Schroders: Was der Fintech-Boom für den Bankensektor bedeutet

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Fintech-Startups schießen wie Pilze aus dem Boden. Schroders untersucht, wie diese Unternehmen in der Zahlungsverkehrs- und Kreditbranche den Status quo herausfordern und wie die Banken darauf reagieren werden.

13.06.2018 | 11:36 Uhr

Die Entwicklung des Bankensektors

Das Bankwesen nahm vor rund 10.000 Jahren seinen Anfang, als Jäger und Sammler mit der Domestizierung von Pflanzen und Tieren begannen1. Seitdem machen sich Banken Technologien zunutze, um mit der sich ständig wandelnden Welt Schritt zu halten.

Da der technologische Fortschritt für traditionelle Bankmodelle eine ständige Herausforderung darstellt, muss die Branche flexibel bleiben, um sich den Bedürfnissen von Anlegern, Kunden und Aufsichtsbehörden anzupassen.  

Einer der wichtigsten technologischen Meilensteine war die Einführung von Geldautomaten Ende der 1960er Jahre in London, um Kunden die Bargeldabhebung auch außerhalb der Öffnungszeiten ihrer Bank zu ermöglichen. Heutzutage können Geldautomaten Einlagen entgegennehmen, Zahlungen tätigen, Geld zwischen Konten umbuchen und sogar finanzielle Beratung bieten.

Schon kurz nach der Einführung von Geldautomaten begann das Zeitalter des Online-Bankings2. Mit der Markteinführung des iPhone einige Jahrzehnte später trat das mobile Banking auf den Plan3. Wie Abbildung 1 zeigt, gab 2015 nahezu die Hälfte der Kunden mit Mobiltelefonen an, im vergangenen Jahr mobile Bankingdienste genutzt zu haben – nahezu doppelt so viele wie noch vier Jahre zuvor.

Die zunehmende Verbreitung von Mobile-Banking zeigt, wie sich die Vorlieben von Kunden und das Angebot von Banken weiterentwickeln. Das liegt am technologischen Fortschritt, an den Vorlieben der Millennials sowie an der zunehmenden Akzeptanz elektronischer Transaktionen seitens der Babyboomer und der Generation X, insbesondere über Mobile-Banking-Apps. Außerdem zeigt sich an dieser Entwicklung die zunehmende Durchdringung mit Mobilgeräten, die inzwischen deutlich verbreiteter sind als Computer zur Einführung des Onlinebankings in den 1990er Jahren.

Abbildung 1: Nutzung von Mobile-Banking nach Mobilgerät

Nutzung von Mobile-Banking nach Mobilgerät
Nutzung von Mobile-Banking nach Mobilgerät

Quelle: JP Morgan und der Bericht Federal Reserve Consumer and Mobile Financial Services 2016.

Wie die Daten in Abbildung 2 zeigen, sinkt bei den Kunden stetig die Bereitschaft, ihre Bankgeschäfte in der Bankfiliale durchzuführen – und das über alle Produktgruppen hinweg. Bestätigt wird diese Tendenz von den Banken selbst, die die bestmögliche Nutzung ihrer Filialen untersuchen, und von die Tatsache, dass Anzahl und Größe der Bankfilialen mit zunehmender Digitalisierung rückläufig sind. Die Quadratmeterzahl von Bankfilialen geht seit Anfang der 2000er Jahre zurück (-50 % bis -65 %), da die Banken ihre Produkte und Dienstleistungen zunehmend auf das Onlinegeschäft und insbesondere Mobilanwendungen verlagern. Angesichts dieser Entwicklung gehen wir davon aus, dass die Anzahl an Filialen in den nächsten zehn Jahren um die Hälfte sinken wird, da Banken ihre operative Effizienz steigern und mit den Vorlieben ihrer Kunden Schritt halten möchten.

Abbildung 2: Nutzung verschiedener Kanäle in % der Haushalte

Nutzung verschiedener Kanäle in % der Haushalte
Nutzung verschiedener Kanäle in % der Haushalte

Quelle: Barclays, FDIC

Aktuelle Disruption – Zahlungsverkehr und Kredite 

Zahlungsverkehr – die eine Seite des Kundenerlebnisses

Als die Grundbedürfnisse gedeckt waren und aus „Not“ „Überschuss“ wurde, entstand das Bedürfnis nach einem sicheren Vermögenstransfer. Ursprünglich fand ein direkter Austausch statt: bilaterale Verhandlungen mit Vermögenswerten, die von physischen Vermögenswerten gedeckt wurden (z. B. der Goldstandard). Dieses Konzept wurde durch Fiatwährungen ersetzt, deren Wert auf Regierungsbeschlüssen beruhte.

Obwohl Papiergeld bzw. Barmittel sich seit hunderten von Jahren kaum weiterentwickelt haben, hat sich die Technologie von der physischen Weitergabe von Schecks hin zu MICR (Magnetic Ink Character Recognition) und zur heutigen Bilderfassung weiterentwickelt, um die Annehmlichkeit für den Kunden zu erhöhen und Kosten zu senken. Die Kredit-/Debitkartentechnologie hat sich ebenfalls stetig verbessert, um dem Bedürfnis nach höherer Sicherheit gerecht zu werden. Bis vor Kurzem änderte sich relativ wenig an der Kartenfunktionalität und an der Art und Weise, wie Menschen ihre Kreditkarten nutzen.

2014 kam Apple Pay auf den Markt. Apple beabsichtigte, sich die Abwanderung der Kunden von Barzahlungen hin zu bargeldlosen Zahlungen zunutze machen und den Zahlungsvorgang zu revolutionieren (Abbildung 3). Die Kreditkarten der Kunden werden auf einem Apple-Gerät über Nahfeldkommunikation repliziert, wodurch in einem Geschäft Waren mit dem Handy bezahlt werden können.

Kunden wollen jedoch nicht nur Händler, sondern auch andere Personen möglichst unmittelbar und bargeldlos bezahlen. Fintech-Unternehmen haben versucht, diese Lücke zu schließen. Paypal und Venmo erlauben es, Personen über E-Mail-Adressen, die das Konto des jeweiligen Benutzers repräsentieren, zu bezahlen. Die Banken haben darauf mit eigenen Versionen reagiert. Ein Beispiel ist Quick Pay von Chase und seit Neuestem auch Zelle, das von einem Bankenkonsortium auf den Markt gebracht wurde und es Kunden erlaubt, Geld zwischen Banken unmittelbar hin- und herzubewegen. Tatsächlich hat Zelle großen Anklang gefunden: 2017 wurden 237 Millionen Transaktionen im Wert von 75 Mrd. US-Dollar getätigt, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 36% in US-Dollar bzw. 45% nach Transaktionsvolumen. Wir rechnen damit, dass dieser Trend anhalten wird, insbesondere wenn weitere Banken dem Konsortium beitreten.

Abbildung 3: Tendenzen bei bargeldlosen Zahlungen nach Anzahl, 2000–2015 [4]
Hinweis: Prepaid-Debitkarten inkl. allgemeine Verwendung, private Verwendung und staatlicher elektronischer Leistungstransfer

endenzen bei bargeldlosen Zahlungen nach Anzahl, 2000–20154
endenzen bei bargeldlosen Zahlungen nach Anzahl, 2000–20154

In den USA hat das Volumen von mobilen App-basierten Zahlungen von 2015 bis 2016 um 40 % zugenommen. In China hat sich das Volumen im selben Zeitraum vervierfacht 5.  Wir rechnen damit, dass digitale Zahlungen in den USA weiter an Beliebtheit gewinnen werden; jedoch könnte die Akzeptanz langsamer vorangehen als in anderen Ländern, was unter anderem steuerliche Gründe hat. Die jüngsten Steuersenkungen in den USA könnten somit zu einem weiteren Rückgang von Bargeldzahlungen führen. 

Kreditvergabe – Die andere Seite des Kundenerlebnisses

Auch das Kreditwesen gibt es seit vielen Jahren. Man geht davon aus, dass die Kreditvergabe 3000 v. Chr. in Mesopotamien ihren Anfang nahm. Landwirtschaft, Entdeckungsreisen, Eisenbahnen und Revolutionen werden seit Jahrtausenden über Kredite finanziert.

Die Finanzkrise hat für eine größere Nachfrage nach Privatkreditvergabe (Peer-to-Peer-Lending, P2P) bzw. Crowd-Funding-Modellen gesorgt, da die Verfügbarkeit von Krediten bei nahezu allen Verbraucherkredit-Kategorien nachgelassen hat. Parallel zum Rückgang traditioneller Formen von Verbraucherkrediten ermöglichten eine größere Rechenleistung und bessere Algorithmen zur Berechnung der Kreditfähigkeit die Skalierbarkeit des P2P-Modells. P2P-Unternehmen erleichtern den Kontakt zwischen Kreditgebern und -nehmern. Dieses dezentralisierte Modell bietet Online-Finanzdienstleistungen an und geht mit weniger Kosten einher als traditionelle Finanzinstitute. Beispiele für solche Unternehmen sind Lending Club und Prosper. Sie ermöglichen niedrigere Zinsen für Kreditnehmer und höhere Zinsen für Kreditgeber als traditionelle Kreditunternehmen.

Die alternativen Kreditplattformen, die v. a. ungesicherte persönliche Kreditlinien, aber keine Kreditkarten umfassen, sind zwar im Vergleich zu Regionalbanken immer noch relativ klein, sind aber von 2014 bis Ende 2016 von 11,7 Mrd. US-Dollar auf 35,2 Mrd. US-Dollar gewachsen. Nach Angaben von PwC erteilten P2P-Plattformen in den USA 2014 Kredite in Höhe von 5,5 Mrd. US-Dollar. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Markt bis 2025 ein Volumen von mindestens 150 Mrd. US-Dollar erreichen könnte6. 

Trotz des stetigen Wachstums konnten virtuelle Kreditgeber (mit Ausnahme von Quicken) bisher keinen großen Anteil am traditionellen Verbraucherkreditmarkt mit einem Wert von 13 Bio. US-Dollar für sich beanspruchen7 – und dies, obwohl sie aus Sicht der Verbraucher deutlich besser abschneiden als Banken. Abbildung 4 zeigt, dass die Promoter Scores, die die Kundenzufriedenheit angeben, von P2P-Kreditgebern deutlich höher ausfallen als die von traditionellen Kreditanbietern. Stattdessen ist der Markt für Kreditvergabe stetig gewachsen, wie Abbildung 5 zeigt. Dies spricht dafür, dass virtuelle Kreditgeber nicht-traditionelle Kunden für sich gewinnen.

Abbildung 4: Durchschnittliche Promoter Scores nach Kreditgeber

Durchschnittliche Promoter Scores nach Kreditgeber
Durchschnittliche Promoter Scores nach Kreditgeber

Quelle: Weltwirtschaftsforum.

Abbildung 5: Kreditvergaben von Fintech-Unternehmen haben zugenommen, dies trifft aber auch auf Kreditvergaben insgesamt zu

Kreditvergaben von Fintech-Unternehmen haben zugenommen, dies trifft aber auch auf Kreditvergaben insgesamt zu
Kreditvergaben von Fintech-Unternehmen haben zugenommen, dies trifft aber auch auf Kreditvergaben insgesamt zu

Quelle: Deutsche Bank, Transunion.

Obwohl der technologische Fortschritt ein wichtiger Faktor für niedrigere Kosten und größere Annehmlichkeit ist, halten wir es aufgrund der Finanzierungsstruktur für fraglich, ob Tech-Unternehmen den traditionellen Unternehmen nennenswerte Marktanteile wegnehmen werden. Wie während der Finanzkrise beobachtet werden konnte, sind Unternehmen mit einem Wholesale-Funding-Modell gegenüber Liquiditätsschocks sehr anfällig. Eine Banklizenz würde zwar die Finanzierungsmerkmale verbessern, strenge aufsichtsrechtliche Auflagen und Aufsicht gingen jedoch mit beträchtlichen finanziellen und operativen Kosten einher, was zulasten des inhärenten Effizienzvorteils ginge, den sie gegenüber traditionellen Banken aufweisen. 

Eine Ausnahme könnte die Zulassung als ILC (Industrial Loan Company) darstellen. ILCs erlauben es Unternehmen, Bankgeschäfte durchzuführen, von der Annahme von Einlagen bis zur Kreditvergabe. GE, Target, General Motors und andere Unternehmen erhielten eine Zulassung als ILC, Walmart jedoch nicht. ILCs werden vom US-Kongress und (falls sie Einlagen entgegennehmen) der US-amerikanischen Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) genehmigt, und von der FDIC und dem US-Bundesstaat, in dem sie eingetragen sind, reguliert. Die Muttergesellschaft untersteht jedoch nicht der Aufsicht der US-Notenbank Fed. Das Unternehmen ist nicht gezwungen, die CCAR-Standards (Comprehensive Capital Analysis Review) oder Leverage-/Liquiditätsanforderungen zu befolgen, sodass es gegenüber traditionellen Bank-Holdings einen Kostenvorteil besitzt. 

Der Kostenvorteil ermöglicht es einem großen Unternehmen mit einem ILC, mit einer Gemeinschaftsbank in einen direkten Wettbewerb zu treten, was die Genehmigung von ILC-Anträgen für lokale Politiker oft erschwert. Dies könnte erklären, warum wir keinen nennenswerten Anstieg von ILCs beobachten, obwohl Square und SoFi gegenwärtig eine Genehmigung anstreben. 

Wir bezweifeln aufgrund von Aufsichts- und systemischen Aspekten, dass große Unternehmen wie Amazon, Apple oder Google eine ILC-Genehmigung erhalten werden. Die ILC-Genehmigung von Walmart wurde mehrmals zurückgewiesen, bedingt durch Moratorien der FDIC im Hinblick auf Gründungen von ILCs und die Befürchtungen des Kongresses, dass Walmart die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Gemeinschaftsbanken gefährden könnte. 

Ein weiterer erschwerender Faktor ist die Kreditbetreuung, insbesondere bei ungesicherten Verbraucherkrediten. Zwar sind die Algorithmen zur Berechnung der Kreditfähigkeit inzwischen aussagekräftiger, die Kreditvergabe ist jedoch immer noch eine Kunst – wird sie unsachgemäß durchgeführt, kann es zu beträchtlichen Ausfällen und Kreditverlusten kommen. In den vergangenen 30 Jahren haben Einzelhändler wie Sears, Macy’s, Target, Best Buy und Nordstrom Verbraucherkreditgeschäfte gestartet, nur um sie – nach beträchtlichen Kreditverlusten – Banken zu überlassen.  Unsere These der Kreditvergabe als "Kunst" wird von frühen Fintech-Ergebnissen untermauert (siehe Abbildungen 6 und 7). Obwohl Fintech-Unternehmen auf „Near Prime“-Kreditnehmer abzielen, sind ihre Ausfallraten in der Regel höher als die von Banken und traditionellen Finanzunternehmen. 

Abbildung 6: Schwerpunkt von Fintech-Unternehmen auf „Near Prime“-Verbraucher

Schwerpunkt von Fintech-Unternehmen auf „Near Prime“-Verbraucher
Schwerpunkt von Fintech-Unternehmen auf „Near Prime“-Verbraucher

Quelle: Deutsche Bank, Transunion

Abbildung 7Fintech-Ausfallraten höher in Kategorien mit niedrigerem Risiko [8]

Fintech-Ausfallraten höher in Kategorien mit niedrigerem Risiko
Fintech-Ausfallraten höher in Kategorien mit niedrigerem Risiko

Quelle: Deutsche Bank, Transunion.

Anstatt auf die Finanzierung oder Vergabe von Krediten wird sich die Fintech-Disruption unseres Erachtens auf die Lieferkette oder die Kreditschöpfung konzentrieren, um mit Gebühren und gesteigerten Umsätzen Geld zu verdienen.  Aus diesem Grund rechnen wir damit, dass Fintech-Unternehmen weiterhin an einer Zusammenarbeit mit Banken und anderen traditionellen Kreditgebern interessiert sind und eher als Verbindungsinstanz denn als Vermögensverwalter fungieren werden. 

Wie werden die Banken reagieren?

Das konsolidierte Bankensystem bietet etablierten Banken das Kapital, um organisch und durch Übernahmen zu investieren. Wir können bereits beobachten, dass Banken Technologien erwerben oder mit Fintech-Unternehmen zusammenarbeiten. Nahezu jede große Bank hat entweder eine Zusammenarbeit oder den Kauf von kleinen Fintech-Unternehmen angekündigt, die Kredite vergeben, Kundendaten erheben, Produkte vermarkten, Sicherheitssoftware bieten und vieles mehr.  Die Zusammenarbeit von JPMorgan mit OnDeck und Digital Asset Holdings oder der Bank of America mit Microsoft und Cardlytics und die vielen kleinen Übernahmen von Fintech-Unternehmen durch Capital One dienen dafür als Beispiele. Diese Partnerschaften zeigen, dass Banken proaktiv nach Wegen suchen, um das Kundenerlebnis und ihre operative Effizienz zu verbessern, während sie gleichzeitig ihr Revier schützen. In dieser frühen Phase sind solche Partnerschaften und kleinen Übernahmen unseres Erachtens relativ kostengünstige Formen von Forschung und Entwicklung, die Banken letztlich dabei helfen, ihre internen Dienstleistungen weiterzuentwickeln.

Parallel zu den kundenorientierten Investitionen zur Verbesserung der Produktangebote und des Kundenerlebnisses prüfen Banken, wie sich Back-Office-Tätigkeiten mit Technologie verbessern lassen. Distributed-Ledger-Technologie, wie Blockchain9, könnte die Back-Office-Kosten für Buchhaltung, die Bearbeitung von Verbindlichkeiten und Forderungen, treuhänderische Verwaltung, Handelsfinanzierung und Handelsoperationen erheblich reduzieren. Zwar rechnen wir damit, dass durch die vollständige Integration von Distributed-Ledger-Technologie beträchtliche Kosten entstehen werden – die Einsparungen, die diese Technologie verspricht, könnten jedoch die Branche von Grund auf verändern.

Seit der Finanzkrise haben alle Banken Kostensenkungsprogramme eingeführt. Wir glauben, dass die Distributed-Ledger-Technologie hierbei an erster Stelle stehen könnte, insbesondere in Kombination mit den Effizienzsteigerungen, die durch Front-End-Plattformen erreicht werden (siehe Abbildung 8). Wir halten es für wahrscheinlich, dass die Operating Efficiency Ratio (Ausgaben/Einnahmen) um 10 bis zu 15 Basispunkte nachgeben und systemweit auf 40 %–45 % fallen wird. Das gegenwärtige Niveau beträgt etwa 55 %–59 %. Daraus ergeben sich niedrigere Betriebskosten, von denen sowohl Anteilsinhaber in der Form von höherer Rentabilität als auch Kunden über eine bessere Auftrags- und Produktausführung und größere Sicherheit profitieren werden.

Abbildung 8Reduktion des Nettoaufwands um 60 Mrd. USD in den nächsten fünf Jahren (auf die größten Märkte ausgerichtet) [10]

Reduktion des Nettoaufwands um 60 Mrd. USD in den nächsten fünf Jahren
Reduktion des Nettoaufwands um 60 Mrd. USD in den nächsten fünf Jahren

Quelle: Morgan Stanley.

Fazit: Ein Win-Win für Fintech und Banken

Wir glauben, dass die Disruption die Disintermediation weiter vorantreibt. Die Branche hat sich an ihre Umgebung erfolgreich angepasst und wird dies auch in Zukunft tun. Die Branche wird von der nächsten Runde der Disintermediation profitieren, indem sie ihre Produktangebote und ihre Fähigkeit, diese Produkte an ihre Kunden zu liefern, stetig und effizient verbessert. 

Die finanziellen Polster der größten Banken werden in den nächsten fünf Jahren wahrscheinlich zu einer erheblichen Branchenkonsolidierung führen, da die kleineren Banken mit der Geschwindigkeit des Fortschritts nicht mithalten können und entweder ihr Geschäft aufgeben oder von Konkurrenten übernommen werden. Die Überlebenden werden gut aufgestellt sein, um Technologieunternehmen zu erwerben, die die organische Entwicklung von kundenorientierten Technologien verbessern, und um ihre operative Effizienz stetig zu verbessern. Schon jetzt wirkt sich das auf das Produktangebot der Banken aus.

Die Vorteile werden über schnellere, transparente und sichere Produkte und Dienstleistungen auf den Kunden übertragen, während Anteilsinhaber von einer höheren Rentabilität und Aufsichtsbehörden von schlankeren, einfacheren und effizienteren Prozessen profitieren werden. Wir glauben, dass sich die symbiotische Beziehung zwischen Fintech-Unternehmen und der Bankenbranche zum beiderseitigen Vorteil entwickeln wird.


[1] The Origins of the Modern World: Fate and Fortune in the Rise of the West. Rowman & Littlefield, 7. Dez. 2006.

[2] Banking and Finance on the Internet, John Wiley and Sons.

[3] Das erste Apple iPhone wurde 2007 auf den Markt gebracht.

[4] Veröffentlichung der US-Notenbank Fed: The Federal Reserve Payments Study 2016: https://www.federalreserve.gov/newsevents/press/other/2016-payments-study-20161222.pdf.

[5] Veröffentlichung des Wall Street Journal: https://www.wsj.com/articles/chinas-mobile-payment-boom-changes-how-people-shop-borrow-even-panhandle-1515000570.

[6] Veröffentlichung von PwC: Peer Pressure: https://www.pwc.com/us/en/consumer-finance/publications/assets/peer-to-peer-lending.pdf.

[7] Bloomberg, New York Federal Reserve.

[8] Deutsche Bank: ,State of the US Consumer.’ 26. Februar 2018.

[9] Blockchain ist eine Technologie, die Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum zugrundeliegt.

[10] Veröffentlichung von Morgan Stanley: Banking at the Speed of Light: https://www.morganstanley.com/ideas/global-banking-equities.

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