
Am 29.10.2026 wurde ein schwerwiegender Hackerangriff auf die Kryptobörse Binance verübt. Nach eigenen Angaben geht es um einen Diebstahl von 6,3 Mrd. USD.
02.11.2026 | 06:30 Uhr
Das könnte der größte Krypto-Diebstahl aller Zeiten sein. Dazu eine Einschätzung von der SIGAVEST Vermögensverwaltung GmbH aus Berlin.
Zunächst ist festzuhalten, dass sich der Angriff auf die Infrastruktur einer Kryptobörse richtete und nicht auf die Bitcoin-Blockchain selbst. Solche Hackerangriffe gab es in der Vergangenheit immer wieder, nur ist das Ausmaß in diesem Fall extrem groß. Zwar konnte etwa die Hälfte der gestohlenen Vermögenswerte innerhalb weniger Stunden eingefroren werden, und die betroffene Kryptobörse Binance sagte zu, alle betroffenen Kunden vollständig für ihre Verluste zu entschädigen. Dennoch kann ein solcher Vorfall erhebliche Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs und das Vertrauen in den gesamten Kryptomarkt haben. So gab der Bitcoin in einer ersten Reaktion auch etwa 3,5% nach und notierte wieder unter der Marke von 80.000 USD.
Was war geschehen?
Nach ersten Erkenntnissen verschafften sich Angreifer offenbar zunächst Zugang über den kompromittierten Laptop eines Binance-Mitarbeiters aus dem technischen Bereich (DevOps). Von dort aus gelangten sie offenbar in weitere Systeme und konnten unautorisierte Transaktionen auslösen. Betroffen waren Wallets auf mehreren Blockchains. Ein erheblicher Teil der Vermögenswerte wurde innerhalb von etwa 20 Minuten abgezogen. Besonders bemerkenswert: Die Angreifer haben offenbar nicht einfach eine Sicherheitslücke in Bitcoin oder Ethereum ausgenutzt, sondern die technische Infrastruktur und die Transaktionsfreigaben von Binance kompromittiert (Quelle: TRM Labs). Binance reagierte mit Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen bei Ein- und Auszahlungen.
Vorteile von ETPs
Wer an der Wertentwicklung von Kryptowährungen wie Bitcoin etc. teilhaben möchte, ohne direkt in die Krypto-Assets zu investieren, kann über sog. ETPs daran partizipieren. Anbieter wie Bitwise, 21shares, WisdomTree o.ä verwahren die zugrunde liegenden digitalen Vermögenswerte von regulierten Drittverwahrstellen in sog. Cold Storages und nicht etwa auf Börsenkonten. In Cold Storages werden Kryptowährungen normalerweise offline gespeichert, also ohne dauerhafte Verbindung zum Internet. Das soll sie besonders gut vor Hackerangriffen schützen. ETPs bilden die Wertentwicklung des jeweiligen Assets wie Bitcoin 1:1 nach und sind liquide täglich über die Börse handelbar.
Einschätzung zum Bitcoin-Kurs
Der jetzige Hackerangriff dürfte nur vorübergehend Einfluss auf die Kursentwicklung des Bitcoins haben. Langfristig überwiegen die Vorteile der Blockchain-Technologie, die den Bitcoin nicht beliebig vermehrbar macht und somit eine Alternative zum Notenbankensystem und einer inflationär getriebenen Schuldenausweitung darstellt. Die SIGAVEST Vermögensverwaltung GmbH ist seit 2018 in ETPs auf den Bitcoin und später auch auf Ethereum investiert und nimmt aufgrund der hohen Volatilität eine aktive Steuerung der Investitionsquote vor. Diese liegt im Regelfall zwischen 1% und 8%, aktuell bei 5,9%. Die weitere Entwicklung des Bitcoins schätzen die Berliner unverändert positiv ein.
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