Die USA und der Iran haben sich in der zweiten Nacht in Folge gegenseitig beschossen - womit sich der Konflikt trotz der seit zwei Monaten geltenden Waffenruhe gefährlich hochschaukelt. Irans Militär reagierte auf neue US-Angriffe nach eigenen Angaben mit einer kompletten Sperrung der Straße von Hormus sowie mit Gegenattacken auf Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait.
Laut dem Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners glaubt aber kaum jemand an eine langfristige erneute Eskalation. "Alle gehen davon aus, dass sich Donald Trump während der heute beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft als Friedenspräsident inszenieren will", kommentierte der Experte am Morgen.
Wegen der Folgen des Iran-Kriegs gehen Experten fest davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins am Nachmittag um 0,25 Prozentpunkte anhebt. Auch eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr gilt bereits als weitgehend eingepreist. Der Anlegerfokus werde darauf liegen, welche Signale hinsichtlich künftiger Schritte gegeben werden, bemerkte Ökonom Arnaud Mares von der Citigroup.
Unter den Einzelwerten stehen die Aktien von SAP DE0007164600 nach Quartalszahlen des Konkurrenten Oracle US68389X1054 im Fokus. Mit einem Kursabschlag von 4,3 Prozent waren sie erneut schwächster Dax-Wert und weiteten ihre Verlustserie seit dem Zwischenhoch von Anfang Juni auf gut 17 Prozent aus.
Der US-Software- und Datencenter-Konzern Oracle steigerte im vierten Geschäftsquartal den Umsatz mit Cloud-Infrastruktur - das sind vor allem KI-Rechenzentren - um 93 Prozent. Experten bemängelten aber hohe Kosten für Rechenzentren und entsprechend starke Geldabflüsse. Bedeutend für Firmensoftware-Anbieter wie SAP sei, dass sich das Erlöswachstum der Amerikaner im Cloud-Softwarebereich (SaaS) verlangsamt habe, sagte ein Händler.
Der Aktienkurs des Modehändlers Hugo Boss DE000A1PHFF7 verteuerte sich an der MDax-Spitze um 8,9 Prozent auf 39,70 Euro und liegt damit über der Offerte des Großaktionärs Frasers Group GB00B1QH8P22. Frasers bietet im Rahmen eines Übernahmeangebots 38 Euro je Boss-Aktie. Zuletzt kamen die Briten auf einen direkten Anteil von gut 26 Prozent. Analysten bezeichneten das Gebot in ersten Reaktionen als nicht besonders attraktiv.
Die Papiere von Kontron AT0000A0E9W5 sprangen aufgrund von Übernahmeaussichten um 5,4 Prozent auf 23,60 Euro hoch. Der Großaktionär Ennoconn hat bei dem Hightech-Unternehmen die 30-Prozent-Schwelle überschritten und will den restlichen Aktionären nun ein Pflichtangebot zur Übernahme machen. Der Angebotspreis soll bei 23,50 Euro je Aktie liegen.
Die US-Investmentbank Goldman Sachs stufte die Aktien der Porsche AG DE000PAG9113 von "Neutral" auf "Buy" hoch und erhöhte das Kursziel von 39 auf 59 Euro. Struktureller Gegenwind für den Sportwagenbauer bleibe zwar die Realität, sei aber in den massiv gesunkenen Erwartungen inzwischen angekommen, schrieb Analyst Christian Frenes. Bis 2030 rechnet er mit einem durchschnittlichen jährlichen Gewinnanstieg von 30 Prozent. Die Aktien der Porsche AG stiegen um 2,7 Prozent.
Die Anteilsscheine von Renk DE000RENK730 und Patrizia DE000PAT1AG3 bewegen sich klar im Minus, weil sie mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
























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