
Steigende geopolitische Spannungen, hohe Schuldenstände und eine bevorstehende geldpolitische Wende rücken einen Klassiker der Vermögenssicherung erneut in den Fokus: Gold.
09.07.2026 | 06:00 Uhr
Warum das Edelmetall aus Sicht langfristig orientierter Anleger aktuell besonders interessant ist, erläutert Klaus Niedermeier, Leiter Investment Strategie bei der apoBank (Deutsche Apotheker- und Ärztebank).
„Gold bleibt für uns der Krisenschutz Nummer eins. In einer Welt wachsender
geopolitischer Risiken und fragiler Staatsfinanzen behauptet sich das
Edelmetall als verlässlicher sicherer Hafen. Die jüngste Kurskonsolidierung
ändert daran nichts. Im Gegenteil: Sie eröffnet neuen, langfristig orientierten
Anlegern attraktive Einstiegschancen auf hohem Niveau.
Makroökonomisch dreht der Wind zunehmend zugunsten von Gold. Der
Inflationsdruck lässt nach, vielerorts scheinen die Zinspeaks erreicht oder
überschritten. Damit sinkt der Gegenwind durch hohe Realzinsen. Zugleich ist
der Verkaufsdruck im Markt gering, sodass bereits moderates Kaufinteresse
spürbare Kursimpulse auslösen kann.
Einen wesentlichen Beitrag zur strukturellen Nachfrage leisten die
Zentralbanken. Weltweit bauen sie ihre Goldreserven aus und unterstreichen
damit die strategische Rolle des Edelmetalls, auch vor dem Hintergrund einer
schrittweisen Abkehr vom US-Dollar als alleiniger Leitwährung. Besonders
physisches Gold wie Barren und Münzen erleben einen anhaltenden Nachfrageboom,
dem ein begrenztes Förderangebot gegenübersteht.
Im Portfolio-Kontext bleibt Gold ein wichtiger Diversifikator. In Phasen von
Marktstress entwickelt sich der Goldpreis häufig gegenläufig zu Aktienmärkten
und kann Schwankungen im Gesamtportfolio abmildern. Langfristig überzeugt auch
die Rendite: In US-Dollar gemessen erzielte Gold in den vergangenen 50 Jahren
eine durchschnittliche Jahresrendite von rund 9 %. Schutz und Performance
schließen sich hier nicht aus.“
Diesen Beitrag teilen: