"Die Lage in Frankreich spitzt sich zu - haushaltspolitisch und gesellschaftlich", sagte Robert Greil, Chefstratege bei der Privatbank Merck Finck. Seiner Einschätzung nach bergen die aktuellen Proteste nicht nur ökonomische Risiken, sondern verschärfen auch die ohnehin angespannte Haushaltslage. "Für die Finanzmärkte könnte Frankreich damit in den kommenden Monaten zunehmend zum Belastungsfaktor werden", warnte Greil.
Der Risikoaufschlag für französische Staatsanleihen ist seit Ende September tendenziell gestiegen - vor dem Hintergrund von Befürchtungen hinsichtlich der französischen Schuldenlast. Am Markt sind die Anleger besorgt, dass die Regierung in Paris nicht in der Lage sein wird, einen Haushalt zu verabschieden. Hinzu kommen die gewaltsamen Proteste in Frankreich am vergangenen Wochenende gegen die Sparpolitik.
"Die Haushaltsvorstellung und eine großvolumige Ausgabe französischer Staatsanleihen trafen auf ein bereits nervöses Marktumfeld", beschrieb John Petersen, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz die Marktstimmung. Er rechnet aber nicht mit einer Eurokrise wie in den Jahren 2011 und 2012 . Angesichts der verfügbaren geldpolitischen Instrumente der Europäischen Zentralbank sei eine neue Krise unwahrscheinlich.
Zudem steht am Freitag das Ergebnis einer Überprüfung des Länderratings Frankreichs durch die Agentur Moody's an. Am Markt gilt eine Herabstufung des Kreditratings als wahrscheinlich, was die Renditen weiter antreiben könnte.
























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