UBS AM: Weshalb Multi-Faktor-Anlagen überzeugen

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Aktien ins Portfolio aufzunehmen, die bestimmte Merkmale aufweisen, bietet die Chance auf Überrenditen. Viel spricht dabei dafür, verschiedene solcher Faktoren in einem Portfolio zu kombinieren.

07.11.2018 | 10:14 Uhr

Aktien mit bestimmten Merkmalen (Faktoren) schneiden langfristig besser ab als der breite Markt – das zeigen sowohl wissenschaftliche Untersuchungen als auch die Praxis. Doch ob einzelne Faktoren zu Über- oder zu Unterrenditen führen, hängt stark von den Zyklen der Konjunktur und der Finanzmärkte ab. Um damit einhergehende Risiken zu verringern, bietet sich eine Kombination verschiedener Kriterien, zusammengeführt in einem Multi-Faktor-ETF, an.

Einzelne Faktoren und ihre Phasen

Die gängigsten Faktoren am Aktienmarkt sind Value, Größe, Qualität, Aktionärsrendite, Momentum und Volatilität. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile. Beispielsweise brachte Momentum in der Vergangenheit in der Endphase eines Zyklus hohe Renditen ein. In Phasen, in denen die Kurse sanken, lag Momentum zwar noch über der Benchmark, aber unter den Werten der anderen Faktoren. Volatilität schnitt hier am besten ab, lag dafür wiederum in der Endphase des Zyklus unterhalb des MSCI USA.

Hinzu kommt: Dass ein Faktor sich historisch in einer bestimmten Phase stärker entwickelt hat als der Markt, lässt sich nicht ohne Weiteres in die Zukunft fortschreiben. Es ist überaus anspruchsvoll, Faktoren richtig zu timen oder verschiedene Faktoren taktisch geschickt zu rotieren. Genau an diesen Punkten setzen Multi-Faktor-Strategien an. Sie helfen Timing-Risiken zu minimieren.

Nicht auf Überrenditen verzichten

Indem mehrere Kriterien miteinander kombiniert werden, sinkt die Volatilität im Zeitverlauf, ohne Chancen auf Überrenditen verfallen zu lassen. Demnach eignen sich Multi-Faktor-ETFs für Anleger, die nicht auf Faktorprämien verzichten, aber von einem geringeren Risiko als bei einzelnen Faktoren profitieren wollen.

Um solch ein Portfolio aufzubauen, gibt es prinzipiell zwei Herangehensweisen. Erstens die so genannte Soup-Konstruktion, bei der eine Vermischung von Aktien mit gutem durchschnittlichen Exposure gegenüber mehreren Faktoren stattfindet. Der UBS ETF MSCI USA Select Factor Mix UCITS ETF folgt jedoch der zweiten Lösung: dem sogenannten Lego-Ansatz. Denn bei diesem ermöglicht eine Top-Down-Allokation in einzelnen Faktoren eine direkte Zuordnung von Renditen und Risiken. Wie Bausteine werden die sechs gängigen Aktienfaktoren als Teil des Portfolios optimiert und vier Rebalancings im Jahr sorgen dafür, dass die Gleichgewichtung zur Erhaltung der Faktor-Parität gesichert bleibt. Ein Backtest zeigt, dass der vom ETF abgebildete Index den MSCI USA von Dezember 2000 bis Februar 2018 um 260 Basispunkte übertroffen hat. Das Pendant für die Eurozone hätte die Standard-Benchmark MSCI EMU im gleichen Zeitraum sogar um 410 Basispunkte übertroffen. Es gibt also reichlich Belege, die zeigen: Anleger setzen ihr Vertrauen nicht umsonst in Multi-Faktor-ETFs.

Vergleich des Risiko-Rendite Profils
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