EdR AM: „Wir sind weiterhin bullish“

EdR AM: „Wir sind weiterhin bullish“

Die Grundüberzeugung von Edmond de Rothschild Asset Management ist seit dem 9. November 2020, als Pfizer den ersten Impfstoff gegen Covid-19 ankündigte, unverändert geblieben.

23.02.2021 | 09:40 Uhr

„Die konjunkturelle Erholung wird stark sein und hat sich noch nicht im vollen Umfang in den Kursen niedergeschlagen, trotz bereits deutlich gestiegener Marktbewertungen. Seither haben sich zwar wertorientierte und konjunkturabhängige Sektoren stark erholt, doch insgesamt betrachtet war die Entwicklung bescheiden, wenn man die Intensität des Einbruchs im vergangenen Jahr bedenkt“, sagt Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer von Edmond de Rothschild Asset Management.

Auch bei Unternehmensanleihen ist nach Ansicht des Experten eine ähnliche Entwicklung zu beobachten: Trotz deutlich niedrigerer Ausfallquoten als befürchtet und der aufkommenden wirtschaftlichen Erholung, bleiben Spreads zwischen Investment-Grade- und Hochzinsanleihen nach wie vor hoch, auch wenn der Überfluss an Liquidität alle Spreads verringert hat, so Melman. Zwar seien Investoren durchaus stark in risikobehafteten Anlagen allokiert, aber dennoch konzentrieren sich weiterhin auf defensive Segmente. Für ihn steht daher fest: „Es besteht das Potenzial, mehr von der erwarteten Erholung zu profitieren, weshalb Anleger risikoreiche Anlagen präferieren sollten.“

Nicht gegen die Fed kämpfen

Die aktuellen Marktbewertungen sind nicht zu optimistisch, ist Melman überzeugt.Risiko sieht er vielmehr seitens der Politik der Zentralbanken, die eine massive „Monetarisierung“ eingeleitet hatten, als bei den Marktbewertungen, die seiner Ansicht nach zwar hoch, aber nicht extrem sind. Aus Sicht des Experten könnte sich die letztendliche Rückabwicklung dieser ultra-akkommodierenden Geldpolitik als schwierig erweisen, denn Anleger seien nach wie vor bestrebt, in risikoreiche Anlagen zu investieren. „Je früher die US-Notenbank Details zum Zurückfahren der expansiven Geldpolitik bekannt gibt, desto leichter wird es für die Märkte sein, diese Veränderung zu verarbeiten. Während Anleger auf eine Änderung der Geldpolitik warten, sollten sie die Fed jedoch nicht bekämpfen“, bekräftigt Melman.

Erwartet uns eine noch nie dagewesene Dynamik?

„Die Wirtschaft weißt eine überraschende Widerstandfähigkeit auf“, stellt Melman fest. Denn die ersten Berichte zum BIP der USA im vierten Quartal enthalten ungewöhnliche Informationen: Die Unternehmensinvestitionen gingen nur um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Zum Vergleich: Ein Jahr nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers lag der Rückgang bei 10,3 Prozent. Diese gute Performance liegt nach Ansicht des Experten nicht nur an steigenden Tech-Investitionen. Und auch in den Industrieländern insgesamt sind die Unternehmensgründungen im Jahr 2020 stark angestiegen. Melman ist daher optimistisch: „Diese trotz des Umfelds überraschende Dynamik der Unternehmen könnte bei einer Normalisierung der Lage zu positiven Überraschungen führen.“

Schwellenländerinvestitionen starten wieder durch

Angesichts der erwarteten Markterholung, während der ein gewisses Maß an Spannungen bei den langfristigen Zinssätzen anhalten könnte, reduziert Edmond de Rothschild Asset Management seine Gewichtung in Staats- und Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Investitionen in Wandelanleihen wurden allerdings aufgestockt, um insgesamt die Konvexität in den Portfolios zu erhöhen. „Da wir das Risiko für die Portfolios nicht erhöhen wollen, haben wir den Anteil an Hochzinsanleihen reduziert.“, erläutert Melman.

Anleger, die im Jahr 2020 in Schwellenländeraktien und -anleihen untergewichtet waren, kehren zu diesen Anlagen zurück. Nach Ansicht von Melman profitieren Schwellenmarktanlagen von einigen gut vorhersehbaren Schlüsselfaktoren (hervorragende Entwicklung des chinesischen Wachstums, Transparenz seitens der Fed über die Fortsetzung ihrer Geldpolitik, die für die Neubewertung von Schwellenmarktanlagen günstig ist), einem Abschlag auf vergleichbare Anlagen in Industrieländern und einer möglichen Entspannung oder zumindest dem Ende der Eskalation der geopolitischen Lage unter der neuen US-Regierung. Auch Edmond de Rothschild Asset Management hält daher an der Überzeugung fest: „Wir sind seit einigen Monaten in Schwellenländeranlagen übergewichtet und bleiben dabei.“

Den vollständigen Kommentar in englischer Sprache lesen Sie hier.

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