Moventum: Starker US-Aktienmarkt trotz Shutdown

Michael Jensen, Head of Asset Management and Managing Director, Moventum AM (Foto: Team Udo Nölke)

Insgesamt zeichnet sich neben den Auswirkungen des Shutdown eine allgemeine Stimmungseintrübung ab. Dennoch verzeichnete der amerikanische Aktienmarkt in der vergangenen Woche das mit Abstand größte Plus, gefolgt vom europäischen und japanischen Markt.

24.01.2019 | 09:58 Uhr

Das Stimmungsbild der US-Konsumenten erlitt im Januar einen deutlichen Dämpfer. Der Index zum Konsumentenvertrauen (Universität Michigan) gab um fast acht Punkte nach und fiel auf 90,7 Punkte zurück (Konsens: 96,8 Punkte). Dies entspricht dem tiefsten Stand seit Oktober 2016. Insgesamt zeichnet sich neben den Auswirkungen des Shutdown eine allgemeine Stimmungseintrübung ab. Für eine positive Nachricht sorgten allerdings die neuen Daten zur US-Industrieproduktion, welche im Dezember mit 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat leicht über den Markterwartungen zulegen konnten. Neue Daten zur Industrieproduktion gab es auch in der Eurozone. Nachdem die vier großen Volkswirtschaften der Eurozone bereits für November schwache Zahlen veröffentlicht hatten, überrascht es nicht, dass auch die gesamte Eurozone ein schwaches Ergebnis präsentierte. So wies die Industrieproduktion für den Monat November ein Minus von 1,7 Prozent aus (Konsens: minus 1,0 Prozent). In der Eurozone wurde darüber hinaus auch die finale Schätzung zu den Konsumentenpreisen im Dezember bekannt gegeben. Das Ergebnis der vorläufigen Schnellschätzung wurde mit einem Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr bestätigt und sank damit um 0,3 Prozentpunkte gegenüber der Vorperiode. Die Kernrate verharrte wie erwartet auf 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr und hinterlässt dabei schwindende Chance für eine Zinserhöhung seitens der EZB in diesem Jahr. Die deutsche Wirtschaft ist 2018 um 1,5 Prozent gewachsen und bestätigte dadurch die allgemeine Konsensschätzung, die Wachstumsdynamik nahm im Vergleich zum Vorjahr (plus 2,5 Prozent) deutlich ab. Wenig Positives ließ hingegen EZB-Präsident Mario Draghi vor dem Hintergrund der aktuellen Konsumentenpreise verlauten. So führte der Präsident zusätzlich an, dass die Wachstumsdynamik der Eurozone schwächer ausfällt, als bisher von der Notenbank erwartet. Somit scheint sich der Konjunkturoptimismus der vergangenen Monate zu verflüchtigen.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent zog im Vergleich zur Vorwoche an und stand bei 62,59 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar erholte sich in der vergangenen Handelswoche und legte 0,98 Prozent zum Euro zu. Der japanische Yen wertete hingegen mit 0,18 Prozent gegenüber dem Euro ab.

In der vergangenen Woche zeigten die globalen Aktienmärkte eine weitere Erholung. Das mit Abstand größte Plus verzeichnete dabei der amerikanische Aktienmarkt, gefolgt vom europäischen und japanischen Markt. Innerhalb Europas zeigte die Eurozone lediglich eine minimale Outperformance. Auch die Emerging Markets entwickelten sich positiv, jedoch schwächer als die Industrienationen. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten sich IT, Grundstoffe und Finanzen am besten. Relative Schwäche zeigten dagegen Basiskonsum, Gesundheit sowie Kommunikations-Dienstleistung. In den USA zeigten die Sektoren Finanzen, Industrie und Energie eine Outperformance, während die Segmente Kommunikations-Dienstleistung, Basiskonsum und Versorger aus relativer Sicht zu den größten Verlierern gehörten. Sowohl in den USA als auch in Europa entwickelten sich Large Caps besser als die Nebenwerte. Hinsichtlich „Value“ und „Growth“ entwickelten sich in den USA „Growth“-Titel besser als ihre Pendants, während in Europa „Value“-Titel gefragt waren.

Im Rentenbereich setzte sich die positive Wertentwicklung fort. Überzeugen konnten dabei wieder einmal die Hochzinsanleihen. Unternehmensanleihen mit IG-Rating, Euro-Staatsanleihen und Anleihen mit kurzer Duration lagen ebenfalls im Plus.

Den vollständigen Marktkommentar können Sie hier downloaden.

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