BNP Paribas: Schluss mit den Mythen rund um thematische Anlagen

BNP Paribas: Schluss mit den Mythen rund um thematische Anlagen

Themenfonds boomen! Bereits vor der Pandemie investierten Anleger immer häufiger in Strategien zur Energiewende, zur technologische Transformation oder zur Digitalisierung. Themenfonds scheinen Renditeziele und Nachhaltigkeit in einer einzigen Strategie zu vereinbaren.

23.11.2021 | 07:43 Uhr

So beliebt diese Fonds auch sind, so sehr haben sich Mythen um sie herum gebildet. Das Environmental Strategies Team von BNP Paribas Asset Management schaut hinter die Kulissen.

Mythos 1: Ökologisch orientierte thematische Anlagen drücken die langfristige Performance

Ökologie drückt Rendite – dies ist vermutlich eines der hartnäckigsten Mythen überhaupt. Lesen Sie, wie die Auswahl eines zukunftsfähigen Themas beides möglich machen kann.

Die Bereitschaft, für höhere Renditen ein höheres Risiko einzugehen, wird oft mit thematischen Fonds in Verbindung gebracht, die sich auf Technologieaktien oder disruptive Trends konzentrieren. Um sowohl Alpha zu generieren als auch Risiken zu minimieren, sind technologisches Know-how und Sachkenntnis absolut entscheidend. Es gibt eine Vielzahl von Chancen bei Unternehmen, die ökologische Probleme angehen. Dies schließt junge, disruptive Unternehmen, die bereits in diesem Bereich tätig sind, ebenso ein wie etablierte Unternehmen, die künftig in diesem Bereich Spitzenpositionen einnehmen werden.

Was das höhere Risiko betrifft, so sollte man nicht vergessen, dass viele im Umweltbereich tätige Unternehmen auch an disruptiven Veränderungen beteiligt sind. Ein Beispiel dafür sind Unternehmen, die zur Umstellung der Energieerzeugung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien beitragen, ein weiteres sind Firmen, die innovative Technologien bereitstellen und damit die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, von Grund auf verändern und nachhaltiger gestalten.

Dass innovative Technologien im Umweltbereich attraktive Anlagemöglichkeiten darstellen, ist nichts Neues. So ist etwa das Wachstum im Wind- und Solarenergiesektor ein gutes Beispiel für die Entwicklung aufstrebender Branchen, die erfolgreich und innovativ waren, signifikantes Wachstum erlebt haben und heute etabliert sind.

Andererseits gibt es noch viele Bereiche der Energiewende, die ihr Potenzial noch nicht annähernd ausgeschöpft haben. So sind etwa grüner und blauer Wasserstoff, lange als Kraftstoffe der Zukunft gehandelt, noch nicht weit verbreitet, Batteriespeicher bleiben eine Hürde, wenn es um eine effiziente Speicherung von Strom aus erneuerbaren Quellen geht und viele Sektoren gelten immer noch als schwer zu dekarbonisieren.

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Angesichts der Notwendigkeit, unser Leben in einer Vielzahl von Bereichen grundlegend zu verändern, sollte man sich nicht fragen, ob Umweltfonds langfristig wettbewerbsfähige Renditen erzielen, sondern ob die Opportunitätskosten nicht zu hoch sein könnten, wenn man sich die Chancen entgehen lässt.

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Wie sollen sich Anleger also in Hinsicht auf die Fondauswahl in diesem komplexen und sich schnell verändernden Umfeld ökologischer Chancen orientieren? Im Nachhaltigkeitssektor tätige Unternehmen sind oft hochspezialisiert. Daraus folgt, dass technisches Fachwissen beim Prozess der Aktienauswahl zentral ist. Wesentliche Fragen sind etwa: Welche Technologien werden wahrscheinlich langfristig überleben? Welche werden am stärksten disruptiv wirken? Werden sie sich in großem Maßstab umsetzen lassen? Gibt es Barrieren beim Marktzugang? Welche Technologien werden möglicherweise im Zuge der Weiterentwicklung der Sektoren wieder verdrängt? All dies sind wesentliche Fragen, die es zu berücksichtigen gilt. Wenn man Aktien in diesem Umfeld unter die Lupe nimmt, sollte man insbesondere auf die Risikofaktoren schauen und dazu nicht nur mit dem Management von Unternehmen sprechen, sondern auch mit Lieferanten, Kunden, Ingenieuren usw. Ziel ist es dabei, die dahinter stehenden Technologien wirklich zu verstehen.

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