
Die internationalen Aktienmärkte haben sich in den vergangenen Wochen spürbar erholt – teils bis auf Niveaus vor den jüngsten geopolitischen Verwerfungen. Gleichzeitig hat sich das Bewertungsniveau abgekühlt, während die laufende Berichtssaison insbesondere in den USA robuste Fundamentaldaten liefert. Clemens Berendt, Lead Portfoliomanager der apoBank, teilt dazu mit:
05.05.2026 | 11:15 Uhr
„Die großen Aktienindizes haben ihre
Vorkrisenniveaus vielerorts wieder erreicht, in den USA sogar
überschritten.
Das
zeigt die Stabilität der Märkte in einem Umfeld, das weiterhin von Unsicherheit
geprägt ist.
Parallel dazu haben sich die Bewertungen spürbar normalisiert:
In den USA ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 23 auf etwa 21 zurückgekommen und bietet damit wieder eine solider begründete Ausgangsbasis.
Auch
in Europa zeigt sich ein ähnliches Bild:
Bewertungen
sind von etwa 16 auf rund 15 gefallen, während die Märkte gleichzeitig zugelegt
haben. Die
Kombination aus höheren Indexständen und moderateren Bewertungen sorgt für eine
deutlich belastbarere Ausgangslage als noch vor einigen Quartalen.
Ein
Blick unter die Oberfläche zeigt, dass die Kursentwicklung stärker durch
operative Stärke und weniger durch reine Bewertungsdehnung getragen wird. Die
Performance wird aktuell klar vom Technologie- und IT-Sektor getragen.
Diese Entwicklung spiegelt die anhaltende Nachfrage nach skalierbaren Geschäftsmodellen und strukturellem Wachstum wider.
Die
laufende Berichtssaison zeigt insbesondere in den USA die anhaltende
KI-Dynamik. Die
hohen Markterwartungen wurden vielfach übertroffen und die Ausblicke
bestätigt. Die
Märkte bewegen sich auf einem hohen Niveau, das inzwischen wieder stärker durch
fundamentale Entwicklungen untermauert wird.
Zudem können die dämpfenden Effekte des Energiepreisschocks als temporär und verkraftbar eingeschätzt werden.
Aus
Investorensicht stehen tragfähige Bewertungen und klare Wachstumstreiber einem
Umfeld gegenüber, das durch geopolitische Spannungen geprägt bleibt und aktive
Steuerung erfordert. Die
aktuelle Marktphase bietet weiterhin Einstiegspunkte, da sich Kursniveau und
Bewertung wieder stärker angenähert haben und damit eine solide Grundlage für
die weitere Entwicklung entsteht.
Trotz
der jüngsten Kursrallye ergeben sich weiterhin selektive Einstiegschancen. Neben
Diversifikation bleibt die Aktienauswahl entscheidend.
Solange die kritische Lage am Ölmarkt im Zuge des USA-Iran-Konflikts anhält, agieren wir in energieintensiven Sektoren bewusst selektiv. Gerade Europa und Japan reagieren sensibel auf steigende Energiepreise, sodass wir die Entwicklung eng begleiten und unsere Allokation dort mit Augenmaß steuern.“
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