Das Münchner Ifo-Institut sieht Anzeichen für eine Beruhigung bei der Inflation. Die sogenannten Preiserwartungen der Unternehmen sind im Juni den zweiten Monat in Folge gesunken, aktuell von 30 auf 26,4 Punkte. Das bedeutet den Münchner Wirtschaftsforschern zufolge, dass weniger Unternehmen planen, ihre Preise zu erhöhen.
Sehe man vom Ende des Tankrabatts ab, der sich im Juli bemerkbar machen werde, spreche das dafür, dass die große Welle der Preiserhöhungen durch sei, sagt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Möglicherweise habe man in den Sommermonaten den Höhepunkt der Inflation erreicht.
Preise werden weiter steigen
«Sinkende Energiepreise, zu denen die Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten zusätzlich beigetragen haben, scheinen die Unternehmen zuversichtlicher hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage gemacht zu haben.» Entwarnung gibt er aber nicht. Die Produzenten- und Verbraucherpreise dürften in den kommenden Monaten weiterhin steigen, sagt er. Die Preiserwartungen liegen weiterhin erheblich über dem Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 von 18,3 Punkten.
Die Preiserwartungen beruhen auf einer Befragung des Ifo. Der Index setzt den Anteil der Unternehmen, die die Preise in den kommenden Monaten erhöhen wollen, ins Verhältnis zu den Unternehmen, die ihre Preise senken wollen. Wie stark Preise gesenkt oder erhöht werden, fragt das Ifo nicht ab.
Etwas Entspannung bei Lebensmitteln
Bei den energieintensiven Unternehmen sind die Preiserwartungen deutlich gefallen: Hier ging der Indikator von 41,2 auf 30,2 Punkte zurück. Bei den nicht-energieintensiven Unternehmen hat der Preisdruck schwächer nachgelassen: von 30,3 auf 27,1 Punkte. Auch in den Dienstleistungs- und Handelssektoren sowie im Verarbeitenden Gewerbe sind die Preiserwartungen etwas gesunken.
Auch bei Lebensmitteln gibt es etwas Entspannung: Ihre Hersteller planen deutlich seltener mit steigenden Preisen: Der Indikator fiel von 19,6 Punkten auf 12,7. Der Preisdruck im Lebensmitteleinzelhandel schwächte sich ebenfalls von 55,3 auf 48,5 Punkte ab - ist aber nach wie vor hoch.

























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