Natixis: US-Handelsstreit mit China - Drohungen gehören zur Taktik

David Lafferty, Chefstratege von Natixis Investment Managers, sieht in der neuen Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China vor allem eine Taktik Trumps. „Die Märkte reagieren auf „noise“ – wir wissen noch nicht, ob die Gespräche tatsächlich gescheitert sind“, so Lafferty.

08.05.2019 | 10:49 Uhr

  • Die USA können die interne Makrodynamik der chinesischen Wirtschaft – die Investitionen sind größer sind als der Konsum und schaffen einen strukturellen Handelsüberschuss – nicht beeinflussen. Deshalb sucht die US-Administration nach anderen Wegen und „bewaffnet“ sozusagen ihre Handelspolitik durch den Einsatz von Zöllen.
  • Dies ist die "neue Normalität" für die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China: Mit Zöllen drohen, um China an den Verhandlungstisch zu bringen. Wieder mit Zöllen drohen, um die Verhandlungen voranzutreiben – in diesem Stadium befinden wir uns jetzt. Und schließlich, wenn ein Deal am Ende abgeschlossen wird, weiterhin mit Zöllen drohen, um die Einhaltung der Vereinbarungen durchzusetzen.
  • Aus diesem Grund sollten Anleger sich bei einem eventuellen Deal nicht in völliger Sicherheit wiegen. Es handelt sich nicht um eine binäre Option – kein Deal schlecht, Deal gut. Selbst wenn der Deal abgeschlossen wird, werden wir immer noch in einer Welt leben, in der die Entspannung sofort durch einen heftigen Tweet zunichte gemacht werden kann.
  • Immer noch ist ein Deal in diesem Jahr zu erwarten, aber die Wahrscheinlichkeit ist von etwa 75-80% auf 60-65% gefallen. Besser als 50/50, aber kaum eine sichere Sache, als die sie die Märkte in den letzten Monaten eingepreist haben.
  • Der beste Grund, einen Deal zu erwarten, ist, dass sowohl Trump als auch Xi die deutliche Verlangsamung erkannt haben, die beide Volkswirtschaften im vierten Quartal zu verzeichnen hatten - und ebenso wichtig sind die mit der Verlangsamung verbundenen Markreaktionen.

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