AXA IM: Korrelationen fürs Multi-Asset-Portfolio nutzen

Serge Pizem, Head of Multi Asset Investments bei AXA Investment Managers (Foto: FundResearch)

Eine Reihe von Risiken, die auf Sicht zu stärkeren Kursschwankungen führen, prägt das Geschehen an den Märkten. Bei der Portfoliokonstruktion ist wichtig zu verstehen, wie Korrelationen funktionieren, erklärt Serge Pizem von AXA IM.

27.09.2018 | 12:39 Uhr

Mit Rückblick auf 2017 könnte manchem Investor warm ums Herz werden – so sehr waren die meisten Assetpreise gestiegen. 2018 war bisher deutlich turbulenter, vor allem in der ersten Jahreshälfte. Doch sollten Investoren die neue Volatilität nicht als Ausreißer nach oben verstehen, sondern eher als Rückkehr zur Normalität. Denn das vergangene Jahr war dank außergewöhnlicher Marktereignisse eine seltene Ausnahme, erläutert Serge Pizem, Head of Multi Asset Investments bei AXA Investment Managers (AXA IM): „Die expansive Geldpolitik veranlasste viele Investoren, Aktien und andere risikobehaftete Wertpapiere zu kaufen. Zudem ging 2017 auch die Volatilität der Fundamentaldaten zurück. Das Wirtschaftswachstum war stabil und stetig, die Inflation stieg nur leicht.“ 

Nun aber präge eine ganze Reihe von Risiken das Geschehen an den Märkten, die auf Sicht zu stärkeren Kursschwankungen führen dürften. Dazu zählten ein eskalierender Handelskrieg, die mögliche Herabstufung Italiens und ein noch stärker wachsender US-Arbeitsmarkt samt steigender Löhne, die wiederum die US-Notenbank Fed zu raschen Zinsschritten veranlassen könnten. Auch die amerikanischen Zwischenwahlen könnten der Volatilität Auftrieb geben. 

Volatilität verstehen

In einem volatilen Marktumfeld könne ein gut konstruiertes Multi-Asset-Portfolio eine geeignete Lösung bieten. Volatitlität und Korrelationen seien dabei wichtige Faktoren für das Portfoliomanagement. „Ein Multi-Asset-Portfolio muss gut diversifiziert sein, um die Volatilität einzelner Assetklassen abzufedern. Negative Korrelationen zwischen den Assetklassen im Portfolio können genau dafür sorgen“, so Pizem. Seien Assetklassen in einem Portfolio negativ miteinander korreliert, könne dadurch die gewünschte Diversifikation erreicht werden – und damit eine sehr viel stetigere und stabilere Performance. Pizem weist dabei auf ein entscheidendes Detail hin, das häufig übersehen werde: „Wichtig ist das Bewusstsein dafür, dass Aktien und Anleihen nicht zwangsläufig negativ korreliert sein müssen. Während des Taper Tantrum 2013 stürzten beide Anlageklassen ab. Man muss daher Alternativen finden, um das Portfolio vor solchen Situationen zu schützen“, so der Experte. 

Alternativdiversifizieren

In diesem Zusammenhang verweist er auf drei aktuelle Portfoliopositionen. Zum einen hat Pizem Staatsanleihen durch inflationsindexierte Anleihen ersetzt. „Unserer Meinung nach ist es zu früh, um das Engagement in renditeträchtigen Titeln wie Aktien oder High-Yield-Anleihen deutlich zu senken. Aber wir wissen auch, dass die Geldpolitik in nächster Zeit vielleicht etwas stärker normalisiert werden könnte. Inflationsindexierte Anleihen können dann helfen, die Volatilität zu begrenzen. Sie bieten laufende Erträge und eine an die Inflation gekoppelte Wertentwicklung.“ 

Die zweite Position ist die Umschichtung von europäischen Aktien in binnenorientierte US-Werte. „Um die möglichen Auswirkungen des Handelskriegs und der politischen Risiken in Europa zu mindern, haben wir unsere Aktienposition etwas mehr auf den US-Markt ausgerichtet“, sagt Pizem. „Die USA sind das binnenorientierteste aller Industrieländer, sodass Exporterlöse hier keine so große Rolle spielen. Hinzu kommt, dass die Stärke der US-Wirtschaft über jeden Zweifel erhaben ist und zu sehr starkem Gewinnwachstum führt. Die starke Binnenorientierung amerikanischer Aktien macht den US-Aktienmarkt extrem krisenfest“, argumentiert Pizem. 

Pizem hat darüber hinaus seine Dollar-Positionen abgesichert. „Wir wissen, dass die Währungsvolatilität in einem Aktienportfolio sehr stark sein und ungewollte Risiken produzieren kann“, sagt er. „Um die Auswirkungen dieser Volatilität auf unsere Total-Return-Fonds zu begrenzen, haben wir uns entschieden, die Währungsposition abzusichern. Wir glauben, dass die nächste große Zentralbank, die ihre Geldpolitik normalisiert, die EZB sein wird, was zu einer gewissen Wechselkursvolatilität führen kann. Und diese Volatilität wollen wir nicht“, so Pizem. 

Korrelationennutzen

Diese drei Positionen stehen sinnbildlich für Pizems Multi-Asset-Ansatz. „Volatilität ist in zwei Hauptkomponenten unterteilbar. Die erste ist die des Anlageuniversums oder Index. Aber diese hängt wiederum von der Volatilität der zweiten Komponente ab, der einzelnen Positionen“, erklärt der Experte. Die Volatilität eines Multi-Asset-Fonds habe sehr viel mit der Korrelation zwischen den Assetklassen zu tun. „Wenn die Assets in einem Portfolio stark korreliert sind, nimmt auch die Portfoliovolatilität tendenziell zu. Ist die Korrelation zwischen den Portfoliowerten aber niedrig, begrenzt dies tendenziell die Gesamtvolatilität“, so Pizems Fazit. Daher sei es bei der Portfoliokonstruktion unabdingbar zu verstehen, wie Korrelationen funktionieren.

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