Bellevue AM: Eigentümergeführte Unternehmen zeigen Stärke in der Corona-Krise

Birgitte Olsen, Lead Portfolio Managerin der BB Entrepreneur-Strategien

Birgitte Olsen, Lead Portfolio Managerin der BB Entrepreneur-Strategien, zeigt auf, warum Entrepreneure sich in Zeiten der Pandemie besonders krisenfest zeigen.

21.12.2020 | 09:02 Uhr

Small und Mid Caps haben sich nicht nur in den vergangenen fünf Jahren deutlich besser entwickelt als ihre grosskapitalisierten Pendants. Ihre Qualität war in diesem Jahr auch in der Corona-Krise sichtbar. Während zum Beispiel der SMI-Index Ende November um 29.2% zulegen konnte, gewannen die im SPI Extra-Index vertretenen kleineren und mittleren Werte in diesem Zeitraum 45% hinzu. Eine ähnliche Entwicklung ist auf europäischer Ebene zu beobachten. Und auch die Entrepreneur-Strategien von Bellevue Asset Management entwickelten sich positiv: Im Laufe des Jahres konnte der BB Entrepreneur Europe Small (Lux) Fonds in EUR 8.8% zulegen und auch der BB Entrepreneur Swiss Small & Mid entwickelte sich mit einer Performance von 14.7% in CHF sehr erfreulich.

Zu den solidesten Titeln dieses Marktbarometers gehören eigentümer- beziehungsweise familiengeführte Unternehmen. «Gerade in Krisen profitieren diese Firmen nicht nur von ihrer Agilität und ihrem nachhaltigen Stakeholder-Management, sondern auch von ihrer viel geringeren Schuldenlast», erklärt Birgitte Olsen, Lead Portfolio Managerin der BB Entrepreneur-Strategien. Im Schnitt weisen sie eine Eigenkapitalquote von 70% auf. Insbesondere in schwierigen Zeiten seien gesunde Bilanzen von besonderer Bedeutung: «Dadurch sind diese Unternehmen bedeutend resistenter, zudem verschafft ihnen die überdurchschnittliche Kapitaldecke strategischen Freiraum für die Umsetzung ihrer Wachstumsziele.»

Positive Aussichten für 2021

«Familienunternehmen investieren jährlich durchschnittlich 8% mehr in Forschung und Entwicklung als ihre nicht inhabergeführten Pendants.» Zudem haben sie über Jahre hinweg langfristige Beziehungen zu Mitarbeitern, Kunden und vor allem auch Lieferanten aufgebaut – was sich Olsen zufolge gerade zu Zeiten des weltweiten Lockdowns auszahlte, als die globalen Lieferketten fast paralysiert waren. «Starke Bilanzen und eine gute Profitabilität verleihen den Unternehmen grosse Eigenständigkeit und ermöglichen die Fortführung ihrer Strategien, auch in der aktuellen schwerwiegenden Corona-Krise.» Die Früchte davon werden eigentümergeführte Unternehmen auch 2021 ernten können, indem sie Anleger mehr Wachstum, Profitabilität und höhere Cashflows bescheren.

Die bevorstehende Vermarktung und Verteilung mehrerer COVID-19-Impfstoffe hat insgesamt an den Märkten eine Rotation in Value und Zykliker ausgelöst. Das 2021er-Szenario einer Rückkehr zur Normalität sollte Wachstumstitel kurzfristig bremsen und Value-Aktien/Zykliker begünstigen. Dies spricht auch für eine Outperformance von europäischen versus amerikanische Aktien. «Wir haben unser Engagement in Value-Titeln frühzeitig aufgestockt in Erwartung eines erfolgreichen wissenschaftlichen Corona-Durchbruchs. Besonders Medientitel erscheinen interessant», meint Olsen. Der Markt für TV-Werbung erholt sich schneller als erwartet. So verharrt der Fernsehkonsum auf einem seit Jahren nicht mehr erlebten hohen Niveau. Olsen gefallen sowohl TF1 und M6 in Frankreich und Mediaset España. Mit einem EBIT20 von 4x ist Mediaset España äusserst günstig bewertet, besonders in Anbetracht einer EBIT-Marge >20% in Kombination mit hohen liquiden Mitteln. Auch ist eine europäische Konsolidierung im Sektor nicht auszuschliessen.

Pandemie erweist sich als Trendverstärker

Für die Versandapotheke Zur Rose wird 2021 trotz des im bisherigen Jahresverlauf verzeichneten Anstiegs um über 150% ein weiteres gutes Jahr sein. Medikamente und OTC-Produkte aus der Apotheke sind aufgrund der geringen Grösse und des Gewichts der Pakete, des hohen durchschnittlichen Stückwerts und des Fehlens von Rücksendungen laut Olsen eine der attraktivsten Segmente im Online-Handel. Die Marktdurchdringung sei jedoch mit rund 2% in Deutschland und 10% in der Schweiz immer noch extrem niedrig – für die Portfoliomanagerin ein Zeichen, dass das Unternehmen erst am Anfang dieser Wachstumsgeschichte steht. Die Pandemie erwies sich als Verstärker, der den Wandel von offline zu online beschleunigt hat. «Auch die Einführung verbindlicher elektronischer Verschreibungen in Deutschland ab Januar 2022 wird die Penetration weiter beschleunigen», glaubt Olsen.

Beim österreichischen Zweiradhersteller Pierer Mobility rechnet Olsen mit einer anhaltenden starken Beschleunigung des Umsatzwachstums. Als wichtigste Triebkräfte betrachtet sie die steigende Nachfrage nach individueller städtischer Mobilität – abseits des öffentlichen Verkehrs – und ein grösseres Interesse an lokalen und Aussen-Freizeitaktivitäten.

Den vollständigen Kommentar von Birgitte Olsen finden Sie hier im PDF-Format.

Diesen Beitrag teilen: