Moventum: „Ifo-Geschäftsklima kühlt sich ab“

Konjunktur in der Abwärtsbewegung

Der Ifo-Geschäftsklimaindex liegt im Mai mehr als einen Punkt unter dem Vormonatswert und unterhalb der Konsenserwartungen. Auch in den USA wurden negative Werte veröffentlicht: So fiel zum Beispiel der Flash U.S. Composite auf ein Drei-Jahrestief.

29.05.2019 | 15:18 Uhr

Die vergangene Woche war vor allem von politischen Ereignissen geprägt. So kam es in der Regierung von Großbritannien zuerst zum Rücktritt einer Ministerin und anschließend darauf zur Ankündigung des Rücktritts von Premierministerin May. In den USA veröffentlichte Markit niederschlagende Werte ihrer Einkaufsmanagerindizes für den Monat Mai. So fiel zum Beispiel der Flash U.S. Composite von 53 Punkten im April auf 50,9 Punkte im Mai und ist somit auf einem Drei-Jahrestief angelangt.

In Deutschland spiegelte der Ifo-Geschäftsklimaindex eine ähnliche Entwicklung gegenüber dem Vormonat wider. Mit 97,9 Punkten liegt der Index im Mai mehr als einen Punkt unter dem Vormonatswert und unterhalb der Konsenserwartungen. In Japan gab es auf den ersten Blick positive Werte bezüglich des BIP-Wachstums, welches auf 0,5 Prozent beziffert wurde. Obgleich dieser Wert weit über den Erwartungen lag, kam er hauptsächlich durch einen starken Rückgang der Importe zustande und kann daher kaum als Wachstumsindikator gesehen werden.

An den globalen Aktienmärkten herrschte eine negative Stimmung. Europäische Titel und solche aus Schwellenländern verloren dabei im Durchschnitt mehr als japanische Titel und wurden in ihrer Performance lediglich noch durch Unternehmen aus den USA unterboten. In den USA verloren große Unternehmen in der Regel stärker an Wert als kleine Gesellschaften und Value-Titel erwiesen sich robuster als Growth-Titel, während bei europäischen Titeln das Gegenteil der Fall war.

Auf Sektorebene entwickelten sich in den USA Unternehmen aus den Bereichen Versorgung, Gesundheitswesen und Finanzdienstleistungen am besten, während Unternehmen aus den Bereichen Energie, IT und Konsumgüter erhebliche Verluste einstecken mussten. Ähnlich wie in den USA konnten in Europa Titel aus den Bereichen Gesundheitswesen, Versorgung und Verbrauchsgüter am besten dem weit verbreiteten Abwärtsdruck widerstehen, während Unternehmen aus den Bereichen Energie, Konsumgüter und Rohstoffe herbe Verluste einstecken mussten.

Der Preis für Öl der Sorte Brent verbilligte sich gegenüber der Vorwoche stark um 5,25 Prozent auf 68,69 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro ab und verbilligte sich um 0,4 Prozent, während der Yen um 0,18 Prozent gegenüber dem Euro aufwertete.

Auf dem europäischen Rentenmarkt entwickelten sich Staatsanleihen leicht positiv. Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating entwickelten sich hingegen negativ. Anleihen aus dem Hochzinssegment erfuhren eine leichte Abwertung und Lokalwährungsanleihen aus den Schwellenländern zeigten eine leicht positive Entwicklung.

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