Credit Suisse AM: Der neue Mobilfunkstandard 5G

Credit Suisse AM: Der neue Mobilfunkstandard 5G

Die Mobilfunktechnologie NR (New Radio) oder 5G gilt als Schlüssel für den Erfolg kommender Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren, virtuelle Realität und Industrie 4.0. Sie ermöglicht die Übertragung gewaltiger Datenmengen und die Vernetzung von Milliarden von Geräten praktisch in Echtzeit.

27.11.2019 | 12:06 Uhr

Von Werner Richli, Portfoliomanager, Credit Suisse Asset Management

«You cannot wait until a house burns down to buy fire insurance on it. We cannot wait until there are massive dislocations in our society to prepare for the Fourth Industrial Revolution.»1

Robert J. Shiller

Wieso braucht es 5G?

Die Ideen von sogenannten Smart Cities, einem völlig vernetzten automatisierten Verkehr, vernetzten Haushaltsgeräten, Smart Homes und ein intelligentes Energiemanagement können nur mit effizienter Datenübertragung verwirklicht werden. Die fünfte Mobilfunkgeneration könnte hier Abhilfe schaffen, zumal gemäss der Forschungsstiftung Strom- und Mobilkommunikation (FSM) bei anhaltend stark wachsendem Datenvolumen die vierte Generation (4G) in einigen Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen stossen wird.2 So werden heute in einem halben Tag so viele Daten übermittelt, wie noch vor fünf Jahren in einer Woche. 5G kann dank des technischen Fortschritts bei der Signalübertragung Daten rund hundert Mal schneller transportieren als das aktuelle 4G.

So konnten die Download-Raten seit der Einführung des GSM (Global System for Mobile Communications) oder der zweiten Mobilfunkgeneration in den 1990er Jahren – damals gab es erstmals den Kurznachrichtendienst SMS (Short Message Service) – zum heutigen 4G+ bereits um den Faktor 20’000 erhöht werden. Während 3G im Jahr 2000 das Internet aufs Mobiltelefon brachte, ermöglichte 4G ab 2010 erstmals breitbandige Internetverbindungen für Multimediaanwendungen auf dem Smartphone.3 Nun stossen diese Technologien jedoch an ihre Grenzen. Mit 5G sind theoretisch Downloadraten von bis zu 10 Gbit/s möglich. Das ist gemäss der FSM nochmals zwei bis zehnmal schneller als aktuelle Up- und Download-Geschwindigkeiten. 4G kommt auf eine Bandbreite bis zu 150 Megabit pro Sekunde, mancherorts sind heute bereits bis zu 300 Mbit/s möglich. Das weiterentwickelte 4G+ soll sogar Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde liefern.


[1] Robert J. Shiller, Professor der Volkswirtschaftslehre an der Yale University, Davos 2016.

[2] emf.ethz.ch, Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation.

[3] In der Schweiz wurde 3G Mitte der 2000er-Jahre und 4G ab 2012 eingeführt.


Abbildung 1: Download-Raten, in kbit/s

Abbildung 1: Download-Raten, in kbit/s

Quelle: Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation,Credit Suisse4


Ein weiterer Vorteil von 5G liegt in der kurzen Latenzzeit (Abbildung 2), was für neue Anwendungen wie selbstfahrende Fahrzeuge absolut wichtig ist. Damit ist die Zeitspanne zwischen einem Ereignis und einer Reaktion gemeint. Bei 4G-Netzen sind es 5 bis 10 Millisekunden. Mit 5G sinkt die Reaktionszeit auf rund eine Millisekunde. Das ermöglicht eine praktisch verzögerungsfreie Kommunikation in Echtzeit.

Abbildung 2: Latenzzeit je Mobilfunkstandard, in Millisekunden

Abbildung 2: Latenzzeit je Mobilfunkstandard, in Millisekunden

Quelle: Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation (emf.ethz.ch), Credit Suisse

Den gesamten „Asset Management Equity Real Assets Insights - Infrastruktur“ können Sie sich hier im PDF-Format herunterladen.

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