
In Kürze erfolgt der Börsengang von SpaceX. Unabhängig davon, ob die Rakete zündet, kann es für ein ETF-Depot eine erhöhte Belastung bedeuten.
08.06.2026 | 06:05 Uhr
Denn ETFs und andere passive Produkte müssen SpaceX allokieren.
Wie Medien melden, liegt der Wert bei Börsengang bei 1,77 Billionen US-Dollar. Den Indexbetreibern bleibt keine andere Wahl, als die Aktie umgehend in den jeweiligen Index aufzunehmen. Zwar wirkt der geringe Free-Float (Streubesitz) auf die Anfangsallokation mindernd, in der Breite ist die Auswirkung jedoch nicht zu vernachlässigen.
Der Automatismus der bedingungslosen Indexaufnahme birgt für ETF-Anleger ein sich vierfach potenzierendes Risiko:
1.
Klumpenrisiko durch SpaceX
In den Tech- und Weltindex trackenden ETFs sowie jeweiligen indexnahen Fonds
muss SpaceX umgehend aufgenommen werden. Damit werden ETF-Anleger unweigerlich
zu SpaceX-Teilhabern und das mitunter mehrfach, ob sie wollen oder nicht.
2.
SpaceX – Kursphantasie: Fehlanzeige!
Der zu erwartende geringe Free-Float wirkt anfänglich wie ein
Kursbeschleuniger. Denn alle passiven Produkte, die entsprechende Indizes
abbilden und indexnah aufgestellt sind, müssen SpaceX kaufen. Am Tag der
Notierungsaufnahme werden höchstwahrscheinlich die Kurse entsprechend steigen,
was die Kursphantasie bis auf Weiteres dämpfen kann.
3.
Verlustgefahr jenseits von SpaceX
Um die Anfangsallokation von SpaceX sicherzustellen, müssen die Indexbetreiber
andere Werte verkaufen. Es wird naheliegend sein, dass die bisher sich gut
entwickelten Tech-Werte auf der Verkaufsliste stehen. Es werden also Werte, die
einen Lauf haben, gegen einen vermutlich ausgereizten Titel ersetzt.
4.
Altaktionäre können bereits Gewinne
realisiert haben: Kein Drawdown-Management
Je nach Struktur des IPOs haben Altaktionäre die Möglichkeit, ihre Aktien nach
der Lock-Up-Frist zu verkaufen. Altaktionäre, die sich bereits vor dem IPO auf
dem Sekundärmarkt der Aktien entledigt haben, wirken indirekt belastend auf den
Kurs, wenn die Aufkäufer ihre Aktien nach der Lock-up-Frist ebenfalls verkaufen
wollen. Passiven Produkten fehlt die Möglichkeit, diesen Belastungen, die sich
in Kursrückgängen niederschlagen können, entgegenzuwirken.
Fazit: SpaceX belastet die Anleger passiver Produkte in mehrfacher Weise. Wer dem entgehen möchte, sollte Produkte mit aktivem Management wählen.
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