
Auch für das Jahr 2026 wird ein weiterer Anstieg der Dividendenausschüttungen in Europa erwartet. Gemessen am MSCI Europe Index dürfte erneut ein Rekordjahr erreicht werden.
10.02.2026 | 09:41 Uhr
Damit würden die Ausschüttungen – mit Ausnahme des von der Pandemie überschatteten Jahres 2020 – seit der Finanzkrise kontinuierlich steigen. Bei einer aktuellen Dividendenrendite (für das Jahr 2026) von ca. 3,2 % rechnen Analysten für den Zeitraum von 2025 bis 2028 mit einem durchschnittlichen Dividendenwachstum von rund sieben Prozent pro Jahr.
Europa bleibe damit aus globaler Sicht die attraktivste Region für Dividendeninvestoren, so Boris Anbinder, Head of European Equities bei Metzler Asset Management. Zwar liege die aktuelle Dividendenrendite auf Indexsicht mit rund 3,3 Prozent leicht unter dem historischen Durchschnitt, dies sei jedoch vor allem Ausdruck einer Ausweitung der Bewertungen.
„Die Ausschüttungsquoten bewegen sich aber weiterhin auf einem gesunden Niveau von etwa 50 Prozent“, betont der Experte für europäische Dividendenaktien. Zudem hätten Aktienrückkäufe in Europa zuletzt deutlich an Bedeutung gewonnen und könnten die Gesamtrendite um weitere ein bis eineinhalb Prozentpunkte erhöhen.
Zusätzlichen Rückenwind für künftige Ausschüttungen erwartet Anbinder von den angekündigten Fiskalmaßnahmen in Europa, die ab 2026 zunehmend in der Realwirtschaft wirksam werden dürften. Steigende Umsätze und Gewinne könnten sich entsprechend positiv auf die Dividendenentwicklung auswirken.
Auf Sektorebene hält Anbinder weiterhin Finanzwerte für besonders attraktiv. Banken und Versicherer böten mit rund fünf Prozent die höchsten Dividendenrenditen und ergänzten diese zunehmend durch Aktienrückkäufe.
Auch das erwartete Dividendenwachstum im hohen einstelligen Bereich erscheine überzeugend. Darüber hinaus sieht der Experte Chancen im Bau- und Infrastrukturbereich sowie im Industriesektor. „Diese Unternehmen dürften überdurchschnittlich von fiskalischen Impulsen profitieren“, so Anbinder. Dies könne auch Raum für positive Dividendenüberraschungen oder Sonderausschüttungen eröffnen.
Zur Vorsicht rät der Experte hingegen bei Sektoren, die zwar auf den ersten Blick hohe Dividendenrenditen bieten, deren Ausschüttungsquoten jedoch bereits deutlich überdurchschnittlich sind. In Bereichen wie Chemie, Einzelhandel und Energie liege das Dividendenwachstum klar unter den Marktdurchschnitt und teilweise sogar unterhalb der Inflationsrate.
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