
Der Nasdaq erreicht neue Rekordstände, doch innerhalb des Technologiesektors, wie auch im gesamten Aktienmarkt, zeigt sich eine größere Dispersion. Für Anleger ergeben sich daraus Chancen.
09.10.2026 | 09:36 Uhr
Zugleich lohnt ein genauer Blick auf wirtschaftliche
Abhängigkeiten, die trotz breiter Streuung bestehen können, so Clemens
Berendt, Lead Portfoliomanager bei der apoBank:
„Für uns bleibt der Investment Case bei Tech-Aktien stark. Die im Sommer
gesehenen Rückschläge bei Teilen des Halbleitersektors trafen auf kräftig
steigende Gewinne. Diese Diskrepanz eröffnet Chancen – vorausgesetzt, die
heutigen Erträge sind auch bei einem langsameren Wachstum der KI-Ausgaben
belastbar.
Diversifikation beginnt dabei bei den wirtschaftlichen Abhängigkeiten.
Ein Chipanbieter, ein Netzwerkausrüster und ein Rechenzentrumsbetreiber können
alle am Investitionsbudget desselben Kunden hängen. Die enge Verflechtung
rund um zentrale Akteure wie Nvidia oder die Speichergrößen Micron, Samsung und
SK Hynix bleibt deshalb ein gemeinsamer Risikofaktor, den wir auch bei einer
breiten Streuung berücksichtigen müssen.
Wie wichtig dieser Blick auf die Zusammenhänge ist, zeigt sich an den
KI-Ausgaben der großen Plattform- und Cloudanbieter: Sie füllen die
Auftragsbücher der Zulieferer, belasten aber zugleich die freien Cashflows der
Käufer. Dauerhaft trägt dieser Zyklus, wenn die Käufer der Infrastruktur damit
ausreichend Geld verdienen. Zusätzliche Cloud-Nachfrage und zahlende Nutzer
sind wichtige Signale. Für die Bewertung zählt jedoch, wie viel nach
Rechenkosten, Abschreibungen und laufenden Investitionen als Gewinn und freier
Cashflow bilanziert werden wird.
Deshalb investieren wir entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette und
kombinieren unterschiedliche Ertragsquellen. Heute verdienen viele Anbieter
am Aufbau der Infrastruktur. Mit zunehmender Nutzung werden auch Unternehmen
interessant, die KI-Anwendungen tief in Kundenprozesse integrieren und daraus
wiederkehrende Erlöse erzielen.“
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