Kames Capital: Die EZB hat die Quelle der Unsicherheit gedämpft

Sandra Holdsworth, Fondsmanagerin Fixed Income bei Kames Capital.

Durch die Signalisierung der Zinspolitik für einen so langen Zeitraum habe der EZB-Präsident eine potenzielle Quelle der Unsicherheit beseitigt oder zumindest gedämpft, meint Sandra Holdsworth, Fondsmanagerin Fixed Income, bei Kames Capital.

15.06.2018 | 09:35 Uhr

"Die EZB hat heute die Leitzinsen auf ein neues Niveau gehoben und signalisiert, dass die Zinsen in den nächsten zwölf Monaten höchstwahrscheinlich auf dem derzeitigen Niveau bleiben werden. Der Zinssatz für Einlagen bleibt mit -0,40% negativ, der Refinanzierungszinssatz steht bei 0,0% und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 0,25%. Auch die Beendigung des Anleihekaufprogramms wurde für Dezember 2018 verkündet. Die EZB veröffentlichte darüber hinaus die Personalwirtschaftsprognosen für die nächsten drei Jahre. Das bisherige Wirtschaftswachstum für 2018 wurde auf ein immer noch gesundes Niveau von 2,1 % nach unten korrigiert und infolge der Prognosen einer höheren Ölpreisinflation für 2018 und 2019 leicht angehoben. Wichtig ist, dass die Inflation für 2020 immer noch unter 2,0 % angesetzt wird, weshalb die EZB auch weiterhin gemäßigte Töne anschlägt. In der Pressekonferenz im Anschluss an die Entscheidung war Mario Draghi darum bemüht zu betonen, wie weit die Inflation und damit die Entscheidung, den Kauf von Vermögenswerten einzustellen, fortgeschritten sei.

Durch die Signalisierung der Zinspolitik für einen so langen Zeitraum hat der EZB-Präsident eine potenzielle Quelle der Unsicherheit beseitigt oder zumindest gedämpft, die von den Renten- und Aktienmärkten gleichermaßen begrüßt werden sollte."


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