Homeoffice Story: Lothar Traub, UBS Asset Management

FundResearch TV dokumentiert im Rahmen der Web-Konferenz „Fonds im Fokus“ den derzeit nicht alltäglichen Alltag von Finanzprofis. Lothar Traub, Sales Director im Wholesale Client Coverage Deutschland bei UBS Asset Management (UBS-AM).

04.06.2020 | 07:30 Uhr

Herr Traub, wie sieht Ihr Tag aus?

Lothar Traub: Mein Tag ist aktuell mit digitalen Terminen verplant. Von dem weiterhin regelmäßigen telefonischen Austausch mit Kunden, sowie internen und externen digitalen Webinaren über Webex, BrightTALK und Skype Professional. Das geht übrigens meiner kompletten Familie so. Auch meine Frau und zwei meiner drei Kinder nutzen derweil Zoom und MS Teams. Mit vier Personen im Haushalt, die online kommunizieren, ist es ein wenig wie im Spiel Reise nach Jerusalem. Doch wir stimmen uns gut ab, so dass jeder von uns konzentriert und ruhig seine Arbeiten erledigen kann. Am Anfang war es eine organisatorische Herausforderung, doch mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Man arbeitet effektiver und muss gleichzeitig aufpassen, dass man einen körperlichen Ausgleich hat. Als aktiver Sportler achte ich darauf und bewege mich in meinen Pausen gezielt. Über die vergangenen elf Wochen hinweg habe ich sechs Kilo abgenommen.

Lothar Traub, UBS-AM

Was hat sich in den vergangenen Wochen für Sie verändert?

Lothar Traub: Die Projekte und natürlich insbesondere die Planung von Veranstaltungen. Als Beispiel ist hier unser dediziertes Event für Finanzprofis, das Investment Colloquium in Berlin, zu nennen. Dieses mussten wir nun auf Ende September verschieben. Zum Glück sind zu diesem neuen Termin alle externen und zum Teil prominenten Redner verfügbar. Gleichzeitig arbeiten wir an einem Plan B. Man kann sich leider nicht sicher sein, wie es weitergeht mit der Pandemie. Ob eine zweite Welle kommt und was das für Konsequenzen hätte. Auf jeden Fall fehlt mir derzeit der Austausch mit den Kunden von Angesicht zu Angesicht.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass Sie Ihre Kunden bald wieder auf Ihren eigenen Veranstaltungen treffen werden?

Lothar Traub: Ich bin realistisch. Bald kommen die Sommerferien. Sollten wir in die konkrete Planung gehen, erreichen wir vielleicht viele Kunden nicht. Und von denen, die wir erreichen, will vielleicht ein Drittel erstmal gar nicht mehr zu größeren Veranstaltungen. Ein Drittel will sich möglicherweise nicht festlegen, und von denen, die zusagen, kommen erfahrungsgemäß auch nicht alle. Diese Planungsunsicherheit ist im Moment nicht angenehm. Deshalb habe ich große Zweifel, dass wir unsere Veranstaltungen vor Ort bis zu den Sommerferien wieder durchführen. Unsere Expertenkonferenz in Stuttgart und München haben wir bereits auf den November verschoben. Unsere Investmentstammtische, die auf engerem Raum stattfinden, wie etwa in Restaurants, müssen wir für dieses Jahr komplett durchdenken.

Stellen Sie nun alles auf Digitalisierung um?

Lothar Traub: Sicher nicht. Wir sind jedoch von UBS bereits vor der Pandemie mit der Möglichkeit des digitalen Arbeitens im Homeoffice ausgerüstet gewesen. Von daher konnten wir schnell umstellen und waren daher wie gewohnt für unsere Kunden erreichbar. Darüber hinaus ist unsere Webseite mit allen relevanten Informationen immer aktuell und dient als One-Stop-Tool. Seit März bieten wir unseren Kunden regelmäßige Webinare zu Produkt- und übergeordneten gesellschaftlichen Themen an – teils in deutscher Sprache oder auch in Englisch. Diese Webinare kommen bei den Kunden gut an und bieten Ihnen, so hoffen wir, einen Mehrwert. Doch der zwischenmenschliche Austausch ist und bleibt einfach unerlässlich. Von daher bin ich froh, wenn ich meinen Kunden bald wieder persönlich begegnen kann.

Welche Themen liegen Ihren Kunden derzeit besonders am Herzen? 

Lothar Traub: Die Kunden sind sehr an der Entwicklung in Asien und speziell China interessiert. Dass ausgerechnet wir hier besonders angesprochen werden, ist sicher kein Zufall. Unsere Spezialisten in Hongkong haben tatsächlich eine Menge zu erzählen. Und unser China-Experte Uwe Röhrig war schon vor Corona ein gefragter Gesprächspartner. Die momentane Situation mit der Pandemie und dem Konflikt in Hongkong schiebt das Thema natürlich jetzt nochmal deutlicher in den Vordergrund. 

Sie haben China in den vergangenen Jahren in der Tat stark fokussiert. Andere Fondsgesellschaften schauen mehr auf den US-Markt. Wie kam es dazu?

Lothar Traub: Es ist ja nicht so, dass wir den US-Markt komplett aus den Augen verloren haben. Aber es stimmt schon, dass wir bereits seit den 90er-Jahren in Hongkong vertreten sind. Das haben wir kontinuierlich ausgebaut. Der chinesische Onshore-Markt ist weltweit der zweitgrößte Aktien-Markt. Das ist ein gigantischer Markt, der immer noch von vielen Anlegern unterschätzt wird. Mit aktivem Fondsmanagement können Sie in den chinesischen Märkten viel für die Anleger erreichen.

Reicht es nicht aus, in passive Instrumente auf chinesische Indizes zu investieren?

Lothar Traub: Gezieltes Stock Picking ist hier das A und O. Mit aktivem Management können Sie die Perlen aus den chinesischen Aktien herausfischen. Das schaffen wir. Gleichzeitig können Sie als international ausgerichteter Anleger hier einen deutlichen Akzent setzen, denn chinesische Aktien sind im MSCI World unterrepräsentiert. Dafür sind wir gerade von Citywire als Bester Asset Manager Aktien China ausgezeichnet worden sowie unser Fondsmanger Bin Shi für seine hervorragende Performance in den China Produkten UBS (Lux) EF China Opportunity (USD) und UBS (Lux) Invm SICAV China A Opp (USD). 

Woher nehmen Sie das Selbstvertrauen, chinesische Indizes mit Ihren Fonds zu schlagen?

Lothar Traub: Unser Research vor Ort ist einfach hervorragend aufgestellt. Unsere Unterlagen, die wir vor der Pandemie erstellt haben, sind immer noch aktuell. Die Trends im Konsumverhalten, Digitalisierung, IT, Healthcare, Urbanisierung, Alterung der Gesellschaft – diese Themen haben sich nicht geändert seit der Pandemie. Als UBS sind wir da tatsächlich auf Augenhöhe mit den großen Asset Managern in Asien. Davon profitieren unsere Kunden jetzt. 

Bekommen Ihre Mitarbeiter in Hongkong von den Unruhen dort etwas mit?

Lothar Traub: Das ist ein schwieriges Thema. Es ist für uns Europäer sehr schwer, die Verhältnisse dort zu verstehen. China ist kompliziert. Einerseits. Andererseits ist es sehr beeindruckend, wenn man sieht, was dieses Land zu leisten imstande ist. Ich war vor zwei Jahren in Shenzen. Da wurde  gerade eingeführt, dass sämtlicheTaxen elektrisch fahren, und dies innerhalb kurzer Zeit. So etwas bekommt derzeit kein anderes Land hin. In diesem Land steckt eine unglaubliche wirtschaftliche Kraft, die man kaum erahnt, wenn man nicht da war. 

Können wir etwas von China lernen?

Lothar Traub: Vielleicht ist es dafür schon zu spät. China verfolgt seinen Weg an die Weltspitze mit einer Konsequenz, die wir als Europäer nur mit Staunen zur Kenntnis nehmen können. Unternehmen wie Tencent, Alibaba oder Huawei ziehen in der Spitzentechnologie und im Onlinehandel mit den USA gleich. Die Chinesen werden auch in Sachen Batteriespeichertechnik führend werden, gar keine Frage. 

Hat China keine Schwächen?

Lothar Traub: Auf der einen Seite können sich viele Menschen kaum noch den immer teurer werdenden Wohnraum in den Städten leisten. Auf der anderen Seite strebt die wachsende Mittelschicht nach Konsum. 

Hohe Immobilienpreise sind ja auch in Deutschland ein Thema. 

Lothar Traub: Sicher. Ich für meinen Teil bin froh, dass wir schon länger in unserem Haus wohnen. Wir haben einen Garten. Das war gerade in der Shutdown-Phase schon angenehm. Und jetzt, da der Sommer wieder heiß zu werden droht und die Urlaubsplanung kompliziert geworden ist, ist das auch ein Segen, insbesondere für unsere Kinder. Wir haben gerade einen Swimmingpool gekauft. Den haben wir vor acht Wochen bestellt. Der kam aus Bologna, Made in China. Mit Vorkasse. Wir hatten Glück, dass er tatsächlich gekommen ist. Mein Bruder hat auch einen bestellt, der wird wohl erst im Herbst kommen. So fühlt sich das eben an, wenn die Globalisierung mal aus dem Gleichgewicht kommt.

Herr Traub, vielen Dank für dieses Gespräch.

Fonds im Fokus - Videokonferenz
Fonds im Fokus - Videokonferenz

Donnerstag, 25.06.2020

UBS: Mit Chinas Wandel wachsen - ein zentraler Baustein in der neuen Anlagewelt

Weshalb der chinesische Aktienmarkt die Corona-Krise besonders gut überstanden hat und welche Chancen sich jetzt im Reich der Mitte ergeben, wird Uwe Röhrig von UBS darlegen. UBS kombiniert im All China Portfolio sowohl inländische A-Aktien als auch in Hong Kong notierte Titel, wodurch die gesamte Bandbreite der chinesischen Wirtschaft abgedeckt werden kann.

Jetzt für die Videokonferenz am 25. Juni anmelden.

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