
Die Fußball-Begeisterten kennen das: Jeden Samstag entbrennen hitzige Diskussionen, ob der Elfmeter gerechtfertigt war oder nicht. Dabei ist die Sachlage klar, wenn der Schiedsrichter gepfiffen hat und der VAR dagegen keine Einwände erhebt… Elfmeter!
23.06.2026 | 10:58 Uhr
Im Anlagebereich ist es vergleichbar: Statt sich über Prognosen den Kopf zu zerbrechen, wo, in was, wann investiert werden soll, ist es ratsam, auf unumstößliche Fakten zu vertrauen, diese werden als Faktoren bezeichnet.
Große erfolgreiche institutionelle Investoren machen es vor, denn sie setzen unter anderem Faktor-Investmentstile ein, weil diese einen Mehrwert bei der Anlageallokation bieten.
Als „Faktoren“ bezeichnet man quantifizierbare Makrodaten, Unternehmensmerkmale oder Anlegerverhaltensmuster, um daraus Investitionsentscheidungen abzuleiten.
Es ist wissenschaftlich belegt, dass Faktoren für das Generieren einer Überrendite nicht nur bei Aktien, sondern auch bei nahezu allen anderen Assetklassen führen.
Bekannt sind besonders die Faktoren Value (niedrig bewertete Unternehmen), Size (Unternehmensgröße), Profitability (Ertragsfähigkeit eines Unternehmens) und Momentum (Kurs-Schwungkraft).
Die Empirie bestätigt Faktor-gemanagten Anlagen in liquide und handelbare Vermögenswerte einen Erfolg (Stabilität) über einen langen Zeitraum (mehrere Jahrzehnte), der neben Haussesituationen auch Krisensituationen enthält.
Die Qualität von Faktor-Investments ergibt sich aus dem messbaren Erfolg über einen langen Zeitraum. Die Anlageentscheidungen werden rein quantifiziert getroffen (z.B. anhand eines regelbasierten !! Investmentprozesses) und sind somit frei von Interpretationsspielräumen z.B. bei Elfmeterentscheidungen.
Die erfolgreichsten Factor Investing-Stile sind:
Value: Unterbewertete Aktien (Marktwert < Buchwert, niedriges KGV, niedriges KCV)
Growth: Aktien mit hohem Wachstumspotential
Quality: Aktien, die gemäß Finanzanalyse eine hohe Qualität besitzen
Size: Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung (z.B. Large, Mid, Small Caps)
Momentum: Aktien mit einer überdurchschnittlichen Vergangenheits-Performance entwickeln sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft überdurchschnittlich („Was bisher stark stieg, steigt auch weiter“).
Faktor-Investmentstile sind nicht in jeder Börsenphase gleich erfolgreich, weshalb Institutionelle Investoren „Stil-Diversifikation“ zur Risiko-Reduzierung einsetzen.
Hierbei werden mehrere Faktor-Stile gleichzeitig in einem Portfolio kombiniert (z.B. Value + Growth + Momentum + Quality).
Dies hat vielfach zur Ablösung der herkömmlichen („überholten“) Asset Allocation nach Regionen, Währungen, Branchen oder Ländern geführt
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