Homeoffice Story: Dominik Issler, Jupiter Asset Management

FundResearch TV dokumentiert im Rahmen der Web-Konferenz „Fonds im Fokus“ den in diesen Zeiten nicht alltäglichen Alltag von Finanzprofis. Heute: Dominik Issler, Geschäftsführer Deutschland und Österreich bei Jupiter Asset Management.

24.11.2020 | 11:22 Uhr

Herr Issler, wie sieht Ihr Tag aus?

Dominik Issler: Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir Anfang November unsere Büros in Wien und Frankfurt vorübergehend geschlossen. Wir kehren erst im kommenden Jahr wieder ins Office zurück. Jetzt arbeiten wir von zu Hause aus. Die Entscheidung haben wir bewusst gefällt. Wir wollten Planungssicherheit. Man weiß ja nicht, wie es nach dem November-Lockdown weitergeht. Von der Infrastruktur her sind wir zum Glück gut aufgestellt. Das Telefon in meinem Büro wird aufs Handy umgeleitet. Ich kann über drei verschiedene Wege auf unseren Server zuzugreifen, falls ich mit einer Variante ein Problem hätte. Das funktioniert reibungslos. Ein großes Kompliment gilt hier unserem IT-Team.

Was hat sich in den vergangenen Wochen für Sie verändert?

Dominik Issler: Nach dem Lockdown im Frühjahr sind wir ab August wieder voll durchgestartet und haben die Zeit sehr gut genutzt. Als ich Ende Oktober in meinem Büro in Frankfurt meine Sachen zusammengepackt habe, in dem Wissen, dass ich erst im kommenden Jahr zurückkehren werde, war das schon ein komisches Gefühl, aber zumindest haben wir diesmal schon Erfahrungen mit komplett virtuellem Arbeiten. Wir sind in Wien und Frankfurt ein insgesamt siebenköpfiges Team, das jetzt komplett in den Homeoffices ist.

Dominik Isslers Schreibtisch im Homeoffice. Die Familie ist immer dabei.

Was sagen Ihre Londoner Kollegen dazu?

Dominik Issler: Auch in London sind unsere Kollegen aus ihren Büros ausgezogen. Manches ist dadurch sogar leichter. Zu Hause sind sie teilweise besser erreichbar als zuvor. Das gilt insbesondere für die Fondsmanager. Wir nutzen für die interne Kommunikation unter anderem eine Chatfunktion. Da bekommt man jetzt oft sehr viel schneller Antworten auf seine Fragen. Das ist schon praktisch. Gleichzeitig ist die Gefahr hoch, dass Arbeit und Privatleben zunehmend verschmelzen. Das ist durchaus ein Thema im Unternehmen. Unser CEO Andrew Formica hat das in einem internen Posting schon angesprochen. Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Gedanken über irgendwelche Projekte und Aufgaben nachts nicht mit ins Bett nehmen. Das Thema Homeoffice ist sehr präsent dort. Dazu muss man aber auch sagen, dass unsere Kollegen in London die Coronakrise wegen der strengen Maßnahmen in Großbritannien noch viel heftiger erleben als wir hier. Gleichzeitig ist das Modell Homeoffice plötzlich sehr weit etabliert. Das wird auch den Büroimmobilienmarkt verändern. In London auf jeden Fall, aber auch anderswo. Solche Meldungen wie von Novartis, die in Basel ein Drittel der Fläche ihres neuen Bürogebäudes untervermieten wollen, werden sich in nächster Zeit wohl häufen.

Haben Büros mit Fluren, wo man seine Kollegen trifft und auch mal ein paar Takte neben der Arbeit spricht, nicht auch einen ganz eigenen Wert?

Dominik Issler: Natürlich. Eine Diskussion, die nicht geradlinig verläuft, fördert Kreativität. Und der persönliche Kontakt ist wichtig, auch zum Kunden. Neugeschäft ist nur über Online-Konferenzen und Telefonate gar nicht möglich. Es braucht schon menschliche Nähe. Das heißt aber nicht, dass zum Beispiel Finanzinstitute pompöse Gebäude mit tiefen Sesseln, teuren Teppichen und eindrucksvoller Eingangshalle benötigen. Die Kunden sind viel kostensensitiver geworden. Die denken, wenn sie so etwas sehen, im Zweifel auch mal darüber nach, dass dieser Pomp mit der Managementfee bezahlt wurde, die ihre eigene Rendite schmälert. 

Dominik Issler, Geschäftsführer Deutschland und Österreich bei Jupiter Asset Management

Heute müssen Sie mit Inhalten, Leistung und Service überzeugen. Für uns als Vertriebler ist es ja sowieso normal, die meiste Zeit außerhalb unserer Büros zu arbeiten. Ich denke, das ist ein Trend, der jetzt deutlich breiter wird.

Sie meinen, wir werden bald nur noch online Kontakte pflegen?

Dominik Issler: Nein, das glaube ich nicht. Lediglich die Anwesenheitszeiten im Büro werden etwas an Bedeutung verlieren. Ich denke, dass Präsenz-Veranstaltungen weiterhin eine Schlüsselrolle spielen oder sogar zunehmen werden, um den fehlenden persönlichen Kontakt im Büro auszugleichen. Die Menschen wollen ja Kontakt, aber sie wollen ihn dort, wo er einen Unterschied macht. Das erfahren wir auch, wenn wir Veranstaltungen anbieten, wenngleich wir hier durchaus Unterschiede wahrnehmen. Während institutionelle Investoren ihre standardisierten Prozesse auch virtuell gut abbilden, legen Investoren aus dem mittleren und kleineren Segment größeren Wert auf persönliche Begegnungen. Das kommt mir persönlich sehr entgegen, ist in einer Pandemie aber natürlich ein Problem.

Jupiter Asset Management hat vor kurzem die Gesellschaft Merian übernommen. Ausgerechnet während des ersten Lockdowns sollte die Zusammenführung stattfinden. Wie hat sich das angefühlt?

Dominik Issler: Ich komme ja von Merian. Das war schon komisch. Eigentlich sollten Kennenlern-Meetings stattfinden. Das ist natürlich nicht persönlich passiert. Dafür haben wir uns über Zoom getroffen. Und es wurden auch absichtlich Videokonferenzen ohne feste Tagesordnung abgehalten. Zwölf Leute, die sich einfach nur kennenlernen und miteinander reden. Das war zum Teil sehr privat und auch ganz anders, als wenn man sich tatsächlich vor Ort begegnet wäre. Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Und es hat ganz gut funktioniert. Es geht bei der Integration jetzt nur noch um Kleinigkeiten. Wir haben das Alles, glaube ich, wirklich gut hinbekommen. Aber ich freue mich auch darauf, meinen neuen Kollegen bald mal persönlich zu begegnen.

Wird die Marke Merian verschwinden?

Dominik Issler: Ja, das Rebranding wird irgendwann Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein. Die Namen der Fonds ändern sich, nicht aber die Strukturen. Die Fonds behalten ihre eigenständige Charakteristik. Jupiter Asset Management hat Merian ja nicht zuletzt auch wegen der Talente in der Gesellschaft und den einzigartigen Strategien gekauft. Dazu kommt, dass die Vereinheitlichung und Zusammenführung der Fondspalette schon aus organisatorischen Gründen nicht leicht ist. Die Merian-Fonds sind in Dublin aufgelegt, die Jupiter-Fonds in Luxemburg. Man verliert den Track Record, wenn man einen Fonds auflöst und in einen anderen überführt. Das ist unschön. Zudem haben wir erfolgreiche, erfahrene Fondsmanager, die jeweils für nur eine Strategie zuständig sind. Das zeichnet uns aus. Und Jupiter Asset Management will daran auch nichts ändern.

Können Sie ein Beispiel für eine einzigartige Strategie nennen?

Dominik Issler: Der Merian Gold & Silver Fund ist ein gutes Beispiel. Der Fonds kauft Gold und lagert es physisch ein. Jedes Gramm, das im Fondsvermögen aufgeführt wird, ist tatsächlich in einem Tresor vorhanden. Das unterscheidet den Fonds von den meisten Gold-ETFs. Was viele Anleger nicht wissen: Rund achtzig Prozent des Volumens, das in Gold-ETFs steckt, ist nicht physisch durch Barren gedeckt. Sollten einmal viele Anleger gleichzeitig auf die Idee kommen, ihr Gold zu sich nach Hause zu bestellen, bekommen diese ETFs ein echtes Problem. Die zweite Besonderheit unseres Fonds ist, dass wir die Goldpreisentwicklung mithilfe von physischem Silber und Goldaktien hebeln. In der Preisentwicklung sind Goldaktien und Silber quasi Gold auf Steroiden. Das Fondsmanagement handelt hier prozyklisch: Steigt der Goldpreis, wird auch der Anteil von Silber und Aktien im Portfolio erhöht. Der Silberanteil ist dabei auf 30 Prozent gedeckelt, der Aktienanteil auf 50 Prozent. Gold bleibt das Basisinvestment. In defensiven Phasen bleiben Aktien und Silber außen vor. Eine dritte Besonderheit des Fonds ist der günstige Preis. Die Managementfee ist geringer als bei den meisten Gold-ETFs. Nur dann, wenn das Fondsmanagement die Benchmark schlägt, wird ein Aufschlag verlangt.

Herr Issler, vielen Dank für dieses Gespräch. Und bleiben Sie gesund.

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