Moventum: Eurozone: Der Einzelhandel überrascht positiv

Moventum: Eurozone: Der Einzelhandel überrascht positiv

In der Eurozone konnten die Einzelhandelsumsätze im Oktober gegenüber dem Vormonat überraschend stark zulegen. Im September war noch ein Rückgang verzeichnet worden.

10.12.2020 | 08:34 Uhr

Ein Kommentar von Michael Jensen, Head of Asset Management und Managing Director bei Moventum Asset Management S.A.

In den USA standen die Arbeitsmarktdaten im Fokus der Marktteilnehmer. Im November wurden nur 245.000 neue Stellen geschaffen. Dies lag deutlich unter den Konsenserwartungen und unter dem Wert des Vormonates (+ 610.000 Stellen). Die Arbeitslosenquote ging leicht auf 6,7 Prozent zurück. Außerdem wurden die vielbeachteten ISM-Indizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor veröffentlicht.

Beide Indizes gaben jeweils stärker als erwartet nach. Der Index für das verarbeitende Gewerbe fiel von 59,3 auf 57,5 Prozent, der für den Dienstleistungssektor von 56,6 auf 55,9 Prozent. In der Eurozone konnten die Einzelhandelsumsätze im Oktober gegenüber dem Vormonat überraschend stark um 1,5 Prozent zulegen. Im September war noch ein Rückgang von 1,7 Prozent verzeichnet worden. In Deutschland konnte der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe im Oktober um 2,9 Prozent gegenüber dem Vormonat zulegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag der Zuwachs bei 1,8 Prozent.

Im leicht negativen Marktumfeld schlug sich der europäische Aktienmarkt mit einem kleinen Plus am besten. Es folgte der US-amerikanische Aktienmarkt, der aus Sicht des Euro-Investors unter dem schwachen US-Dollar litt. Das Schlusslicht bildete Japan. Schwellenländer konnten minimal positiv abschneiden. Hinsichtlich der Marktkapitalisierung konnten Small Caps sowohl in den USA als auch in Europa besser als Large Caps abschneiden. Auf Ebene des Investmentstils setzte sich die Outperformance von Value-Aktien gegenüber Growth-Werten in beiden Regionen fort.

Auf Sektorebene sah es in den USA wie folgt aus: Relative Stärke bewiesen Titel aus den Sektoren Energie, Gesundheit und IT. Relative Schwäche zeigten die Sektoren Versorger, zyklischer Konsum und Rohstoffe. In Europa ergab sich folgendes Bild: Am besten schnitten Aktien aus den Sektoren Energie, Rohstoffe und Finanzen ab. Eine Underperformance kam aus den Sektoren Versorger, nichtzyklischer Konsum und Gesundheit.

Im Rentenbereich entwickelten sich Euro-Staatsanleihen negativ. Auch Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating konnten sich dem steigenden Zinsumfeld nicht entziehen, wiesen jedoch geringere Verluste auf als Staatsanleihen. Positiv hingegen die Entwicklung bei Hochzinsanleihen und Hartwährungsanleihen aus den Schwellenländern.

Auf der Währungsseite wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro deutlich um 1,59 Prozent ab. Der japanische Yen zeigte sich 1,77 Prozent schwächer. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent konnte leicht zulegen und schloss bei 49,25 US-Dollar.

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