WisdomTree: Palladium setzt seine rekordverdächtige Rally fort und steigt auf über 2.800 US

Die Palladiumpreise gehen durch die Decke. Die Nachfrage nach Safe Haven Assets in Verbindung mit den Prognosen eines sich ausweitenden Angebotsdefizits unterstützt die rekordverdächtige Rallye.

21.02.2020 | 08:19 Uhr

Aneeka Gupta
Aneeka Gupta
Aneeka Gupta, Associate Director, Research, WisdomTree

Aneeka Gupta, Associate Director, Research, WisdomTree

Die Nachfrageprognose für Palladium (fast 80 Prozent) ist eng mit dem Automobilmarkt verknüpft, denn das Edelmetall wird in großem Umfang in Katalysatoren benzinbetriebener Fahrzeuge verwendet. Die Automobilverkäufe in China gingen im Januar 20201 im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zurück. Strengere Emissionsnormen, insbesondere im von benzinbetriebenen Fahrzeugen dominierten China, dürften die jüngste Schwäche im Automobilabsatz ausgleichen.

Palladium
Palladium
Palladium

Das Schwestermetall Platin, das in Autokatalysatoren dieselbetriebener Fahrzeuge eingesetzt wird, lief der Preisrallye hinterher und stieg 2020 lediglich um 3,872 Prozent, Palladium dagegen um 39,3 Prozent. Noch nie war der Preisunterschied mit 1.700 US-Dollar pro Unze zwischen Palladium und Platin derart groß. Dies sei laut Chemiekonzern Johnson Matthey vor allem auf die Prognosen zurückzuführen, wonach das Defizit bei Palladium im Vergleich zu Platin in diesem Jahr größer als erwartet sein werde. Im Vergleich zu Platin ist der Palladiummarkt sehr klein und illiquide, selbst einige wenige Großaufträge können eine erhebliche Preisbewegung nach sich ziehen. Der Blick in die Zukunft zeigt eine stark abfallende Forwardkurve, die Anleger erwarten offenbar eine gewisse Entspannung der Situation. Bisher erfolgte bei den Katalysatoren trotz des großen Preisgefälles lediglich eine gedämpfte Substitution von Palladium durch Platin.

1 China Association of Automobile Manufacturers

2 Quelle: Bloomberg, per 19. Februar 2020

Diesen Beitrag teilen: