Der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048, der nach der gestrigen US-Zinserhöhung noch deutlich verloren hatte, erholte sich letztlich um 0,61 Prozent auf 51.778,04 Punkte. Für den zur Wochenmitte ebenfalls schwächelnden marktbreiten S&P 500 US78378X1072 ging es um 1,14 Prozent auf 7.637,76 Punkte hoch. Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 gewann dank erneut starker Halbleitertitel sogar 1,72 Prozent auf 29.442,12 Punkte - er hatte nach dem Zinsentscheid ein minimales Plus ins Ziel gerettet.
Die Anleger mussten erst einmal sacken lassen, dass die US-Notenbank Fed ihre erste Zinserhöhung seit mehr als drei Jahren vorgenommen hat - auch wenn diese keine Überraschung war. In der Nachbetrachtung kam die Entschlossenheit des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, die Inflation zu bekämpfen, aber gut an. Anleger zeigten sich beruhigt davon, dass die Währungshüter weiter unabhängig von der Politik bleiben. "Die Fed verteidigt ihre Glaubwürdigkeit", kommentierte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust.
Bob Edwards von Edwards Asset Management nannte die zunächst negative Kursreaktion auf die Zinserhöhung eine Überreaktion. Diese habe für eine Kaufgelegenheit gesorgt.
Außerdem halfen die weiter nachgebenden Ölpreise, die schon am Mittwoch bis zum Zinsentscheid die Kurse gestützt hatten. Die Anleger setzen nach wie vor darauf, dass eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien zeitnah wieder in Betrieb genommen werden könnte. "Ich würde noch nicht von Entwarnung sprechen", sagte allerdings Anlagestratege Haris Khurshid vom Hedgefonds Karobaar Capital. Der Markt würde damit zwar etwas Kapazität zurückgewinnen. Es gebe aber kaum Puffer für unvorhergesehene Ausfälle.
Experten gehen davon aus, dass nach der US-Zinserhöhung die Gewinnerwartungen an die Unternehmen wieder zum wichtigsten Kurstreiber werden. Die Strategen der Schweizer Großbank UBS glauben nicht, dass die Märkte von der US-Notenbank "aus der Bahn geworfen werden". Mindestens eine weitere Zinserhöhung gelte zwar als wahrscheinlich, doch es sei schon viel eingepreist. Wirtschaftliche Stärke und gute Unternehmensgewinne machten steigende Zinsen leichter verkraftbar.
Gefragt blieben am Donnerstag die Aktien der Halbleiterunternehmen als Profiteure des Trendthemas Künstliche Intelligenz (KI). Arm US0420682058, Intel US4581401001 und AMD US0079031078 belegten mit Kursgewinnen von bis zu 8,6 Prozent vordere Plätze im Nasdaq 100. Die Titel von On Semiconductor US6821891057 berappelten sich mit der freundlichen Branche um 2,6 Prozent. Sie hatten am Mittwoch darunter gelitten, dass das Unternehmen die Anleger auf einem Investorentag nicht mit seiner langfristigen Wachstumsstrategie überzeugen konnte. Beim Branchenriesen Nvidia US67066G1040 stand am Ende ein Kursplus von 2,5 Prozent zu Buche.
Bei Generac US3687361044 konnten sich die Anleger über einen Kurssprung von rund 18 Prozent freuen, nachdem die Aktien zuletzt auf ein Tief seit Februar abgerutscht waren. Der Energietechnologie-Spezialist liefert dem Onlinehandels- und Technologieriesen Amazon US0231351067 Generatoren für dessen Rechenzentren im Wert von 8 Milliarden US-Dollar. Vorgesehen ist auch eine Option auf eine Beteiligung von Amazon an Generac. Die Amazon-Titel stiegen um 2,1 Prozent./gl/nas
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
























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