Natixis IM: Fondsselektoren setzen auf aktives Management

Natixis IM: Fondsselektoren setzen auf aktives Management

Bereits vor der Coronakrise haben sich Fondsselektoren weltweit für 2020 auf steigende Volatilität und geringere Risikobereitschaft eingestellt. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Natixis Investment Managers.

06.04.2020 | 10:32 Uhr

Bereits vor den Corona-Crashes an den globalen Märkten hatten Fondsselektoren weltweit mit einem Anstieg der Volatilität für 2020 gerechnet. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage von Natixis Investment Managers im 4. Quartal 2019. Dabei wurden weltweit mehr als 400 Fondsselektoren bei Banken, Dachfondsmanagern oder Family Offices befragt. 79 Prozent der Befragten erwarteten eine ansteigende Volatilität an den Aktienmärkten, und 72 Prozent an den Rentenmärkten. Als Konsequenz zeigten sich die Fondsselektoren entschlossen, 2020 verstärkt Risiken zu reduzieren. 73 Prozent waren bereit, für einen größeren Schutz gegenüber Abwärtsrisken eine schlechtere Performance hinzunehmen.

Die Umfrage ergab zudem, dass die Fondskäufer vor allem aktiven Managern zutrauen, Nutzen aus der zunehmenden Sektor-Dispersion an den Märkten zu ziehen. Drei Viertel der Fondskäufer (75%) zeigten sich bereit, hierfür höhere Gebühren zu zahlen. In passiven Strategien sahen die Befragten hingegen eine Quelle systemischer Risiken und erhöhter Volatilität, da Wertpapiere mit besserer Wertentwicklung dort eine grössere Gewichtung erhalten.

Matthew Shafer, EVP, Head of Wholesale Distribution, Natixis Investment Managers, sagte: "Professionelle Fondskäufer starteten in Erwartung höherer Marktvolatilität und Risiken in das Jahr 2020. Unklar war, welches Ereignis eine Korrektur auslösen würde und wann genau diese eintreten würde. Die Anleger haben infolge der Corona-Pandemie noch nie dagewesene Marktbedingungen erlebt. Wir sehen jedoch, dass professionelle Fondskäufer allmählich wieder Risiken eingehen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf günstig bewerteten Aktien und alternativen Zinsstrategien.”
Gegenüber ESG-Strategien äußerten sich die Fondsselektoren aufgeschlossen. Auf die Frage nach dem Hauptgrund für die Einbeziehung von ESG-Faktoren in ihre Anlageentscheidungen gaben 22% der Fondskäufer an, somit relevante Risiken minimieren zu wollen. 21% sagten, sie wollten mit Hilfe von ESG hohe risikobereinigte Renditen erzielen und 19% teilten mit, dass durch Nachhaltigkeitskriterien die Diversifizierung verbessert werden sollte.

Private Assets als Diversifikator

Im Rahmen der Diversifikation setzen Fondsselektoren vermehrt auch auf Private Assets. Fast die Hälfte (49%) sagte, dass Private Assets in ihrer Portfoliostrategie künftig eine grössere Rolle spielen werden. Acht von zehn Käufern (82%) zeigten sich überzeugt, dass das anhaltende Niesdrigzinsumfeld eine Verschiebung hin zu Alternatives auslösen wird. Die Jagd nach Rendite erklärt das Interesse an ertragsbezogenen alternativen Anlagen wie Infrastruktur, Immobilien und privaten Schulden. Es ist offensichtlich, dass die Fondsselktoren nach der Volatilität der letzten Wochen Strategien schätzen, die unkorrelierte Renditen erzielen und ein grösseres Potenzial für das Risikomanagement bieten.

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