
Seit dem 22. Mai dieses Jahres befindet sich die US-Notenbank unter der Führung von Kevin Warsh. Allerdings haben wir es hier weniger mit einem einfachen Personalwechsel zu tun, sondern vielmehr mit dem Beginn eines neuen Fed-Regimes.
30.07.2026 | 08:21 Uhr
Die ersten Wochen unter Kevin Warsh zeigten bereits klar einen Kurswechsel des neuen Fed-Chefs auf. Warsh will viele Praktiken der Federal Reserve reformieren und es ist davon auszugehen, dass sich das institutionelle Selbstverständnis der US-amerikanischen Notenbank signifikant verändern wird.
Warsh galt in der Vergangenheit als Skeptiker einer langfristig ultralockeren Geldpolitik und war für seinen Fokus auf Preisstabilität und Marktintegrität bekannt. War das Inflationsziel unter Powell noch flexibler interpretiert, wird davon ausgegangen, dass Warsh der Preisstabilität gegenüber dem Beschäftigungsmandat einen höheren Stellenwert beimisst. Er kritisierte die veraltete Inflationsmodellierung und kündigt eine strengere geldpolitische Ausrichtung an.
Auch der Rückzug aus der klassischen Forward Guidance zählt zu seinen Maßnahmen, da diese in der aktuellen geldpolitischen Lage aus seiner Sicht nicht mehr angemessen sei. Unter Powell war die Fed für die Märkte ein wichtiger „Anker“ und vergleichsweise gut einschätzbar. Unter Warsh könnte sich das deutlich verändern und weniger vorhersehbar werden
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