Homeoffice Story: Alexander van den Berg, Berenberg

FundResearch TV dokumentiert im Rahmen der Web-Konferenz „Fonds im Fokus“ den derzeit nicht alltäglichen Alltag von Finanzprofis. Heute: Alexander van den Berg, Wholesale Asset Management bei Berenberg.

27.05.2020 | 07:30 Uhr

Herr van den Berg, wie sieht Ihr Tag aus?

Alexander van den Berg: Ich arbeite vom Homeoffice aus. Als ich vor einigen Wochen damit angefangen habe, war das für mich im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen, die das schon länger machen, noch neu. Aber ich habe mich eingelebt und auch an die ungewohnte Arbeitsatmosphäre gewöhnt. Ab und zu tanzt meine Tochter im Hintergrund vor dem Laptop, wenn sie per Videokonferenz online ihre Ballettstunden nachholt. Es ist für mich als Vater schon erstaunlich zu sehen, wie selbstverständlich die nächste Generation mit den neuen Medien umgeht.

Alexander van den Berg, Berenberg

Was hat sich in den vergangenen Wochen für Sie verändert?

Alexander van den Berg: Es war ein Crashkurs in Sachen Flexibilität. Als Key Account für Finanzintermediäre bin ich normalerweise montags im Büro und den Rest der Woche viel unterwegs, etwa in Luxemburg oder Süddeutschland. Jetzt läuft das über Webkonferenzen, wodurch doch viel verloren geht. Das persönliche Gespräch ist da einfach was anderes. Mimik und Gestik spielen eine andere Rolle, vieles, was sonst gewissermaßen zwischen den Zeilen passiert, findet nicht mehr statt. Die Kommunikation von Monitor zu Monitor kann das persönliche Gespräch in unserem Beruf dann doch nicht ersetzen. 

Aber es ist jetzt ja auch so, dass die Lockerungen in den einzelnen Bundesländern dafür sorgen, dass vielleicht wieder so etwas wie Normalität zurückkommt.

Ist „Normalität“ eher ein frommer Wunsch, oder entspannt sich die Lage schon?

Alexander van den Berg: Das ist schwer zu sagen. Meine Kunden gehen zum Teil sehr unterschiedlich mit den Entwicklungen derzeit um. Insbesondere aus  Luxembourg und Österreich kommt derzeit sehr viel Nachfrage nach unseren Produkten. In Deutschland stehen im Vergleich dazu noch viele an der Seitenlinie und beobachten skeptisch, ob da noch mal ein zweiter Drawdown kommt. 

Wohin geht denn der Trend bei denen, die wieder investieren?

Alexander van den Berg: Ich beobachte einen Schwenk weg von Value- hin zu Quality Growth-Produkten. Offensichtlich findet da gerade ein Umdenken statt. Außerdem haben wir mit dem Berenberg-1590-Aktien Mittelstand gerade einen Fonds im Sortiment, der enormes Interesse erregt.

Deutscher Mittelstand? Das klingt angesichts der aktuellen Schwäche unserer Wirtschaft und insbesondere der Exportindustrie nicht sexy, oder?

Alexander van den Berg: Der deutsche Mittelstand ist ein echtes Kraftpaket, insbesondere die vielen inhabergeführten Unternehmen, die für einen Großteil des Wohlstands in dieser Republik sorgen. Die Firmen mit weniger als 500 Millionen Euro Umsatz beschäftigen rund 40 Millionen Mitarbeiter. Das ist das Rückgrat der Industrie in diesem Land. Das sehen auch viele Investoren so – Corona-Krise hin oder her. 

Muss man sich Sorgen um dieses Rückgrat machen? Es ist im Moment recht ruhig geworden in Sachen Wirtschaftswachstum.

Alexander van den Berg: Von den deutschen mittelständischen Unternehmen gelten nicht umsonst viele als Hidden Champions. Sie kommen in der aktuellen öffentlichen Diskussion auch deshalb kaum vor, weil hier wenig Wehklagen herrscht. Viele deutsche Firmen sind gesund und kraftvoll ins Jahr gestartet und können die Krise nun besser überstehen als andere internationale Konkurrenten. 

Also jetzt den MDAX kaufen?

Alexander van den Berg: So einfach ist es nicht. Andreas Strobl, der den Fonds managt, betreibt sehr gezielt Stock Picking. Mit der Corona-Krise haben bestimmte Trends, in die wir schon länger investieren, noch mal einen Schub bekommen. Branchen wie Healthcare oder IT etwa kommen jetzt eher ins Portfolio. Überbewertete Aktien, die nur mit dem Bruttoinlandsprodukt wachsen, sowie zyklische Wachstumstreiber vermeiden wir. 

Wem empfehlen Sie den Fonds?

Alexander van den Berg: Der Berenberg-1590-Aktien Mittelstand ist nicht dazu gedacht, als Core-Investment in den Portfolios der Privatanleger zu landen. Er ist aber eine sehr gute Beimischung. Die Zielgruppe sind für uns eher Vermögensverwalter und Family Office-Manager, die ihre Kunden-Depots mit mehr Rendite würzen wollen und dabei Wert auf Qualität legen.

Was sind Ihre Erwartungen an die kommenden Monate?

Alexander van den Berg: Hätten Sie mich das vor einem halben Jahr gefragt, hätte ich vermutlich eine Antwort gegeben, über die wir heute alle lachen oder weinen würden. Deshalb halte ich mich mit Prognosen zurück. Meine Hoffnung ist, dass sich bis zum Sommer das Leben wieder halbwegs normalisiert hat. Im August wird nämlich meine Tochter eingeschult.

Herr van den Berg, vielen Dank für dieses Gespräch.

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