingebautem Puffer
Wandelanleihen eröffnen Zugang zu Wachstumsfeldern wie künstlicher Intelligenz,
Halbleitern und Rechenzentren, ohne dass Anleger das volle Aktienrisiko tragen
müssen. Die Bewertungen der Wandelanleihen sind dabei oft zugänglicher als die
der zugrunde liegenden Aktien, weil der Anleihecharakter einen Teil des
Kursrisikos abfedert. Wer nach der Aktienrally investiert bleiben, aber weniger
Schwankung akzeptieren will, findet hier eine Alternative zur reinen
Aktienallokation.
Die Sensitivität gegenüber dem Aktienkurs, das sogenannte Delta, ist dabei der
wichtigste Renditetreiber. Duration und Kreditspread-Beta spielen eine
nachgeordnete Rolle. Anleger investieren damit vor allem in die Entwicklung der
Emittenten und weniger in die Zinsentwicklung.
Aktiver Primärmarkt, bessere Konditionen
Der Primärmarkt war 2025 so aktiv wie nie zuvor; 2026 verläuft ähnlich. Im
Vergleich zur Nullzinsphase liegen die Kupons heute höher, die Aufgelder auf
den Aktienkurs niedriger. Für Investoren sind die Neuemissionen damit deutlich
attraktiver strukturiert. Für Unternehmen wiederum ist die Wandelanleihe eine
günstigere Finanzierungsform, was ein anhaltend hohes Angebot stützt.
„Die Konditionen im Primärmarkt sind heute besser als in der Zeit, in der
Zinsen bei null lagen. Höhere Kupons und niedrigere Aufgelder verbessern die
Asymmetrie für Anleger. Dass Emittenten über Wandelanleihen günstiger Kapital
aufnehmen, sorgt zugleich dafür, dass das Angebot breit bleibt“, so Bucci.
Ergänzung zu klassischen Anleihen
Für Anleger, die ihre Rentenallokation ergänzen wollen, bieten Wandelanleihen
eine zusätzliche Renditequelle über die laufenden Zinsen hinaus. Gegenüber dem
Hochzinsmarkt ist das Segment anders zusammengesetzt: Es enthält mehr
Technologie-, Gesundheits- und Wachstumsunternehmen und trägt damit zur
Streuung bei. Die Duration liegt typischerweise bei ein bis zwei Jahren. Das
macht Wandelanleihen interessant für Investoren, die ihr Zinsänderungsrisiko
senken wollen, ohne aus Anleihen auszusteigen.
Der Alken Fund – Global Convertible setzt dabei auf Titelauswahl und
Bewertungsdisziplin. Zuletzt litten Wandelanleihen unter schwächeren Aktien,
steigenden Zinsen und einem hohen Volumen an KI-bezogenen Neuemissionen. Das
Portfolio übertraf den Markt dank der Titelauswahl, vor allem im
Technologiesektor. Positiv trugen unter anderem Cloudflare sowie in Europa ASML
und Soitec bei, belastet haben unter anderem Uber und DoorDash.
„Wandelanleihen sind kein Ersatz für Unternehmensanleihen, aber eine sinnvolle
Ergänzung. Die geopolitische Unsicherheit dürfte anhalten. Die Volatilität
eröffnet aber attraktive Einstiegspunkte: Wir nutzen Rückschläge, um bevorzugte
Titel zu besseren Bewertungen aufzustocken, und beteiligen uns selektiv am
Primärmarkt. Titelauswahl und Bewertungsdisziplin sind wichtiger denn je“, sagt
Bucci.
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