Janus Henderson: Neuer MSCI IT Index ist nicht mehr repräsentativ

Graeme Clark, Alison Porter und Richard Clode, Portfoliomanagers im UK-basierenden Janus Henderson Global Technology Team

Was die Neuklassifizierung des MSCI Information Technology (IT) Index Ende November für Anleger bedeutet und warum der Index dann nicht mehr zweckmäßig ist, erläutert das Global Technology Team von Janus Henderson.

27.11.2018 | 09:16 Uhr

Kurz zusammengefasst:

  • Ende November werden Änderungen am MSCI Information Technology (IT) Index vorgenommen, um der GICS-Umklassifizierung einiger Technologiewerte Rechnung zu tragen.
  • Das Global Technology Team von Janus Henderson ist der Meinung, dass der neue MSCI IT Index ohne Internetunternehmen nicht mehr repräsentativ für den Technologiesektor ist.
  • Nach Rücksprache mit Kunden wird das Team die Benchmark auf ein Vergleichsvermögen umstellen, das die Sektoren IT und Kommunikationsdienstleistungen besser abbildet.
  • Die Investmentphilosophie und der Anlageansatz der Strategie mit ihrer Ausrichtung auf sehr überzeugende Anlagechancen und ein aktives Fondsmanagement bleiben unverändert.

Was ändert sich?

Der Global Industry Classification Standard (GICS) von MSCI wird um den neuen Sektor Kommunikationsdienstleistungen ergänzt. Dies hat die Umklassifizierung vieler Internetunternehmen wie Alphabet, Facebook und Tencent vom Technologiesektor in den neuen Sektor Kommunikationsdienstleistungen zur Folge. Entwickler von Spielesoftware werden ebenfalls in diesen neuen Sektor wechseln, während sich Alibaba und eBay zu Amazon im Sektor zyklische Konsumgüter gesellen werden. 

Nach diesen Änderungen ist der MSCI ACWI IT Index aus unserer Sicht nicht mehr für unsere Benchmark-Zwecke geeignet. Abgesehen davon, dass er nicht länger für den Technologiesektor repräsentativ ist, werden sich durch die Umgruppierungen bereits bestehende Konzentrationsprobleme verschärfen. So werden Apple und Microsoft künftig einen Anteil von 15 % bzw. 12 % im neuen Index haben. Für OGAW-Anlagevehikel wie unsere Fonds ist der Index damit für die Portfoliokonstruktion oder Performance-Messung ungeeignet, da den Anlagebeschränkungen zufolge nicht mehr als 10 % des Portfolios auf eine Einzelposition entfallen dürfen.

Wie reagieren wir darauf?

Nach Beratungen sowohl intern als auch mit unseren Kunden stellen wir die Benchmark unserer Global Technology Strategie auf ein Vergleichsvermögen aus MSCI All Countries World IT Index und Communication Services Index um. Wir haben zahlreiche Alternativen in Betracht gezogen, sind aber der Meinung, dass diese Variante für unsere Kunden am besten ist und sich die Änderung nur minimal auf die Strategie und den Anlageansatz auswirkt.

Die Umstellung der Benchmark wird sicherstellen, dass die Mehrheit der Internetaktien, die seit Langem in der Strategie übergewichtet und eine wichtige Alpha-Quelle sind, wesentlicher Bestandteil unserer Benchmark bleiben. Dies wird es uns ermöglichen, weiterhin in Unternehmen wie Alphabet, Facebook und Tencent zu investieren und unserer Einschätzung zu ihnen Ausdruck zu verleihen. 

Hat dies Auswirkungen auf den Anlageansatz des Teams?

An unserem Anlageprozess und unserer Investmentphilosophie wird sich ebenso wenig etwas ändern wie an den von uns gehaltenen Aktien. Zudem behalten wir unseren relativ konzentrierten2 Anlageansatz mit hohem Überzeugungsgrad1 bei. Unsere Strategie eignet sich auch künftig als Basisinvestment für ein Engagement im Technologiesektor. Die maßgeschneiderte Benchmark haben wir kreiert, um die Auswirkungen auf unseren Anlageansatz so gering wie möglich zu halten.

Den GICS haben wir bislang nicht gebraucht, um unser Anlageuniversum3 zu definieren oder uns erklären zu lassen, was ein Technologieunternehmen ist. So wurden beispielsweise weder Amazon noch Netflix jemals als Technologieunternehmen klassifiziert noch waren sie im MSCI ACWI IT Index enthalten, was uns aber nicht davon abgehalten hat, sie in unsere Strategie aufzunehmen. Wir werden unverändert an unserem Investmentprozess festhalten, um unseren überzeugenden Anlageideen über unser aktives Fondsmanagement4 Ausdruck zu verleihen, das sich zwar an einem Index orientiert, aber nicht sklavisch an diesen gebunden ist.

Was ändert sich bei den Kennzahlen? 

Die einzigen Änderungen, die Anleger erwarten, betreffen den Tracking Error* und den aktiven Anteil (Active Share*), die mit dem neuen Index etwas höher ausfallen werden. Die zugrunde liegende Volatilität* und das Beta* werden im Wesentlichen wie gehabt sein, da es bei unseren Portfoliobeständen keine und bei ihren Gewichtungen nur geringfügige Änderungen geben wird. Das Risikoprofil der Strategie und das dem Anlageprozess zugrunde liegende Risikobewusstsein bleiben gleich.  

Hat die Änderung Auswirkungen auf die Performancegebühr?

Bei der Performancemessung für den Janus Henderson Horizon Global Technology Fund (SICAV) und die High Water Mark5 wird derzeit der MSCI ACWI IT Index zugrunde gelegt.Wegen der Wertentwicklung des Fonds unter anderem Management und nach der Umstellung des Anlageprozesses in der Zeit der Internetblase (als der MSCI ACWI Index die Benchmark des Fonds war) bleibt der Fonds bei den meisten Anteilklassen deutlich unter der High Water Mark, bei deren Überschreitung eine Performancegebühr fällig wäre. Selbst für Anteilklassen, bei denen die Wahrscheinlichkeit für Performance-Gebühren größer ist, werden wir ab dem 1. Dezember 2018 auf diese Gebühren verzichten, solange der neue MSCI ACWI IT Index die Benchmark des Fonds ist. Denn zunächst müssen wir die Genehmigung der Aufsichtsbehörde für die Änderung der Benchmark und die Aktualisierung des Verkaufsprospekts des Fonds einholen. Und das könnte länger als ein Jahr dauern.Unsere Anteilinhaber werden wir hierüber zu gegebener Zeit gesondert informieren.

Wann treten die Änderungen in Kraft? 

MSCI wird die GICS-Umklassifizierungen in seinen Indexgewichtungen Ende November 2018 im Rahmen der halbjährlichen Indexüberprüfung berücksichtigen. In der Portfoliokonstruktion des Teams werden sich diese Änderungen sofort widerspiegeln. Die aufsichtsrechtliche Genehmigung zur Änderung der Benchmark für die Berechnung der Performancegebühr und zur Aktualisierung des Verkaufsprospekts (einschließlich der Mitteilung an die Anteilinhaber) könnte jedoch bis Anfang 2020 dauern. Alle Angaben zur Performance des Fonds werden sich solange an der bestehenden Benchmark orientieren, bis die Änderung erfolgt ist.

 

*Erläuterungen hierzu können dem Glossar von Janus Henderson unter folgendem Link entnommen werden.

 

Glossar:

1Überzeugungsgrad: bezieht sich auf die Einschätzung des Fondsmanagers mit Blick auf eine bestimmte Aktie oder Branche oder ein bestimmtes Land und spiegelt sich in der Regel in einer deutlichen Über- oder Untergewichtung der Position im Fonds wider. 

Konzentriert: Ein konzentrierter Fonds setzt sich typischerweise aus weniger Aktien – weniger als 50 – verglichen mit dem Anlageuniversum zusammen und kann sehr große Positionen beinhalten oder eine Konzentration auf bestimmte Sektoren oder Länder aufweisen.

3Anlageuniversum: bezeichnet eine bestimmte Anlagegruppe oder -kategorie mit bestimmten gemeinsamen Merkmalen. Investmentmanager spezifizieren in der Regel ein Anlageuniversum, das einige der Anlageparameter für einen bestimmten Fonds definiert.

4 Aktives Fondsmanagement: ein Anlageansatz, bei dem der Fondsmanager aktiv entscheidet, in welche Anlagen er in welcher Höhe investiert – häufig mit dem Ziel, einen bestimmten Index zu übertreffen. Entscheidend sind die Kompetenz und das Geschick des jeweiligen Fondsmanagers. Gegenteil von Passive Investing.

High Water Mark: Die höchste Performance, die ein Fonds bislang erreicht hat. Die High Water Mark soll sicherstellen, dass Fondsmanager nicht für eine schwache Performance belohnt werden. Bei Verlusten in einem bestimmten Zeitraum muss der Fonds erst wieder die High Water Mark übersteigen, bevor eine Performancegebühr fällig wird. So ist zudem gewährleistet, dass Anteilinhaber nicht zwei Mal für das Überschreiten desselben Performanceniveaus Performancegebühren zahlen müssen.​

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