Moventum: Deutschland konjunkturell „unter Druck“

Michael Jensen, Head of Asset Management, Managing Director, Moventum AM

Die deutschen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe fielen im Februar auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren. Lediglich die Erholung des Dienstleistungssektors erwies sich als Hoffnungsschimmer.

27.02.2019 | 13:33 Uhr

In der vergangenen Woche stand die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der US-Notenbank im Fokus der Anleger. In der Januar-Sitzung wurde deutlich, dass sich die FOMC-Mitglieder mehr Zeit für die Beurteilung der ökonomischen Daten nehmen wollen, bevor über den nächsten Zinsschritt entschieden wird. Die Geldpolitiker präsentierten sich uneinig über die Notwendigkeit für eine weitere Erhöhung der Fed-Funds-Rate. Bezüglich der Zentralbankbilanz hielt man es für sinnvoll, zeitnah einen Plan über die weitere Geschwindigkeit des Abbaus der Bilanzsumme vorzustellen.

In der Eurozone stand auch die Veröffentlichung der vorläufigen PMIs auf der Tagesordnung. Nach vier aufeinanderfolgenden Rückgängen zog der Composite PMI im Februar leicht an. Dieses Niveau steht nach wie vor im Einklang mit einem geringen Wachstum für das erste Quartal 2019. Mit Blick auf die deutschen Einkaufsmanagerindizes gab das verarbeitende Gewerbe im Februar auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren nach. Lediglich die Erholung des Dienstleistungssektors erwies sich als Hoffnungsschimmer. Auch die ZEW-Umfrage im Februar ließ auf eine weiterhin gedämpfte Konjunkturdynamik in Deutschland schließen. Bezüglich der Lagebeurteilung zeigten sich die befragten Finanzmarktexperten unverändert skeptisch. Positiv zeigten sich aber die Konjunkturerwartungen. Bestätigt wurde das skeptische Stimmungsbild vom ifo-Geschäftsklima im Februar. Der Hauptindex verschlechterte sich zum sechsten Mal in Folge und notiert nun auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2014. Die Geschäftserwartungen rutschten gar auf ein Niveau, das zuletzt während der europäischen Staatsschuldenkrise im Dezember 2012 erreicht worden war.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent verteuerte sich im Vergleich zur Vorwoche moderat und notiert im Bereich von 67,13 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar konnte seine Stärke der vergangenen Wochen nicht ausbauen und notiert gegenüber dem Euro nun 0,67 Prozent schwächer. Auch der japanische Yen wertete mit 0,85 Prozent im Vergleich zum Euro spürbar ab.

In der vergangenen Handelswoche verzeichneten weitestgehend alle Aktienmärkte eine positive Wertentwicklung. Das größte Plus verbuchte hierbei der japanische Aktienmarkt, gefolgt von europäischen Titeln. Der US-amerikanische Aktienmarkt büßte minimal ein. Innerhalb Europas verzeichnete die Eurozone aus relativer Perspektive eine Outperformance. Die Emerging Markets konnten im Gegensatz zur Vorwoche die Entwicklung der Industrienationen überflügeln. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten sich die Sektoren Kommunikations-Dienstleistungen, zyklischer Konsum und Grundstoffe am besten. Schwäche zeigten dagegen die Bereiche Öl & Gas, Gesundheit sowie Finanzen. In den USA zeigten die Sektoren Versorger, Grundstoffe und IT eine Outperformance, während die Segmente Finanzen, Gesundheit und Energie zu den größten Verlierern gehörten. In den USA, als auch in Europa entwickelten sich Nebenwerte besser als Large Caps. Hinsichtlich der Investmentstile „Value“ und „Growth“ entwickelten sich in den USA „Value“-Titel besser, während sich „Growth“-Titel in Europa durchsetzten.

Im Rentenbereich konnten lediglich Anleihen mit kurzer Duration keine positive Wertentwicklung aufweisen. Überzeugen konnten hingegen wieder einmal die Hochzinsanleihen. Eine Wertsteigerung verbuchten auch die Unternehmensanleihen mit IG-Rating sowie die Euro-Staatsanleihen.

Der vollständige Marktrückblick zum Download.

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