
Im Rahmen der turnusmäßigen Indexüberprüfung wurde die Zusammensetzung des MSCI World erneut an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. Dazu teilt Sarah Schalück, Client Portfolio Managerin der apoBank, mit:
03.06.2026 | 06:00 Uhr
„Die Anpassungen des MSCI World verdeutlichen einmal mehr
die anhaltende Dominanz des US-Aktienmarktes innerhalb der globalen
Industrieländer. Mit einem Anteil von mittlerweile über 70 Prozent stellen
US-Unternehmen den mit Abstand größten Block im Index und prägen dessen
Entwicklung maßgeblich.
Treiber dieser Entwicklung sind vor allem die großen Technologie- und
Plattformunternehmen, die in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark
gewachsen sind und einen immer größeren Anteil an der gesamten Marktkapitalisierung
auf sich vereinen. Dadurch hat sich zugleich der thematische Schwerpunkt des
MSCI World verschoben. Digitalisierung, Halbleiter, Cloud-Infrastruktur und
insbesondere Künstliche Intelligenz bestimmen heute einen erheblichen Teil der
Indexentwicklung.
Die Bezeichnung ‚World‘ darf daher nicht mit einer gleichmäßigen globalen
Streuung verwechselt werden. Anleger erhalten zwar Zugang zu Unternehmen aus
zahlreichen Industrieländern, die tatsächliche regionale und sektorale
Diversifikation fällt jedoch deutlich geringer aus, als es der Name des Index
vermuten lässt.
Schwellenländer erwirtschaften mittlerweile nahezu die Hälfte der globalen
Wirtschaftsleistung, sind im klassischen MSCI World aber nicht enthalten.
Gerade Wachstumsregionen wie Südkorea, Taiwan und China bieten aus unserer
Sicht langfristig attraktive Chancen, die in einer ausgewogenen globalen
Vermögensallokation berücksichtigt werden sollten.
Die aktuelle Indexstruktur unterstreicht damit, dass der MSCI World zwar eine
breite Abdeckung der entwickelten Aktienmärkte bietet, aufgrund der hohen
USA-Gewichtung und der Konzentration auf wenige KI-getriebene Technologiewerte
jedoch keine vollumfängliche Diversifikation im klassischen Sinne darstellt.“
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