PartnerLOUNGE: Ohne erneuerbare Energien geht es nicht

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Mit dem Earth Sustainable Resources Fund besteht die Möglichkeit in Produzenten zu investieren, die nicht nur Rohstoffe für eine Energiewende nachhaltig fördern, sondern auch zur Energiesicherung beitragen. Lesen Sie mehr im Beitrag vom Dr. Joachim Berlenbach

16.05.2022 | 07:20 Uhr

Überblick

Putins Krieg gegen die Ukraine ist ein Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise gefolgt, der eine völlige Neuorientierung der globalen Energiewirtschaft zur Folge haben wird. Um die Abhängigkeit Europas, und vor allem Deutschlands, von Russlands Gas zu reduzieren, bedarf es z.B. enormer Anstrengungen und Investitionen in den erneuerbaren Energiesektor. Häfen für amerikanische und katarische LNG[1]-Schiffe müssen schleunigst gebaut werden. Windturbinen und Solarzellen werden jetzt nicht mehr nur für eine CO2-arme Zukunft benötigt, sie müssen vielmehr beschleunigt gebaut werden, um in Europa den Ausfall russischen Gases durch neue Energiequellen zu ersetzen. Energiesicherung wird die Strategien zur Energiewende ersetzen.

Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, die Ukrainekrise könnte sogar etwas Positives darstellen, da sie die Energiewende beschleunigen könnte und damit helfen eine Klimakatastrophe zu vermeiden. Doch steht die Energiesicherung vor einem riesigen Problem: Die dringend benötigten erneuerbaren Energien werden eine noch nie dagewesene Menge an critical raw materials benötigen, von denen es noch gar nicht abzusehen ist, wie sie gefördert werden sollen. Die Lieferung von Kupfer, Nickel, Kobalt, Lithium, Stahl usw. werden Engpässe erfahren, die die Rohstoffpreise hochschnellen lassen werden. Die Inflation wird steigen. Es kann sogar von einem neuen Megatrendder Energie- und Rohstoffsicherung ausgegangen werden, in den gigantische Investitionen fliessen müssen. Der Earth Sustainable Resources Fund ist hierzu ideal positioniert, da er in Firmen investiert, die solche Rohstoffe nachweislich nachhaltig fördern. Über den Beobachtungszeitraum konnte der Fonds eine positive Performance von + 13,26% (I-Klasse) erzielen.

Energiesicherung statt Energiewende

Gabor Steingart kommentierte jüngst in seinem „Morning Brief“: „Mit großer Entschlossenheit hat die Öffentlichkeit ihre Angstökonomie verändert: Die Furcht vor der


[1] LNG = Liquid natural gas (Flüssiggas)

Klimakatastrophe wurde durch die Kriegsangst ersetzt, statt in Grad Celsius wird nun in Panzerdivisionen gerechnet, die neue Greta Thunberg heißt Wolodymyr Selenskyj.“ Der Ukrainekrieg hat das Sicherheitsdenken in der westlichen Welt radikal geändert. Doch der Ukrainekrieg gefährdet auch Europas Energiesicherung. Viele Beobachter realisieren, dass es in Deutschlands Haushalten im nächsten Winter kalt wird, sollte der Gashahn aus Russland gesperrt werden (siehe auch Diskussion im Quartalsbericht des Earth Exploration Fund UI). Angesichts der fehlenden Rohstoffe aus Russland, scheint die Sorge um die Energiesicherung sogar den Wunsch nach einer Energiewende zu verdrängen.

Die jüngste Ankündigung von US-Präsident Biden, den Defense Production Act ("DPA") in Kraft zu setzen, ist kennzeichnend für die schwierige Situation. Während in Europa Minenunternehmen immer noch mit dem Siegel der „sin stocks“ belegt werden, haben die USA und andere Länder längst erkannt, dass die Zukunft der Energiewende undnun auch der Energiesicherung nicht ohne eine riesige Anstrengung bei der Mehrproduktion von Industriemetallen durchzuführen ist. Das DPA ist eine aggressive Maßnahme zur Steigerung der US-Produktion von Metallen wie Kupfer, Kobalt, Nickel, Lithium, Mangan und Grafit. Das Gesetz besteht noch aus der Zeit des Kalten Krieges, das dem Präsidenten Zugang zu Finanzmitteln und anderen erweiterten Befugnissen gibt, um die amerikanische industrielle Basis zu stärken und sicherzustellen, dass der private Sektor über die notwendigen Ressourcen verfügt, um die nationale Sicherheit zu verteidigen und Notfälle zu bewältigen. In anderen Worten, es wird in Zeiten eingesetzt, in welcher die nationale Sicherheit gefährdet ist. Dies ist weit entfernt von der Einstellung europäischer Investoren, die Minenaktien z.T. immer noch als „nicht investierbar“ einstufen. Doch mit Putin’s Invasion der Ukraine müssen auch europäische Investoren beginnen die Notwendigkeit für die Produktion von „critical raw materials“ zu erkennen. Mit dem Earth Sustainable Resources Fund haben Investoren die Möglichkeit in Produzenten zu investieren, die nicht nur Rohstoffe für eine Energiewende nachhaltig fördern, sondern auch zur Energiesicherung beitragen.

Ohne erneuerbare Energien geht es nicht – aber wer finanziert das?

Die erneute Fokussierung auf die Energiesicherung, zusätzlich zur bereits starken Dekarbonisierungsdynamik, hat letzten Monat zur Gründung der REPowerEU[1] geführt, einer gemeinsamen europäischen Strategie, die darauf abzielt, deutlich vor 2030 von russischen fossilen Brennstoffen unabhängig zu werden. Der EU-Plan sieht nicht nur eine Diversifizierung der Gasversorgung vor, sondern auch den Einsatz erheblicher Mengen an erneuerbaren Ressourcen, um die Abhängigkeit von russischem Erdgas, Erdöl und Kohle zu verringern. Man hofft, dass dies die Energiewende beschleunigt, jedoch ist dies keine leichte Aufgabe in einer Welt, die mit Engpässen in der Versorgungskette, einer steigenden Kosteninflation und hohen Preisen für konventionelle Energien konfrontiert ist, die die


[1]https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_22_1511

Gewinnspannen für neue Projekte unter Druck setzen. Dies reflektiert sich auch in der negativen Entwicklung der Aktienpreise in der zweiten Jahreshälfte 2021 (Grafik 1). Wie immer stellt sich auch die Frage, wer für die beschleunigte Energiewende bezahlen soll. Sicherlich zahlen die Verbraucher in Europa bereits viel höhere Strompreise, nicht nur für Strom aus konventionellen Quellen, sondern auch für erneuerbare Energien, da sich die Kosteninflation in höheren Strompreisen niederschlägt (Grafik 2). Im Fonds wurde die Gewichtung im Sektor der erneuerbaren Energien im 1. Quartal 2022 etwas reduziert, da Probleme der Lieferengpässe und fehlende Investitionen gelöst werden müssen, um diesem Sektor neuen Anschub zu geben. Der Fonds bleibt dabei weiterhin hauptsächlich in unabhängige Stromerzeuger aus erneuerbaren Energien investiert, da wir längerfristig von einem beschleunigten, politisch, unterstütztem Wachstum im Sektor der erneuerbaren Energien ausgehen.

Grafik 1: Produzenten von Windturbinen sind besonders anfällig für Lieferkettenengpässe. Dies reflektierte sich auch in fallenden Aktienpreisen in der zweiten Jahreshälfte 2021

202203 - ESU - QB Grafik 1

Quelle: Global Wind Energy Council, US Department of Energy, Bloomberg, FT

Grafik 2: Die durchschnittlichen Strompreise in Europa (EUR/MWh) steigen3

202203 - ESU - QB Grafik 2

Quelle: Bloomberg, Refinitiv, NBF

3 Korb enthält Deutschland, Frankreich, Spanien

Innovation im Earth Sustainable Resources Fund

Der im Oktober 2021 veröffentlichte UNEP-Bericht über die Emissionslücke zeigt, dass die aktualisierten nationalen Pläne einzelner Länder, in denen die Anstrengungen zur Reduzierung ihrer Emissionen festgelegt sind, die für 2030 prognostizierten Emissionen lediglich um 7,5 % verringern werden, während 55 % erforderlich sind, um das Pariser Ziel von 1,5°C zu erreichen. Das bedeutet, dass die Welt ihre Emissionen in den nächsten acht Jahren jedes Jahr um 7,5 % reduzieren müsste, um das 1,5°C-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen! Um die Dinge ins rechte Licht zu rücken: In einem Nature-Artikel vom Januar 2021 wurde geschätzt, dass die Emissionen im Jahr 2020, dem Jahr der Covid-Pandemie, um 6,4 % gesunken sind. Theoretisch bräuchten wir einen Lockdown mit entsprechenden Reisebeschränkungen für die nächsten 8 Jahre, um die Klimaziele zu erreichen.

Am 4. April 2022 veröffentlichte das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) seinen Beitrag der Arbeitsgruppe III (WG III) zum sechsten Bewertungsbericht. Der letzte Bericht wird für September 2022 erwartet und stellt eine Synthese der 6 zuvor veröffentlichten Berichte dar. Der Bericht der Arbeitsgruppe III wurde von 238 Wissenschaftlern verfasst und befasst sich mit dem Klimawandel und der Bewertung von Methoden zur Verringerung und Entfernung von Emissionen aus der Atmosphäre. Er unterstreicht die Notwendigkeit eines Ausbaus der Wind- und Solarenergie, die jedoch noch nicht ausgereift ist. Die National Academy of Sciences and Engineering der Arizona State University stellte fest, dass „der Bau von Solar- und Windkraftanlagen etwa das Zehnfache der Gesamttonnage gängiger Materialien - Beton, Stahl, Glas usw. - erfordert, um die gleiche Energiemenge zu liefern wie der Bau eines mit Erdgas oder anderen Kohlenwasserstoffen betriebenen Kraftwerks". Der Bericht der Arbeitsgruppe III hob jedoch hervor, dass der Bergbau "das Potenzial hat, durch verfügbare Technologien zur Emissionsminderung (z. B. Materialeffizienz, Kreislaufwirtschaft) dekarbonisiert zu werden".

Aus diesen Berichten und jüngsten Veröffentlichungen geht hervor, dass dringend innovative Lösungen für diese Krise benötigt werden. Der Earth Sustainable Resources Fund hat sich vor kurzem in Energy Vault eingekauft, eine innovative Energie- und Speicherquelle, die Schwerkraft und potenzielle Energie durch das Absenken von Blöcken nutzt (Grafik 2). Die maßgefertigten Verbundstoffblöcke könnten im nächsten Schritt auch aus Material aus Absatzteichen oder aus Glasfasern aus stillgelegten Windturbinenflügeln hergestellt werden, was einen weiteren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft darstellen würde. Das Unternehmen arbeitet bereits mit der Bergbauindustrie zusammen und hat Ende letzten Jahres ein strategisches Abkommen mit BHP, einem großen globalen Rohstoffunternehmen, bekannt gegeben, das die Dekarbonisierung seiner Betriebe durch den Einsatz der Energiespeichertechnologie von Energy Vault vorsieht.

Abbildung 2: Energy Vault's schwerkraft-basierte Energiespeichertechnologie (Fotomontage). In den sichtbaren Gittern befinden sich Verbundstoffblöcke, die während des Tages durch Wind- oder Solarenergie hochgezogen werden und nachts wieder „fallen gelassen“ werden, um damit potentielle in kinetische Energie umzuwandeln. Diese Technik – wenn erfolgreich – hätte z.B. einen grossen Einfluss auf die Energiezulieferung von Minen, die abseits von Energienetzen gebaut werden und auf umweltfeindliche Dieselgeneratoren angewiesen sind.

202203 - ESU - QB Grafik 3

Portfolio

Der Anteil an Industriemetallproduzenten (einschließlich Platin, Palladium und Silber) wurde von 51% auf 57% erhöht und der Anteil an erneuerbaren Energien fiel von 25% auf 21%. Der Goldanteil betrug zum Ende des Beobachtungszeitraum 17% (31. Dezember: 21%). Ivanhoe Mines blieb weiterhin die Top Position im Portfolio. Die Positionen in Silber- und Buntmetallproduzenten wurden erhöht. Das Portfolio hatte nur ein Exposure zu russischer Produktion (Polymetal). Die Position wurde sofort nach dem Überfall auf die Ukraine verkauft. Wie oben berichtet wurde eine Position in Energy Vault aufgebaut.

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2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU, insbesondere also mit Abgabe eines Pauschalangebots zum Rückkauf oder zur Rücknahme sämtlicher entsprechender Anteile, die von Anlegern in dem entsprechenden Mitgliedstaat gehalten werden, aufzuheben.“

Zusatz Sustainalytics original: “Part of this publication may contain Sustainalytics proprietary information that may not be reproduced, used, disseminated, modified nor published in any manner without the express written consent of Sustainalytics. Nothing contained in this publication shall be construed as to make a representation or warranty, express or implied, regarding the advisability to invest in or include companies in investable universes and/or portfolios. The information is provided “as is” and, therefore Sustainalytics assumes no responsibility for errors or omissions. Sustainalytics cannot be held liable for damage arising from the use of this publication or information contained herein in any manner whatsoever.” Übersetzt auf Deutsch: Ein Teil dieser Publikation kann urheberrechtlich geschützte Informationen von Sustainalytics enthalten, die ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung von Sustainalytics weder vervielfältigt, verwendet, verbreitet, verändert noch in irgendeiner Weise veröffentlicht werden dürfen. Nichts in dieser Publikation darf so ausgelegt werden, dass es eine ausdrückliche oder stillschweigende Zusicherung oder Garantie bezüglich der Ratsamkeit von Investitionen in oder der Aufnahme von Unternehmen in anlagefähige Universen und/oder Portfolios darstellt. Die Informationen werden ohne Mängelgewähr zur Verfügung gestellt und Sustainalytics übernimmt daher keine Verantwortung für Fehler oder Auslassungen. Sustainalytics kann für Schäden, die aus der Verwendung dieser Publikation oder der darin enthaltenen Informationen in irgendeiner Weise entstehen, nicht haftbar gemacht werden.

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