WisdomTree: Gute Argumente für Nickel

WisdomTree: Gute Argumente für Nickel

Nickel überflügelte in den letzten drei Jahren den Korb der Industriemetalle. Die langfristigen Aussichten für das Metall sind wegen des steigenden Bedarfs durch Elektroautos mit nickelhaltigen Batterien vielversprechend.

26.03.2020 | 07:45 Uhr

Von Mobeen Tahir, Associate Director, Research, Wisdom Tree

Nickel bietet spannende langfristige Aussichten, da sein Einsatz in Batterien für Elektrofahrzeuge die künftige Nachfrage voraussichtlich antreiben wird. Dieser strukturelle Trend immunisierte es jedoch nicht gegen den jüngsten Gegenwind bei Industriemetallen. Industriemetalle sind zyklische Rohstoffe und ihre Performance wird durch das globale Wirtschaftswachstum angetrieben. Der Sektor stand demzufolge aufgrund der Handelskonflikte und in jüngerer Zeit auch aufgrund des Coronavirus unter Druck. Nun möchten wir den Fokus wieder auf die strategische Rolle von Nickel richten. Wir sind uns weiterhin bewusst, dass der aktuelle Sturm auf den Märkten noch nicht vorbei ist, erwarten jedoch ein ruhigeren Seegang, sobald der vorhandene Gegenwind nachlässt.

Analyse der jüngsten Geschichte von Nickel

Nickel übertraf in den letzten 3 Jahren den Korb der Industriemetalle (bestehend aus Kupfer, Zink, Aluminium und Nickel) deutlich (Abbildung 1). Der Sektor stand seit dem Aufkommen von Handelskriegen im Jahr 2018 vor Herausforderungen, sowohl direkt aufgrund von Zöllen als auch indirekt aufgrund einer daraus resultierenden Verlangsamung der globalen Wirtschaftstätigkeit. Auch Nickel hatte in dieser Zeit seinen Anteil an der Preisvolatilität. Das Metall erholte sich insbesondere im Juli 2019 in der Erwartung, dass Indonesien, das ein Viertel des weltweiten Nickelangebots produziert, sein Exportverbot für Nickelerz um zwei Jahre bis Januar 2020 vorverlegen wird. Indonesien gab diese Entscheidung bald danach bekannt. Bedenken hinsichtlich Lieferengpässen trieben den Preis in einem Markt an, der bereits ein Defizit aufwies.1 Das Schicksal war Nickel im letzten Quartal 2019 weniger gewogen, als die Nachfrage nach Edelstahl, auf die derzeit fast zwei Drittel des Metallverbrauchs entfallen, zurückging. Die Dynamik des Nickelmarktes ändert sich jedoch, weshalb wir optimistisch in die Zukunft blicken.  

Nickel 1
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Nickel

Quelle: WisdomTree, Bloomberg. Monatliche Daten vom 01.01.2017 bis 01.03.2020. Der Industriemetallkorb bezieht sich auf den Bloomberg Industrial Metals Subindex. Die historische Wertentwicklung ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, da der Wert jeder Anlage fallen kann.


Effiziente Batterielösungen erfordern einen größeren Nickelanteil     

Dem Metallexperten Wood Makenzie zufolge werden Batterielösungen bis 2040 voraussichtlich mehr als 30 Prozent des gesamten Nickelbedarfs ausmachen, gegenüber heute rund 4 Prozent (Abbildung 2). Dies liegt daran, dass Elektrofahrzeuge bis 2040 voraussichtlich rund 50 Prozent aller Pkw-Verkäufe ausmachen, gegenüber heute rund 8 Prozent. Batterien müssen effizienter werden, um dieses Wachstum zu ermöglichen, und Nickel wird dabei voraussichtlich eine entscheidende Rolle spielen. Laut dem Nickel Institute treiben nickelhaltige Lithium-Ionen-Batterien die Revolution des Elektrofahrzeugs voran, da Nickel in Batterien zu einer höheren Energiedichte und einer größeren Speicherkapazität bei geringeren Kosten beiträgt. Dies ermöglicht Elektroautos sowohl eine größere Reichweite, d. h. die Fähigkeit, längere Strecken ohne Aufladen zu fahren, als auch niedrigere Kosten, was eine breitere Akzeptanz im Markt fördert.

Die Auswirkungen des Nachfragewachstums auf den Preis können nun theoretisch durch einen gleichmäßigen Anstieg des Angebots ausgeglichen werden. Wir glauben jedoch, dass das Angebotswachstum viel langsamer sein wird, da Wood Mackenzie zufolge die durchschnittliche Zeit, in der ein neues Nickelabbauprojekt mit der Produktion des Metalls startet, etwa 9 Jahre beträgt. Bergleute werden höhere Preise anstreben, um für solche Projekte gewonnen zu werden.

Nickel 2
Nickel 2
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Quelle: WisdomTree, Wood Mackenzie. Prognosen (F) von 2019.  Prognosen sind kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, und Anlagen jeglicher Art unterliegen Risiken und Unsicherheiten.

Es ist ungewiss, wie schnell sich der derzeitige Gegenwind bei Industriemetalle auflösen wird. Allerdings ändert sich die Marktdynamik was Nickel angeht. Die langfristigen Aussichten für das Metall, das durch eine Verlagerung des Automobilmarktes hin zu mit nickelhaltigen Batterien betriebenen Elektrofahrzeugen unterstützt wird, sind vielversprechend. Da der Nickelmarkt bereits ein Angebotsdefizit aufweist, erwarten wir, dass die wachsende Nachfrage seinen Preis langfristig stützen wird.

 

Quellenangaben:

1Laut der International Nickel Study Group betrug das Angebotsdefizit von Nickel im Jahr 2018 6,2%, im Jahr 2019 3,2% und im Jahr 2020 voraussichtlich 1,8%, bezogen auf die Nachfrage, basierend auf den zum 31. Oktober 2019 verfügbaren Daten.

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