
Die vergangenen Wochen waren für viele Biotech-Anleger herausfordernd. Insbesondere kleinere und mittelgroße Biotechnologieunternehmen mussten deutliche Kursverluste hinnehmen.
28.10.2026 | 06:30 Uhr
Marketingmitteilung
Was die Kurse derzeit belastet
1. De-Grossing: Technischer Verkaufsdruck durch institutionellen Risikoabbau
Ein wichtiger Erklärungsansatz ist das sogenannte „De-Grossing“. Dabei reduzieren insbesondere Hedgefonds den Gesamtumfang ihrer Long- und Short-Positionen: Sie verkaufen gehaltene Aktien und kaufen zuvor leerverkaufte Aktien zurück. So sinkt das Volumen ihrer Engagements auf beiden Seiten. Solche Positionsanpassungen dienen dem Risiko- und Liquiditätsmanagement im Fonds. Jedoch können auch Unternehmen unter Verkaufsdruck geraten, zu denen es keine negativen Nachrichten gibt.
Ein konkretes Beispiel diskutiert BioCentury (renommiertes Branchenmagazin) im Podcast vom 12. Oktober. Nach Einschätzung der dort zitierten Marktteilnehmer könnte der starke Kursanstieg von Moderna nach positiven klinischen Daten im August bei spezialisierten Fonds mit Short-Positionen erhebliche Verluste ausgelöst haben. Um Liquidität zu schaffen und Risiken zu reduzieren, könnten diese Fonds anschließend andere Biotech-Positionen verkauft haben. BioCentury nennt dabei auch Aktien, die im September ohne negative Unternehmensnachrichten deutlich nachgaben.*
Diese Erklärung ist plausibel. Ihr tatsächlicher Beitrag zu den Kursrückgängen lässt sich jedoch nicht verlässlich beziffern. Wir betrachten De-Grossing deshalb als einen von mehreren Belastungsfaktoren.
2. Höhere Kapitalmarktzinsen belasten Wachstumsunternehmen
Ein weiterer starker Gegenwind kommt von den US-Kapitalmarktzinsen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag am 16. Oktober bei 5,09 Prozent, gegenüber 4,75 Prozent Ende August. Gleichzeitig haben sich die Erwartungen an die weitere Zinsentwicklung eingetrübt. Die anhaltend hohe Inflation hat Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen gedämpft.
Höhere Zinsen mindern den heutigen Wert künftig erwarteter Erträge. Besonders betroffen sind Biotechnologieunternehmen, deren Medikamente sich noch in der Entwicklung befinden und die zur Finanzierung ihrer Forschung und klinischen Studien auf externes Kapital angewiesen sind. Genau in diesem Segment liegt unser Investitionsschwerpunkt bei Medical Strategy.
3. Weniger Rückenwind durch Übernahmen
Nach einem starken ersten Halbjahr hat die Übernahmedynamik im dritten Quartal nachgelassen. Damit hat ein wichtiger Kurstreiber des Biotech-Sektors zuletzt an Kraft verloren. Das bisherige Jahresvolumen bleibt dennoch hoch, und der Bedarf großer Pharmaunternehmen an innovativen Medikamenten besteht unvermindert fort. Wann dieser Bedarf in konkrete Übernahmen mündet und welche Unternehmen davon profitieren, lässt sich nur schwer vorhersagen. Auch die bevorstehenden US-Zwischenwahlen (Mid-Term) könnten zu einer vorübergehenden Zurückhaltung beitragen, wenn übernehmende Unternehmen vor größeren Transaktionen zunächst mehr Klarheit über die künftigen politischen Rahmenbedingungen benötigen. Dass Übernahmen dennoch jederzeit für positive Impulse sorgen können, zeigt eine brandaktuelle Entwicklung aus unserem eigenen Portfolio: Erst gestern wurde die Übernahme eines unserer Portfoliounternehmen bekannt gegeben. Weitere Einzelheiten dazu finden Sie in den nachfolgenden News.
Was das für den MEDICAL BioHealth bedeutet
Neben dem Marktumfeld prägt auch unsere Portfolioausrichtung die Fondsentwicklung. Gegenüber dem Nasdaq Biotechnology Index (NBI) gewichten wir große, etablierte Biopharma-Unternehmen geringer und setzen stärker auf innovative Unternehmen, deren Medikamente sich noch in der klinischen Entwicklung oder bereits an der Schwelle zur Marktzulassung und Kommerzialisierung befinden.
Am außergewöhnlich starken Kursanstieg der ebenfalls im NBI enthaltenen Forschungs- und Diagnostikanbieter (Tools & Diagnostics) haben wir nicht partizipiert. Hinzu kam eine ausgeprägte Marktrotation, unter anderem aus KI-Aktien in größere Biopharma-Unternehmen. Auch einzelne, aus unserer Sicht nicht ausschließlich fundamental begründete Kursanstiege, etwa bei Moderna, begünstigten den Index.
Gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit bevorzugen Anleger zunächst häufig größere, etablierte und liquide Unternehmen, bevor sich eine Erholung auf kleinere, innovationsgetriebene Werte ausweitet. Diese außergewöhnlich einseitige Marktentwicklung erklärt einen wesentlichen Teil unserer Abweichung gegenüber dem NBI.
Umso wichtiger ist es für uns, unserer langfristigen Anlagestrategie treu zu bleiben: durch eine konsequente Unternehmensauswahl jene innovativen Biotechnologieunternehmen frühzeitig zu identifizieren, deren medizinisches Potenzial, überzeugende klinische Daten und attraktive Bewertungen vom Markt nicht ausreichend erkannt werden.
Wo die Korrektur neue Chancen eröffnet
Interessant wird eine Korrektur dort, wo Kurse stärker fallen, als es die veränderten wirtschaftlichen Perspektiven und Risiken rechtfertigen. Gerade diese irrationalen technischen Verkäufe aus Liquiditäts- oder Risikogründen sowie das Zinsniveau können solche Gelegenheiten schaffen. Beide Faktoren können die Aktienkurse erheblich belasten, ohne dass sich das medizinische und wirtschaftliche Potenzial der Unternehmen entsprechend verändert.
Genau darin sehen wir derzeit attraktive Chancen: Wo die Bewertungen stärker gefallen sind, als es die fundamentalen Perspektiven rechtfertigen, ergeben sich interessante Einstiegs- und Nachkaufgelegenheiten.
Denn so sehr die Finanzwelt kurzfristig einem DCF-Modell zu folgen scheint, langfristig sind es in der Biotechnologie vor allem klinische Erfolge, Zulassungen und medizinische Innovationen, die Unternehmenswert schaffen. Diese fundamentalen Wachstumstreiber bleiben intakt und können auch bei unveränderten Zinsen für erhebliches Wertsteigerungspotenzial sorgen. Eine Entspannung des Zinsumfelds würde zusätzlichen Rückenwind bringen.
Wie schnell sich die Marktstimmung ändern kann, wenn sich wesentliche Unsicherheiten auflösen, zeigt die jüngste Vergangenheit: Ende 2023 sorgten sinkende US-Anleiherenditen und die Aussicht auf Zinssenkungen für eine kräftige Biotech-Erholung. Ab Frühjahr 2025 folgte eine weitere starke Aufwärtsbewegung, unter anderem weil regulatorische Sorgen nachließen. Auch die US-Zwischenwahlen Anfang November könnten nun für mehr politische Klarheit sorgen.
Zugleich bestehen die wesentliche Wachstumstreiber der Branche fort: 46 FDA-Neuzulassungen (CDER) bis zum 9. Oktober 2026 unterstreichen die Innovationskraft der Branche. Über 230 Mrd. US-Dollar Branchenumsatz sind bis 2030 vom Verlust der Marktexklusivität betroffen – das erhöht den Druck auf Big Pharma, sich neue Wirkstoffe durch Kooperationen und Übernahmen zu sichern. KI eröffnet zudem Chancen für eine schnellere und produktivere Forschung. Zugleich verstärkt der technologische Wettbewerb zwischen den USA und China den strategischen Stellenwert der Biotechnologie und den Anreiz, in Innovation zu investieren.*
Unser Blick nach vorne
In den kommenden Wochen können die Märkte zunächst unruhig bleiben. Die US-Zwischenwahlen Anfang November könnten zumindest für mehr politische Klarheit und damit für eine gewisse Entlastung im Sektor sorgen. Wann sich die aus unserer Sicht attraktiven Bewertungen wieder in steigenden Kursen widerspiegeln, lässt sich jedoch nicht verlässlich vorhersagen.
Unsere Zuversicht stützt sich auf die medizinischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten ausgewählter Unternehmen. Unser Anspruch bleibt dabei, diese Chancen durch wissenschaftliche Analyse, disziplinierte Bewertung und eine bewusste Steuerung der Portfoliorisiken für unsere Anleger zu erschließen.
Sie möchten mehr erfahren? Dann besuchen Sie unsere Website
Quellen
[1] BioCentury This Week, Folge 392, Biotech markets: Pause
before the storm?, 12.10.2026; Moderna-Hypothese ab Minute 2:55.
[2] FDA: Novel Drug Approvals for 2026, Zulassungsliste des CDER, Stand 9.
Oktober 2026.
[3] IQVIA: Biopharma M&A: Outlook for 2026, 19. Januar 2026, Abschnitt
„Outlook for 2026 – Patent cliff“.
[4] FDA: Artificial Intelligence for Drug Development.
[5] Eigene Einordnung auf Grundlage von: NSCEB – U.S. vs. China: Government
Action on NSCEB Recommendations sowie chinesische Regierung – National Venture
Capital Guidance Fund, 26. Dezember 2025.
Rechtliche Hinweise
Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Dies ist eine unverbindliche Marketingmitteilung. Sie dient
ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder ein öffentliches
Angebot, eine Empfehlung, eine Beratung oder eine Aufforderung zum Kauf oder
Verkauf von Fondsanteilen dar, noch ist sie als Aufforderung anzusehen, ein
Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder
Nebenleistung abzugeben.
Es handelt sich nicht um eine Kaufs- bzw. Verkaufsempfehlung. Die enthaltenen
Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung oder sonstige
Empfehlung dar. Sie ersetzen keine individuelle Anlageberatung. Es kann keine
Zusicherung gemacht werden, dass die Anlageziele erreicht werden.
Wertentwicklungen aus der Vergangenheit sind keine Garantie und kein Indikator
für künftige Wertentwicklungen. Bitte lesen Sie den Prospekt und das
Basisinformationsblatt (BIB), bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung
treffen. Verbindliche Grundlage für den Kauf des Fonds sind das BIB, der
jeweils gültige Verkaufsprospekt mit dem Verwaltungsreglement bzw. der Satzung,
der zuletzt veröffentlichte und geprüfte Jahresbericht und der letzte
veröffentlichte ungeprüfte Halbjahresbericht, die in deutscher Sprache
kostenlos bei der Verwaltungsgesellschaft Hauck & Aufhäuser Fund Services
S.A., 1c, rue Gabriel Lippmann 5365 Munsbach, Luxemburg und unter https://medicalstrategy.de/fonds/medical-bio-health.
Darüber hinaus erhalten Sie weitere Informationen zudem unter:
+49-821-259351-14 oder per Mail an relations@medicalstrategy.de.
Weitere ausführliche Hinweise zu den Chancen und Risiken enthält der Verkaufsprospekt und das Basisinformationsblatt.
Die Risikoklasse 5 beruht auf der Annahme, dass die empfohlene Haltedauer eingehalten wird. Der Risikoindikator kann einen Wert zwischen 1 und 7 haben. Das aktiv gemanagte Fonds-Portfolio wird nicht in Bezug auf einen Referenzindex verwaltet.
Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen der jeweiligen Anleger:innen ab und kann künftigen Änderungen unterworfen sein.
Die Fonds der Medical Strategy GmbH wurden nach deutschem Recht aufgelegt und sind in Deutschland/Österreich/ Niederlande sowie Spanien zum Vertrieb zugelassen. Die Anteile dieses Fonds sind nicht für den Vertrieb in den USA oder an US-Bürger:innen bestimmt.
Die Verwaltungsgesellschaft kann beschließen, die Vorkehrungen, die sie für den Vertrieb der Anteile ihrer Organismen für gemeinsame Anlagen getroffenen hat, gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG aufzuheben. Informationen zu Anlegerrechten sind unter https://www.hal-privatbank.com/ einsehbar.
Die in dieser Produktinformation enthaltenen Meinungsaussagen geben die aktuelle, sorgfältig erstellte Einschätzung der Medical Strategy GmbH wieder; diese können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Die Medical Strategy GmbH sowie Dritte, von denen die Medical Strategy GmbH Informationen bezieht, übernehmen trotz sorgfältiger Beschaffung und Bereitstellung keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität oder Genauigkeit sowie Verfügbarkeit der im Rahmen dieses Informationsangebots zum Abruf bereitgehaltenen und angezeigten Daten. Die Medical Strategy GmbH und die anevis solutions GmbH, welche die Präsentation/Monatsberichte technisch erstellt, haben die Daten nicht selbst verifiziert und übernehmen keine Haftung für Verluste, die durch die Verwendung dieser Informationen verursacht oder mit der Nutzung dieser Informationen im Zusammenhang stehen.
Die Verwendung dieser Informationen erfolgt auf eigenes Risiko.
Jede unautorisierte Form des Gebrauchs dieses Dokumentes, insbesondere dessen Reproduktion, Verarbeitung, Weiterleitung oder Veröffentlichung ist untersagt. Die Ersteller:in dieses Dokuments, sowie die mit ihr verbundenen Unternehmen, schließen jede Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der enthaltenen Informationen und geäußerten Meinungen zur Gänze aus. In diesem Dokument gegebenenfalls enthaltene Performancekennzahlen der Vergangenheit, Backtestdaten sowie vergangenheits- oder zukunftsbezogene Simulationen sind keine Gewähr für zukünftige Entwicklungen. Eine Anlage bezieht sich auf den Erwerb von Anteilen am Fonds und nicht direkt auf die zugrunde liegenden Vermögenswerte.
Stand: 27.10.2026
Vorteile
Risiken
Diesen Beitrag teilen: