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Medtech & Services: Überzeugendes Aufwärtspotenzial

Medtech & Services: Überzeugendes Aufwärtspotenzial
Gesundheit

Der Medtech-&-Services-Sektor ist in eine neue Phase eingetreten. Nach der Berichtssaison zum ersten Quartal 2026 hat sich die Investmentthese weiter gefestigt – getragen von neu justierten Erwartungen, einer höheren Ergebnisqualität und attraktiven Bewertungen.

15.07.2026 | 14:00 Uhr von «Nico Hoffmann»

Zwischen soliden operativen Fundamentaldaten und gedrückten Bewertungsmultiplikatoren klaffte in den vergangenen Jahren eine Lücke. Diese Lücke beginnt sich nun zu schließen. Der Abzug fehlallokierten Kapitals hat die Bewertungen auf historisch niedrige Niveaus gedrückt und damit ein ausgeprägtes Missverhältnis zwischen Börsenkurs und intrinsischem Wert geschaffen. Nachdem die Konsensschätzungen auf realistisch erreichbare Niveaus zurückgesetzt wurden, gewinnt das nichtzyklische und defensive Profil des Sektors wieder an Attraktivität. Generalistische Investoren, die diesen Bereich historisch wesentlich getragen haben, sind derzeit unterinvestiert. Entsprechend besteht erhebliches Potenzial für neue Mittelzuflüsse. Die Kombination aus niedrigen Einstiegspunkten und strukturellem Momentum macht das aktuelle Umfeld zu einer erstklassigen Ausgangslage für Neuinvestitionen.

Clearing-Event schafft neue Ausgangsbasis

Die Berichtssaison zum ersten Quartal 2026 markierte einen entscheidenden Wendepunkt und beendete eine längere Phase gedrückter Marktstimmung und rückläufiger Bewertungsmultiplikatoren. Die starken Marktreaktionen auf die Ergebnisse wichtiger Akteure – etwa Boston Scientific (plus 9 Prozent), Intuitive Surgical (plus 7 Prozent) und UnitedHealth (plus 7 Prozent) – zeigen, dass frühere Bedenken weitgehend verarbeitet sind und der Sektor wieder stärker im Einklang mit seiner fundamentalen Ertragskraft bewertet wird.

Die Konsensschätzungen sind inzwischen realistischer, wodurch ein wesentlicher Belastungsfaktor entfällt und eine klarere Grundlage für die künftige Ergebnisentwicklung entsteht. Gleichzeitig haben mehrere externe Gegenwinde nachgelassen, darunter der volumenbasierte Preisdruck in China sowie die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Erstattung im Bereich von US-Medicare-Advantage.

Medtech-Sektor
Medtech-Sektor

Einstieg in strukturelles Wachstum

Die jüngste Schwäche im Sektor war nicht von Fundamentaldaten getrieben – diese bleiben intakt –, sondern vielmehr eine Folge überspannter Erwartungen im Nachgang der Pandemie. Mit der Normalisierung des Wachstums haben sich die Bewertungsmultiplikatoren deutlich angepasst und dabei stärker als fundamental gerechtfertigt nachgegeben.

Daraus ergibt sich eine klare Bewertungsdiskrepanz: Die erwarteten KGVs auf Sicht von zwölf Monaten sind auf rund 20,0x gesunken – das heißt nahe historischer Tiefstände, trotz solider operativer Entwicklung. Entsprechend wird der Medtech-Sektor aktuell weitgehend im Einklang mit dem Gesamtmarkt bewertet, mit vielen Unternehmen, die unter ihrem historischen Bewertungsniveau notieren.

Gewinnprofil im Wandel

Der Sektor tritt in eine attraktivere Ertragsphase ein. Während innovationsgetriebenes Wachstum weiterhin robust bleibt, verlagert sich der Fokus zunehmend auf eine steigende Profitabilität und eine stärkere Generierung des Free Cashflow.

Zu den zentralen Innovationsfeldern zählen robotergestützte Chirurgie, Pulsed Field Ablation (PFA) zur Behandlung von Vorhofflimmern sowie Technologien im Bereich struktureller Herzerkrankungen und Schlaganfallprävention. Mit der Normalisierung des Wachstums in diesen Segmenten nach erhöhten Niveaus im Zuge der Pandemie rücken operative Skaleneffekte und Margenausweitungen als wesentliche Treiber des Gewinnwachstums in den Vordergrund. Das Ergebnis ist ein strukturell attraktives Profil, das nachhaltiges Wachstum mit zunehmender Profitabilität verbindet.

Asymmetrisches Risiko-Rendite-Profil

Das aktuelle Marktumfeld bietet eine klare Asymmetrie. Einerseits profitiert der Sektor von hohen Markteintrittsbarrieren, etablierten Wettbewerbspositionen, wiederkehrenden Ertragsströmen und hoher Visibilität. Die Nachfrage ist weitgehend nichtzyklisch und wird durch das Behandlungsvolumen bestimmt, was für zusätzliche Stabilität sorgt.

Andererseits wird die Entwicklung durch mehrere Faktoren gestützt: eine mögliche Normalisierung der Bewertungen (Multiple-Expansion), eine weiterhin solide Ergebnisentwicklung auf Basis neu kalibrierter Erwartungen sowie innovationsgetriebenes Wachstum, das sich zunehmend in steigenden Margen niederschlägt.

Fazit: High-Quality-Einstiegszeitpunkt

Der Sektor hat einen vollständigen Anpassungsprozess durchlaufen – von überhöhten Erwartungen über gedrückte Bewertungen hin zu nunmehr normalisierten Fundamentaldaten. Zurück bleibt eine innovationsgetriebene High-Quality-Branche, deren aktuelles Bewertungsniveau die zugrunde liegende Ertragskraft noch nicht vollständig widerspiegelt.

Vor dem Hintergrund neu justierter Erwartungen, steigender Profitabilität sowie intakter struktureller Wachstumstreiber erscheint das aktuelle Umfeld als einer der attraktivsten Einstiegszeitpunkte im Medtech-Sektor der vergangenen Jahre.

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